Ulan & Bator

unterhaus: Lustig im Geiste und auf der Bühne

Ein mitreißend komisches Programm präsentiert »Sting« im März im Forumtheater Mainzer Unterhaus; aus den Bommelmützen von Ulan & Bator perlen irrwitzige Ideen.

Sting kommt ins Unterhaus!? Aber hallo! Nur eben nicht der Musiker, sondern der Kabarettist! Kein Geringerer als der große Hanns Dieter Hüsch adelte den Kai Magnus Sting als »Bruder Lustig im Geiste«. Und es ist auch zu komisch, wenn Sting seine Geschichten erzählt, die er im Dialekt des Potts wunderbar spitzbübisch überzeichnet, dass man gar nicht anders kann als zu sagen: Genau so wird’s gewesen sein. Am 10. und 11. März spielt Sting sein Programm »Und ich sach noch« mit seinen Lieblingsnummern. Und die sind mit denen des Publikums garantiert deckungsgleich: Komm’se hin? Kann’se Dich kaputtlachen.

Nicht weniger lustig geht es am 20. März zu, wenn Ulan & Bator (Foto) ihre »Zukunst« auf die Bühne bringen. Sprachverliebt und wortverdreht werden die beiden Herren im feinen Zwirn wieder ihren Schabernack treiben. Sebastian Rüger und Frank Smilgies heißen die Künstler, die sich unter den gestrickten Bommelmützen verbergen. Immer wieder wechseln sie mit wenigen Worten Perspektiven und Ebenen, oft reicht nur eine Verschiebung der Betonung und man betritt ein ganz neues Sinn-Universum. Wer schon immer mal wissen wollte, wie man ein abgelaufenes Essen mimisch darstellt oder auf der Suche nach keiner neuen Küche war, wird hier endlich fündig.

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unterhaus: Ausblick, Rückblick, Rundumblick




Mathias Richling & Leipziger Pfeffermühle

unterhaus: Ausblick, Rückblick, Rundumblick

Die Politprominenz tritt zum Rapport an und die Gäste werden mit dem führerlosen Aufzug in den Keller gefahren – zum Lachen. Im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Vom 6. bis zum 10. Februar lässt Mathias Richling (siehe Foto links) als Großmeister der klugen Parodie wieder die erste (oder zweite oder dritte) Riege der deutschen Politprominenz zum Rapport antreten. Und weil die bis dahin sicherlich schon wieder genug Böcke geschossen haben werden, die Richling dann genussvoll sezieren kann, nutzt der sein Programm #2020 auch als eine Art Jahresrückblick. Oder Ausblick. Denn die kommenden Monate werden spannend und Richling nimmt manches Jubiläum zum Anlass, um den Gefeierten persönlich auf die Bühne zu zaubern. So begegnet man nicht nur Populisten und Diktatoren, sondern auch Leonardo da Vinci.

Wer sein Dachstübchen neu möblieren möchte, sollte unbedingt ein Zimmer im Hotel der »Leipziger Pfeffermühle« nehmen (siehe Foto rechts). Das öffnet seine Tore vom 13. bis zum 18. Februar. Zum Inventar der geistigen Nobelherberge gehört auch »Der führerlose Aufzug«, mit dem das Servicepersonal aus Leipzig seine Gäste zum Lachen in den Keller fährt, zum Aufwachen in Unsicherheit wiegt und von ganz oben einen erschreckend-komischen Rundumblick auf die Gegenwart bietet. Hier wird nichts unter den roten Teppich gekehrt und an der Bar gibt’s Gags als Snacks.

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Gutenberg Musical

»Gutenberg – das Musical«: Eine quicklebendige Geschichte und ein Artikulationsakrobat

Die Investitionen in bewegliche Lettern als  Musical und ein Programm zwar ganz ohne Druck, aber mit einem Manifest der Unverbindlichkeit: Im Mainzer Forumtheater unterhaus.

»Gutenberg – das Musical« läuft wieder: vom 5. bis zum 13. und vom 23. bis zum 28. Januar 2020. Zwar spielt der Focus-Gründer und mittlerweile zum FDP-Abgeordneten im bayerischen Landtag avancierte Helmut Markwort nicht mehr den Geldgeber Fust, aber ein hervorragender Ersatz steht schon parat: Für ihn wird kein Geringerer als der Wirtschaftsjournalist und Börsenspezialist Frank Lehmann einspringen! Und der hätte garantiert auch damals schon gewusst, dass es sich lohnt, in Gutenbergs verrückte Idee von den beweglichen Lettern zu investieren. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Quicklebendige Geschichte(n) um die Erfindung des Buchdrucks aus dem goldigen Mainz, präsentiert von grandiosen Darstellern um Margit Sponheimer und Gunther Emmerlich.

Diesem Gutenberg hat auch Nektarios Vlachopoulos (siehe Foto) viel zu verdanken: Der Kabarettist, der vom 16. bis zum 18. Januar 2020 auftritt, ist schließlich Lehrer. Ganz ohne Druck spielt er hingegen sein aktuelles Programm. Und das heißt »Ein klares JEIN!« Damit liefert er ein Manifest der Unverbindlichkeit und die in Stein gemeißelte Handlungsempfehlung für unentschlossene Dogmatiker: ein Muss für jeden, der nicht will, vielleicht möchte und ganz sicher weiß, dass irgendwann irgendwer irgendwas tun sollte. Vlachopoulos erweist sich dabei als echter Artikulationsakrobat: superschnell und mit überraschenden Kehrtwenden, dabei intelligent und witzig.

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Vull off Swing

Vull off Swing

Swing mal anders: Deutsche Chansons und Schlager im Benny Goodman-Stil der 30er Jahre mit Chanson-Nette & Band am 17. Januar 2020, 19:30 Uhr – 22 Uhr im Mainzer Kabarettarchiv.

Chanson-Nette und das Andreas Hofschneider-Trio haben deutsche Chansons und Schlager neu arrangiert, im Stil des King of Swing. Das spannende musikalische Projekt mit Hits von Hilde Knef, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann, Claire Waldoff & Co. ergibt ein ungewöhnliches Swingkonzert: Die Herzschlagmusik der 30er mit deutschen Texten. Die Vier liefern eine Performance ab, als wären sie direkt aus »Babylon Berlin« ins Heute gepurzelt. Und natürlich singt & swingt Chanson-Nette mit ihrer Schnodderschnauze auch: »›ne Lady werd‹ ick nie!«

Andreas Hofschneider gehört zur Creme der Swing-Klarinettisten. Seine Bandkollegen Michael Wirth (Schlagzeug) und der Pianist Stan Juraschewski sind leidenschaftliche Swingmusiker. Für Speis’ und Trank ist bestens gesorgt.

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Mainzer Forumtheater

Mainzer Forumtheater: Heissig als Knef, Fischer mit Meschugge

Kurz vor Weihnachten ein Fest für Adventsverweigerer und Weihnachtsmuffel, kurz vor Silvester Tuchfühlung mit einem Komiker der Extraklasse – Wo? Im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Am 21. und 22. Dezember spielt Ulrich Michael Heissig als Irmgard Knef sein Weihnachtsprogramm. Oder muss es heißen: ihr Weihnachtsprogramm? Egal: »Glöckchen hier, Glöckchen da!« ist das Motto. Lebkuchen mit Chili-Schoten, Bethlehem trifft auf Berlin-Kreuzberg: Anekdoten, Geschichten, Gedichte, Autobiografisches, Skurriles und die wohl ursprünglichste Weihnachtsgeschichte seit es die Bibel gibt. Ein Fest für Weihnachtsmuffel und Adventsverweigerer: wärmend wie Glühwein, sättigend wie Gebäck und dufte wie die Nadeln am Christbaum.

Am 28. und 29. Dezember ist Frank Fischer zu Gast. Weit hat er es ja nicht, denn er wohnt in Mainz. Sein Programm heißt »meschugge«, ist aber kein Jahresrückblick – auch wenn der Titel passen würde. Wer hier verrückt ist? Die Präsidenten Trump und Putin? Oder die Frau vor einem an der Kasse? Fischer ist ein genauer Beobachter und dem alltäglichen Wahnsinn auf der Spur. Die Presse lobte Fischer unter anderem als »Komiker der Extraklasse mit gutem Draht zum Publikum«. Hier ist also Tuchfühlung angesagt: mit Comedy made in Mainz.

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unterhaus

unterhaus: Desirée Nick & Sarah Halkenberg

Eine subtile Brachialkomödiantin ist die eine, intelligente Bosheiten verbreitet die andere: Beide kommen im November ins Mainzer Forumtheater unterhaus.

Sie war schon überall. Und auch da, wo es weh tut: im Dschungelcamp, bei »Big Brother« und »Wetten dass…?«. Jetzt kommt Desirée Nick (Foto links) wieder ins Unterhaus! Am 4., 5. und 7. November spielt die subtilste aller Brachialkomödiantinnen ihr neues Programm »Die letzte lebende Diseuse – Blandine Reloaded«. Schauspielerin, Entertainerin und Autorin – überall setzt die Hauptstadt-Lady mit der berühmt-berüchtigten, geliebten und gefürchteten Kodderschnauze ihre zynisch-ätzende Duftmarke.

Und erinnert dabei nicht zufällig an Blandine Ebinger: Ehefrau und Muse des Komponisten und Kabarettisten Friedrich Hollaender sowie erster Popstar der Berliner Cabaret- und Chanson-Szene der wilden 1920er-Jahre. Diese Rolle ist der Nick auf den Leib geschrieben. Blandine Reloaded eben.

Auch Sarah Hakenberg (Foto rechts) hat ihr neues Programm im Gepäck und spielt vom 14. bis zum 16. November »Dann kam lange nichts«. Sie hat es gewagt und ist nach Ostwestfalen gezogen! Doch ist das gefühlte Nirwana offensichtlich ein guter Ort, um neue Lieder zu schreiben. Und die sprühen wie gewohnt von intelligenten Bosheiten, fröhlichem Charme und unwiderstehlicher Dreistigkeit. Wieder mit dabei: Klavier und Ukulele. Und ganz viel gute Laune.

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Staatstheater: Zanaida




Schöne Mannheims ©Thommy_Mardo

Schöne Mannheims & Timo Bomelino

»Schöne Mannheims« kommen mit »Entfaltung« ins Mainzer Forumtheater unterhaus und Bomelino kommt ohne Verb – aber seine Linien laufen gegen den Strich… Das versteht, wer es sich zu Gemüte führt.

Obacht und genau hinschauen: Am 4. Oktober kommen mitnichten Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims ins Unterhaus. Dafür aber die Frauencombo «Schöne Mannheims». Doch auch diese Grazien lösen, will man der Presse Glauben schenken, wahre Naturgewalten aus und rissen Ex-Missfit Gerbug Jahnke zu der Bemerkung hin: «Und dann rockt das. Wie geil ist das denn?» Eine Frage, die das Publikum nun ganz leicht selbst beantworten kann, wenn das fidel-feminine Quartett sein aktuelles Programm «Entfaltung» vorstellt. Gestartet ist «Schöne Mannheims» vor acht Jahren und begeistert seitdem das Publikum mit Witz und Musikalität. Stimmgewaltig, temperamentvoll, charmant, gewitzt und immer mit verschmitztem Augenzwinkern loten vier veritable Powerfrauen im harmonischen Dreiklang und mit Klavierbegleitung die Untiefen menschlichen Daseins aus.

Einen fulminanten Schlussakkord sucht man bei Timo Bomelino am 22. und 23. Oktober hingegen vergebens – nicht umsonst heißt sein Programm «Man muss die Dinge nur zu Ende». Mag das Verb hier fehlen – auf der Bühne tut sich auf jeden Fall einiges, wenn der Stand-up-Comedian, Musiker und Zeichenkünstler alle Register zieht. Seine Linien laufen garantiert gegen den Strich und Tino Bomelino verspricht: «Dieses Programm ist gegenüber herkömmlichen Comedy-Programmen 120 Prozent effizienter.» Und lustige Tiere sind auch noch dabei.

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unterhaus: Der Vorhang geht wieder auf

Sommerferien sind prinzipiell etwas Schönes und auf möglichen Arbeitsstress ließe sich gerne noch ein wenig länger verzichten. Nicht aber darauf, dass sich der Vorhang zur neuen Unterhaus-Saison wieder hebt.

Und das tut er im September endlich wieder. So spielt am 10. September Philipp Zymny (siehe Foto) als Meister des Absurden sein drittes Programm, in dem er sich fragt: »How To Human?« Mühelos tanzt der Kabarettist und Poetry-Slammer zwischen intelligenter Stand-up-Comedy und abgründigem Nonsens. Mit Witz und Hintersinn widmet er sich der Frage, wie man in unserer heutigen Zeit Mensch ist und bleiben kann, wobei ihm unter anderem Gott und ein unheimlicher Melonenmensch helfen – um mal die beiden Wichtigsten zu nennen.

Ob es Volker Diefes wohl stört, wenn in seiner Vorstellung ein Handy klingelt? Dann hätte er immerhin sofort einen thematischen Anknüpfungspunkt: Vom 19. bis zum 21. September spielt das langjährige Ensemblemitglied des »Düsseldorfer Kom(m)ödchens« sein Solo »Smart ohne Phone« und beweist, welch großer Gewinn es für einen selbst und die Menschheit ist, wenn einen Abend lang kein Blick auf WhatsApp, SMS und E-Mails fällt. Dank Internet wissen wir alles, was in der Welt passiert, aber nicht, wie es unserem Nachbarn geht. Diefes schüttelt den inneren Smombie kräftig durch und richtet den Blick aufs Wesentliche. Auch ohne Netz garantiert dieser Abend Empfang.

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unterhaus

unterhaus: Maximale Unterhaltung

Ein spitzfindiger Beobachter sucht die Nadel im Heuhaufen, ein zigarrenpaffendes Kriechtier hebt ab in den Sphären der »Echsoterik«: dies und noch viel mehr im Juni 2019 im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Im Juni biegt die Unterhaus-Saison in ihre Zielgerade ein und begrüßt noch einmal zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, bevor der Vorhang für die Sommerferien fällt. Dabei ist wie immer maximale Unterhaltung angesagt – zumal am 5. Juni mit Maxi Gstettenbauer (Foto): In seinem Programm »Lieber Maxi als normal!« folgt der Senkrechtstarter, der gleich nach der Schule in der Comedy-Szene durchstartete, seinem Motto »Ich erzähle, Du lachst!«. Worüber? Über alles, Gott und die Welt, Dich und mich: Als spitzfindiger Beobachter spürt Gstettenbauer schnell die Nadel im Heuhaufen des Alltags auf, um damit lustvoll das Zwerchfell zu kitzeln. Grandioser Nonsens im Maxi-Pack.

Etwas ruhiger lässt es da die Echse angehen: Mit Puppenspieler und Kleinkunstpreisträger Michael Hatzius im Rücken hebt das zigarrenpaffende Kriechtier vom 13. bis zum 15. Juni in die Sphären der »Echsoterik« ab, so der Name des brandneuen Programms. Es geht um wichtige Fragen, zum Beispiel das Mobbing unter Schweinen. Hatzius wird seinem Alter ego mit der großen Klappe schon die richtigen Antworten einflößen. Und vielleicht versackt man mit dem lederhäutigen Philosophen ja danach noch an der Bar? Echs‘ und hopp.

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unterhaus

unterhaus: Der Mai ist gekommen

Ein Wortakrobat verbindet Herkunft und Zukunft, Gute-Laune-Kabarett wird humorvoll gesungen: Im Wonnemonat im Mainzer unterhaus.

Alles neu macht der Mai, sagt zumindest das Sprichwort. Bei Sulaiman Masomi (Foto o. r.) trifft das vollkommen zu, denn vom 9. bis zum 11. präsentiert er sein neues Programm »Morgen – Land«. Nicht nur die Presse ist begeistert, auch Kleinkunstpreisträger Torsten Sträter ist ein Sulaiman-Fan: »Dieser Typ ist ein Genie.« Der gebürtige Afghane verbindet in seinem Solo Herkunft und Zukunft und wirft dabei einen wachen Blick auf unsere Gesellschaft. Einem Trojaner gleich schmuggelt der Kabarettist dabei auf humorvolle Art Ansichten und Erkenntnisse ins Bewusstsein seiner Zuhörer. Sulaiman Masomi ist ein Wortakrobat – und auch die Gedanken des Publikums werden nur schwerlich stillsitzen können.

Am 29. Mai 2019 kommt Matthias Ningel (Foto o. l.) mit seinem aktuellen Programm »Kann man davon leben?« nach Mainz. Seine Kunst beschreibt er als »Liedermacher und Humorist«, es wird kluges Gute-Laune-Kabarett im Doppelpack geboten. Statt dem Leben den Mittelfinger zu zeigen postet Ningel lieber ein »Gefällt mir«, greift in die Tasten und sinniert über die Zeichen der Zeit – also über Kaffeevollautomaten und Smartphone-Kompatibilität. Zum Glück gibt es diese Themen, denn wovon sollte einer wie Matthias Ningel sonst leben?

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unterhaus

unterhaus: Groove & Hintersinn | schnell & frech

Pfiffige Ideen in klangvolle Verse und Akkorde kleidet Sven Garrecht und bei Wilfried Schmickler sollten die Ohren nicht auf Durchzug stehen. Beide sind im April im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Am 18. April kann man erleben, wie lebendig der Chanson ist. Oder heißt es das Chanson? Egal: Sven Garrecht kommt und zeigt, wie elegant man den Groove der Popmusik mit dem Hintersinn des Couplets verbinden kann. Worüber er singt? Zum Beispiel darüber, wer Schuld ist, dass immer dann etwas dazwischen kommt, wenn man das Bad putzen will.

Garrecht hat die Kleinkunst im großen Sängerherzen und sagt von sich selbst, zum Raufen bald zu wenige Haare zu haben. Was er hingegen in Hülle und Fülle hat, sind pfiffige Ideen, die er in klangvolle Verse und Akkorde kleidet. Daraus ist Garrechts erstes Soloprogrammgeworden: Kleinstadt-Tiger. Also: Katzenklappe auf und Bühne frei!

Wer einmal auf der Unterhausbühne stand, für den gibt es kein Zurück. Ob Wilfried Schmickler sein aktuelles Soloprogramm deshalb so genannt hat? Zu sehen ist es auf jeden Fall am 26. und 27. April. Der kantige Schlusskommentator aus den WDR-»Mitternachtsspitzen« nimmt auch im Alleingang kein Blatt vor den Mund und schaut mit wachem Blick nach vorn. Was er hier erblickt, wird tagesaktuell ins Visier genommen: raketenschnell und rotzfrech. Wenn Schmickler kommt, heißt es anschnallen und Ohren anlegen – aber keinesfalls auf Durchzug stellen, denn der Mann hat was zu sagen.

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cevikkollu_fatih

unterhaus: Exporte aus dem Ruhrgebiet

Im Mainzer unterhaus berichten »Großkaräter aus dem Ruhrgebiet« (»La Signora«, Fatih Çevikkollu), was sie auf sich nehmen, um in »heiligen Hallen« auftreten zu können und wie sie »Sein von Schein« unterscheiden.

Mag der Ausstieg aus der Kohleförderung auch beschlossene Sache sein – das Ruhrgebiet hat weit mehr Exportschlager als das von den Kumpeln aus der Tiefe geförderte Erz: Dazu gehören vor allem Kabarettisten, von denen das Unterhaus im März gleich zwei Großkaräter begrüßt.
»La Signora«, wie sich die schwarz gewandete Carmela de Feo nennt, gastiert am 21. März und verlässt dafür »Die Schablone, in der ich wohne«, so der Name ihres aktuellen Programms. Hierin erzählt sie, was sie als Künstlerin so alles auf sich nehmen muss, um in solch heiligen Hallen wie dem Unterhaus auftreten zu können. Am Ende klatscht man aus Begeisterung – und fast auch ein wenig aus Mitleid.

Eine ähnlich perfekte Illusion gibt es am 22. und 23. März zu bestaunen: die »FatihMorgana«. Dereinst im Kiosk von Atze Schröder ausgebildet hat Fatih Çevikkollu gelernt, den Nachrichtenwert zu schätzen und Sein von Schein zu unterscheiden.
In Zeiten von Fakenews informiert er rasant-relevant und politisch-provokativ. Mediale Verdauungsprobleme führen zum ultimativen Shitstorm – nur gut, dass Webmaster Fatih den Überblick behält und Durchblick vermittelt.

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Die Leipziger Pfeffermühle

unterhaus: Verspotten & Irrsinn

Satire + Orwellschen Zukunftsprognosen, »Political correctness« + Garderobe: Im Mainzer unterhaus.

Politiker-Parodien sind ein Gen­re, das mangels Kontur der aktuell zu Verspottenden ein wenig aus der Mode geraten ist. Doch Mathias Richling trägt diesen Maßanzug wie eine zweite Haut und spielt vom 5. bis zum 9. Februar 2019 sein aktualisiertes Programm »Richling und 2084«.
Seit sich George Orwells düstere Zukunftsversion zu bewahrheiten scheint, braucht es jemanden, der mit den Mitteln der Satire gegensteuert. Wer könnte dem Politpersonal besser den Spiegel vorhalten als Richling? Der hat einen Trump(f) im Ärmel und zieht
Putin und Erdogan erst lässig aus der Tasche und dann durch den Kakao.

Genauso scharf geht es vom 18. bis zum 23. Februar 2019 mit der aktuellen Revue der Leipziger Pfeffermühle zu. Wortverspielt heißt das neue Programm »Fairboten« und gibt die Political correctness gleich mal an der Garderobe ab. Wo der Irrsinn meinungsbildend und postfaktisch praktisch ist, streut das Mimen-Trio mit Musikbegleitung seine Pfefferkörner ins Getriebe, auf dass es mächtig knirscht.

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Kom(m)ödie und Mystik

Düsseldorfer kommen mit Thermomix nach Mainz und ein Vorzeigefranke mit »Musik, die satt und glücklich macht« – Wo? Im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Mit dem unterhaus gehört das von Kai und Lore Lorentz 1947 gegründete »Düsseldorfer Kom­(m)ödchen« zu den wichtigsten deutschen Kleinkunstbühnen. Rheinaufwärts verschlägt es das hauseigene Ensemble immer wieder gerne und so spielt man im unterhaus vom 24. bis zum 26. Januar zum wiederholten Mal das erfolgreiche Programm »Irgendwas mit Menschen«. Das grandiose Trio aus Maike Kühl, Daniel Graf, Heiko Seidel und Martin Maier-Bode, der mit Dietmar Jacobs und Christian Ehring die Story um Eltern, Bildung und Erziehung geschrieben hat, garantiert geist- und humorvolles Theater auf allerhöchstem Niveau. Allein den Auftritt eines Thermomix-Geräts darf man auf keinen Fall ver­passen!

Gleiches gilt natürlich auch für die Bühnenpartnerschaft des Grantlers Matthias Egersdörfer und der Kapelle vom Gankino Circus, die man am 31. Januar im unterhaus erleben kann: Der Vorzeigefranke hat die Mystik des Orients entdeckt, trägt nun Bart, Turban und Kaftan und hat mit seinen Landsleuten ein Quartett gefunden, das mit ihm anschaulich von leidenschaftlicher Liebe, abgehackten Gliedmaßen, Suff und Völlerei erzählt – mit »Musik, die satt und glücklich macht«. Mehr braucht es nicht.

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1812unterhaus

unterhaus: Sterne Fiasko

Im unterhaus wird im Dezember u.a. gefragt: Aperol Spritz oder Eigenurin? Und erkundet werden unsicheren Pfade zwischen Realität und digitaler Welt.

Na denn Prost: Mit Nora Boeckler ist ein Teil des berühmten »Proseccopacks« aus dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen wieder solo unterwegs und startet am 17. und 18. Dezember mit Macht in ihr »5 Sterne FIASKO«. So heißt jedenfalls das zweite Programm der Powerfrau, die sich diesmal den wirklich wichtigen Problemen des Alltags widmet und durch Selbstfindung den Ängsten des Lebens entgehen will. Doch wohin wird das Pendel ausschlagen: Aperol Spritz oder doch eher Eigenurintherapie? Und langweilt sich Alexa allein zuhause, während Nora Becker im Unterhaus spielt? Das und vieles mehr wird die Kölner Schauspielerin und Vollblutkomödiantin aus Tapet bringen.

Auf keinen Fall weniger Wind macht Arnulf Rating, wenn er mit seinem aktuellen Programm »Tornado« am 19. Dezember durch die Aktualität fegt. Dabei fährt der kabarettistische Haudegen zweigleisig und beschreitet die mittlerweile unsicheren Pfade zwischen der Realität und der digitalen Welt. Was ist wahr? Was sind Fake-News? Wer hat Recht? Und was macht das mit unserer Demokratie? Rating rauscht durch den deutschen Blätterwald – analog und im Netz, beobachtet, analysiert und bringt es auf den Punkt. Gesellschaftspolitisches Kabarett
der Extraklasse – und zwar brandaktuell.
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unterhaus: Ratgeber gesucht?

Der eine macht es falsch, aber richtig und erzählt unerhörte Geschichten; der andere zeigt, wie man mit Nichts im Hirn berühmt wird: Trainieren Sie Ihre Bauchmuskeln und gehen Sie im November ins unterhaus.

Die Welt scheint aus den Fugen und in Übersee als Hoffnungsträger gefeierte Populisten erweisen sich als gefährlich eigensinnige Blindgänger.

Und weil man sich auch nach einem Blick nach Berlin nicht unbedingt auf das dortige Personal verlassen möchte, sucht man sich seine Ratgeber eben anderswo. Zum Beispiel im unterhaus, wo Thilo Seibel (Foto rechts) am 6. November sein neues Programm »Wenn schon falsch, dann auch richtig!« präsentiert – ein Kabarettprogramm, das mit harten Fakten und brüllkomischen Parodien eine un­erhörte Geschichte erzählt: über das Nichtige im Falschen, das Schlichte im Stumpfen und richtige Lumpen in den falschen Ämtern.

Ins gleiche Horn stößt Mathias Tretter (Foto links) vom 8. bis zum 10. November, wenn er mit seinem aktuellen Programm »POP« aufzeigt, wie man mit Nichts im Hirn berühmt wird, oder zumindest US-Präsident. Bissig und visionär schreitet er zum »Dilletanz auf dem Vulkan« und beweist, dass der Amateur der neue Profi ist – und die AfD die neue CDU: »POP« steht für Politkomik ohne Predigt, von einem Profi oraler Präsenz, mit Plödeleien oberster Populistik.

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unterhaus: Verse schmieden und in Abgründe blicken

Im unterhaus beginnt im Oktober eine neue Reihe und manche Künstler/-innen haben viel Mut.

Poesie und Wahnsinn liegen zuweilen dicht beieinander. Doch man muss als Verseschmied keine bewusstseinsverändernden Substanzen einnehmen, um sich selbst aufs Ross des Dichters zu schwingen – oft reicht auch schon ein Besuch im Unterhaus. Am 1. Oktober startet eine neue Reihe, die künftig einmal monatlich stattfindet. Unter dem Motto Poesie und Wahnsinn laden der bekannte Wortakrobat Nektarios Vlachopoulos, Gewinner der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften, und Ken Yamamoto, bekannt als Organisator und Moderator des beliebten Poetry-Slams in Mainz, gemeinsam mit dem Zauberer Christoph Demian ein. Immer mit dabei: ein Überraschungsgast – es ist immer ein(e) ganz persönliche(r) Lieblingskünstler(in) des Trios.

Um auf der Unterhaus-Bühne zu stehen, braucht es natürlich eine gehörige Portion Mut – und den hat Sarah Hakenberg, weshalb sie ihrem neuen Soloprogramm auch gleich den Titel »Nur Mut!« gab. Das spielt sie vom 25. bis zum 27. Oktober: Es geht um Ängste und deren Überwindung, um den Mut, mal wieder etwas zu wagen – und sei es auch nur, den Mund außerhalb der eigenen Facebook-Seite aufzumachen. Dass man dabei vielleicht auch in so manchen Abgrund blickt, ist eingeplant – doch keine Angst: Sarah Hakenbergs intelligenter Humor bewahrt einen davor, abzustürzen.

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unterhaus: »Grandes Dames« mit Eskalation

Ganz Kavalier lässt man im unterhaus nach der Sommerpause den Damen den Vortritt. Die kommen zuerst im Doppelpack und machen dann einem Mann (vorübergehend) Platz.

Vom 6. bis zum 8. September sind das Dou Alice Hoffmann und Bettina Koch (Foto)  im unterhaus zu Gast. Das Saarland trifft hier voll Karacho auf Hessen: »Kluger Tratsch und dumme Sprüch« heißt die aktuelle Kabarett-Show der beiden Grand Dames der Kleinkunst, oder wie sie sich selber nennen: »Die Ähn und das Anner«.

Geballte Frauenpower bietet auch das Duo »Suchtpotenzial« am 20. September, wenn Ariane Müller und Julia Gámez Martín ihr neues Programm »Eskalatiooon« vorstellen. Die preisgekrönten Künstlerinnen (2016 gab es mit dem »Mindener Stichling«, der »Tuttlinger Krähe« und dem »Hamburger Comedy Pokal« gleich drei Auszeichnungen) sagen von sich selbst, sie seien »zu laut für’s Altersheim und zu versaut für’n Kindergarten«.

So musikalisch »Suchtpotenzial« ist, so lyrisch ist Jochen Malmsheimer, der am 24. und 26. September das eigene Genre des epischen Kabaretts auf der Bühne zelebriert. Er serviert sein aktuelles Programm »Dogensuppe Herzogin – ein Austopf mit Einlage« und damit Leckeres für die Gehörgänge und Gehirnwindungen gleichermaßen, denn Malmsheimers Ein- und Auslassungen sind so wortgewaltig wie intelligent, dass auch er sich den Namen der Kolleginnen ans Revers heften könnte: Suchtpotenzial!

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Ewald Dietrich

Mainzer Kopf: Für die Kinder arbeitet er weiter

Ewald Dietrich wird am 31.12.2018 in den Ruhestand gehen.Teilweise zumindest. Dann endet seine Zeit als Geschäftsführer des Mainzer »unterhaus«. Seine Arbeit für Kinder in Ruanda und Thailand setzt er fort.

 

Bekannt ist er. Auch wenn er nicht immer im Vordergrund steht. Wer in Mainz für das »unterhaus« zuständig ist, muss viele Menschen kennen. Vor allem, wenn sein Job die Finanzen dieser Mainzer Kleinkunst-Institution betreffen. Als Ewald Dietrich vor 15 Jahren die Geschäftsführung übernahm, lautete sein Ziel (und das der »unterhäusler« Artur Bergk, Renate Fritz-Schillo, Ce.Ef. Krüger), den Schuldenberg der Kleinkunstbühne abzutragen. Nun, kurz vor seinem 60. Geburtstag im Juli und sechs Monate, bevor Ewald Dietrich in den »unterhaus«-Ruhestand geht, stehen nicht die Finanzen im Vordergrund, sondern die Regelung seiner Nachfolge. Das »unterhaus« ist ein Baby, das er von kundigen Händen umsorgt und entwickelt wissen will. Womit wir vom »Baby« zu den Kindern wechseln. Die müssen ebenfalls umsorgt werden, sie brauchen eine gute Ausbildung, um auf eigenen Füßen stehen zu können. Es geht um Kinder, die nicht das Glück haben in deutschen Landen auf die Welt gekommen zu sein.

1990 gründete Ewald Dietrich Human Help Network (HHN). Seit 28 Jahren ackert er in seiner Freizeit für Kinder in Ruanda und in Thailand. Dort wirkt HHN mit zwei etablierten Kinderschutzprogrammen. Bildung und Ausbildung sollen vor allem denjenigen zuteilwerden, die gar nichts haben, die auf der Straße leben. »Ich werde oft vor Ort angesprochen von Menschen, die mir erzählen, dass ich vor x Jahren dafür gesorgt habe, dass sie eine Ausbildung erhalten. Und dann präsentieren sie mir stolz ihre Familie, die sie selbst ernähren.« Das sei sein »Lohn«, sagt Ewald Dietrich. Sein gesamtes Engagement für die Kinder in Ruanda und in Thailand leistet er unbezahlt. Was nur funktioniert, weil seine Familie das mitträgt. Z.B., dass im Durchschnitt 50 Tage im Jahr das gemeinsame Frühstück zuhause ausfallen muss, weil der Ehemann und Vater mal wieder in Asien und Afrika unterwegs ist.

Nachfolgeregelungen

Zurzeit ist eine Findungskommission dabei, Bewerbungen für die »unterhaus«-Geschäftsführung zu sichten. Deutschlandweit seien 700 Agenturen informiert. Brücken schlagen zwischen der Wirtschaftlichkeit und dem kulturellen Anspruch, das müsse der oder die Nachfolger/-in unbedingt können, weiß Dietrich. Das Unterhaus müsse 80% seines Jahresumsatzes erspielen, gleichzeitig aber ein anspruchsvolles Programm anbieten und unbekannten Künstlern eine Bühne bieten. Wird ihm die Arbeit fehlen? »Nö. Alles hat seine Zeit. Ich habe dann 45 Jahre gearbeitet, das reicht.« Wobei das nicht ganz stimmt. Für seine »Passion« arbeitet er weiter. Die nächsten drei Schulen in Ruanda müssen gebaut werden, in den Stiftungen und Kinderschutzprogrammen ist die neue Leitungs-Generation auf die Nachfolge vorzubereiten. Damit Ewald Dietrich auch hier irgendwann loslassen kann. Die Verantwortung, die er trägt ist immens. In Ruanda profitieren in 300 Haushalten 800 Buben und Mädchen von Dietrichs Arbeit. In Thailand sind es 200 Buben und Mädchen und er kämpft gegen Kindesmissbrauch und Kinderhandel. Außerdem gelte es Löhne und Gehälter für fast 70 Menschen in Ruanda und Thailand zu sichern.

Zu tun hat er also ab dem 1.1.2019 genug. Zurzeit trägt er für elf juristische Personen die Verantwortung für die Finanzen von Stiftungen und Vereinen, zwei gibt er ab, bleiben neun, um seinen »Ruhestand« zu gestalten. Wie er das alles, auch gesundheitlich schafft? »Ich habe gute Gene, ich lasse mich nicht unterkriegen und mein tägliches Gymnastikprogramm sorgt für eine gute Kondition.« Es ist kaum zu glauben, aber Ewald Dietrich kann auch gar nichts machen: im Urlaub. Drei Wochen am Stück. Es sei ihm gegönnt. Zum 60. Geburtstag wünscht DER MAINZER auf diesem Wege: Herzlichen Glückwunsch!

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Philipp Weber

unterhaus: Schutz vor Manipulation &  schmutzige Wäsche waschen

Philipp Weber mit neuem Soloprogramm, Beier & Hang in einer Satire-WG: das und noch viel mehr im Juni im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Philipp Weber ist am 1. und 2. Juni mit »Weber No.5!«, seinem neuen Soloprogramm im unterhaus. Er verspricht einen »feurigen Schutzwall gegen jegliche Versuche der Manipulation und eine heitere Gebrauchsanweisung für den freien Willen«, was in Zeiten von Fake-News und dem reißenden Informationsfluss im Internet sicherlich nützlich sein kann. Weber knöpft sich das Marketing vor, das jedem Herrn bereitwillig dient: dem ADAC wie der AfD, dem Politiker wie dem Manager, der Kirche wie dem Bordell.

Am 12. und 13. Juni wäscht das neue Kabarett-Duo Beier & Hang, hinter dem sich Max Beier und David Hang verbergen, »Schmutzige Wäsche«. Ihre Bühnenshow vereint Kabarett, Schauspiel, Musik und die Lust am Unfug zu einer brisanten wie unterhaltsamen Mixtur. Die »Schmutzige Wäsche« bildet dabei quasi einen Einrichtungsgegenstand der Satire-WG, die Beier & Hang für ihr gleichnamiges Programm gegründet haben, um sich als Männer zu emanzipieren. Dabei schonen sie den Schongang und schalten gleich in den Schleudergang.

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unterhaus: Hand in Hand und ein Mutti-Roman

Die Tausendschön mit dem Mackenzie, Schwester Cordula mit Dirk Rave: Im Mai 2018 im Mainzer Forumtheater unterhaus.

Wenn Nessi Tausendschön am 18. Mai im Unterhaus spielt, lautet die Diagnose: »Die wunderbare Welt der Amnesie«. Dann gibt es was zu lachen – selbst wenn der Welt nur noch zum Heulen zumute ist. Das ist schnell vergessen, wenn die Tausendschön mit Gitarrist William Mackenzie die Gehirnwindungen neu tapeziert, um sich den Weg durch die Informationsfluten zu bahnen. Lied und Text gehen Hand in Hand, wenn sie ihre Melange aus »Musik, Parodie, Kabarett, Comedy, großem Mini-Theater und kalkuliertem Ungeschick« präsentiert.

Auch bei »Schwester Cordula« dreht sich alles um’s Wort – und zwar um das gedruckte: Es geht um die nicht tot zu kriegende Gattung des Groschenromans, bei der man sich immer fragt, wer so etwas liest. Die Antwort gibt es vom 24. bis zum 26. Mai und lautet: Saskia Kästner. Nach »Schwester Cordula liebt Arztromane« spielt die Kabarettistin ihr neues Programm »Elisabeth – Mutterherz aus Eis« und bringt zusammen mit dem Musiker Dirk Rave und einer Unmenge schwarzem Humor und Sinn für Situationskomik die unglaubliche Geschichte eines »Mutti-Romans« auf die Bühne.

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unterhaus

unterhaus: Musik & Befindlichkeiten

Im April liegt nicht nur der Frühling in der Luft, sondern vor allem auch die Musik!

Z.B. am 6. April im kleinen Unterhaus, wenn der Pianist Christoph Reuter in die Tasten greift. Sein aktuelles Programm heißt »Doppelstunde Musik«. Dröge wird diese »Unterrichtseinheit« bestimmt nicht, bietet sie doch einen Parforceritt durch die Musikgeschichte – von Amerika bis Polen und von Bach bis Bohlen. Hier werden die Ohrwürmer gefüttert und wahrscheinlich begeistert mitklatschen, wenn Reuter mit seiner »Starbucks-Methode« zum Komponieren von Hits neue erschafft.

Ebenfalls im kleinen Unterhaus stellt am 7. April Eva Eiselt ihr aktuelles Programm »Vielleicht wird alles vielleichter« vor. Sie spielt mit Wörtern und Betonungen, sowie mit den eigenen Befindlichkeiten – und natürlich noch viel lieber mit denen der anderen. So schlüpft sie in verschiedene Bühnenrollen, taucht kopfüber ein in die Welt zwischen Navi und Falk-Atlas oder Kulturmanagement und Kinderspielplatz. Kabarett, Theater, Parodie – von allem gibt es genug. Wer weitere Inspiration braucht, dem bietet Eiselt einen Crashkurs im »Lach-Yoga« an – vom verhaltenen Kichern des Intellektuellen bis zur »Königsdisziplin«, dem hysterischen Frauenlachen, kann man dann alles gleich ausprobieren.

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unterhaus

unterhaus: Frauen und Hörgenuss

Historisch war der Vormärz die Zeit der Aufklärung – und im März 2018 geht es im unterhaus entsprechend weiter …

Vom 1. bis zum 3. schreitet Horst Schroth als legendärer Frauenversteher zur Tat und klärt sowohl die Damen als auch die Herren über das Miteinander der Geschlechter auf: 2008 feierte sein Programm »Wenn Frauen fragen« im Hamburger »St.-Pauli-Theater« Premiere. Auch zehn Jahre später sind noch längst nicht alle Antworten gegeben, so dass der smarte Conférencier mit einem »Update für Fortgeschrittene« aufwartet. Warum Männer sich an besondere Fußballtore, nicht aber an den Hochzeitstag erinnern ist nur eine der bohrenden Fragen, denen Horst Schroth auf gewohnt selbstironische Weise nachgeht.

Am 14. und 15. März geht es viel harmonischer zu, dann serviert das Musiker-Duo Dominik Wagner und Benedikt Zeitner (Foto) sein aktuelles Solo »1. Satz – Pesto«. Das ist kein Rechtschreibfehler, sondern ein Versprechen: Leckere Musik-Comedy und geschmackvolle Gags mit Bestnoten lassen sowohl E- als auch U-Musik-Liebhaber auf ihre Kosten kommen. Klassik war gestern? Nicht mit »Ass-Dur«: Musik aus fünf Jahrhunderten Klanggeschichte wird mit fünf Jahrzehnten Rock- und Pop-Kultur gemixt und zu einem kolossalen Hörgenuss vermählt. Zwei Tastenlöwen heben ihre vier Hände zum Schwur und versprechen Kunstgenuss vom Feinsten: Lustiger war Klavierunterreicht noch nie und man lernt den Flügel von ganz neuen Saiten kennen.

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unduzo

unterhaus: Comedy pur + A-capella

»Lilli« nimmt sie mit auf eine Achterbahnfahrt des Lebens, »Unduzo« bringt ihre Füße zum Wippen.

Der Comedian Guido Klode brezelt sich wieder auf und verspricht in seiner Rolle als »Lilli« vom 5. bis zum 7. Februar: »Ein Witz kommt selten allein«. Wer sich auf diese Achterbahn im Freizeitpark des Lebens einlassen will, den erwartet Comedy pur, denn Lilli kennt beim Witzerzählen weder Gürtellinie, noch Schmerzgrenze. Und erst recht kein Pardon.

Lilli widerspricht dem Hit »Ein bisschen Spaß muss ein« nur in einem: Für sie kann es gar nicht genug sein, um die Schattenseiten des Lebens lustvoll auszuleuchten.

Im März 2016 war das Freiburger A-cappella-Quintett »Unduzo« (Foto) erstmals im Unterhaus zu Gast und begeisterte Publikum und Presse gleichermaßen: »Ausgewogen und harmonisch, transparent und knackig.« Hiervon kann man sich am 23. und 24. Februar überzeugen, wenn »Unduzo« mit dem aktuellen Programm, »schweigen silber, reden gold« auftritt und dabei nicht nur ein bekanntes Sprichwort Lügen strafen, sondern auch (mindestens) die Füße des Publikums wieder zum Mitwippen animieren wird.

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1801_kultur_köbernick

unterhaus: Wellengang & Seelenverwandtschaft

Mit Komik und Gesang ein Wasserglas zum Platzen bringen? Mit den einen Saiten ganz andere Saiten aufziehen? Im Mainzer Forumtheater unterhaus geht auch das.

Es ist kein Geheimnis: Im Unterhaus spielen ausgezeichnete Künstler – viele davon sogar mit Preisen! Die in Berlin geborene Exil-Schweizerin Uta Köbernick zum Beispiel erhielt den Deutschen Kleinkunstpreis 2009. Dass das eine richtige Entscheidung war, zeigt sie am 15. und 16. Januar, wenn sie ihr aktuelles Soloprogramm »Grund für Liebe« spielt: »Politisch, zärtlich, schön«, wie es im Untertitel heißt. Die mehrfach preisgekrönte Diplomschauspielerin verbindet mit Leichtigkeit Komik und Gesang, wobei sie mit weitem Schwung tief unter die Oberfläche taucht. Dabei sorgt sie für mächtigen Wellengang und entfacht einen Sturm, der das Wasserglas bald zum Platzen bringt und einem Pointen-Tsunami gleich Grenzen und Denkbarrieren mit sich reißt.

Gott sei Dank kommt am 29. und 30. Januar mit Simon Eickhoff und Jan Traphan auch das Duo »Simon & Jan« als Vertreter einer neuen Generation von Liedermachern nach Mainz, wo man dann den Titel des neuen Programms singen kann: »Halleluja!« Klangvoll und sprachverliebt (»Mein Leben ist ein Ponyhof, doch leider find‘ ich Ponys doof.«) greifen die beiden Sänger, die sich während des Musikstudiums kennen- und ihre künstlerische Seelenverwandtschaft entdeckt haben, in die Saiten und ziehen damit ganz andere auf: satirisch, entlarvend, kritisch, aber saukomisch und politisch völlig unkorrekt – versprochen!

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1712 Kultur Pigor und Eichhorn

unterhaus: »Volumen 9« und »angestupst«

Männer, die famose Bühnenprogramme sammeln und Frauen, die Lachmuskeln trainieren: das und noch viel mehr gibt es im Forumtheater Mainzer unterhaus im Dezember

Die Deutschen gelten als Volk der Jäger und Sammler. Ob der grandiose Kabarettist Thomas Pigor und der nicht minder talentierte Pianist Benedikt Eichhorn in ihrer Jugend Panini-Bildchen horteten, ist nicht bekannt. Doch schon seit Jahren sammeln sie famose Bühnenprogramme. Mittlerweile sind sie bei »Volumen 9« angekommen –das es vom 7. bis zum 9. Dezember zu sehen gibt: Die Begründer des Salon-HipHops bürsten wieder das klassische Chanson gegen den Strich. Wortgewandt und stilsicher passen die beiden in keine Schublade und dienen jungen Kollegen bereits als musikalische Blaupause. Mit neuen Liedern und den geistvollen »Chansons des Monats« (so der Name einer aktuellen Radiokolumne) machen Pigor & Eichhorn sich ihren Reim auf die Zeichen der Zeit und modulieren ihre Ansichten taktvoll und mit der besonderen Note. Übrigens: Pigor ist einer von hier – ein gebürtiger Alzeyer!

Zwei Männer da, zwei Damen hier – aber ebenso klangvoll: Am 15. und 16. Dezember spielen Hannah Silberbach und Maura Porrmann als Duo »Lieblingsfarbe Schokolade« ihr aktuelles Programm »angestupst«. Versprochen wird »Musik-Kabarett – lieblich, süß und bitterzart«, aber garantiert kalorienfrei. Im Gegenteil: Hier werden die Lachmuskeln trainiert, dass die Pfunde reißausnehmen. Nicht umsonst heißt einer ihrer Songs »Tschüß Winterspeck, hallo Frühlingsrolle« und gemeinsam gehen sie den Weg, »Germanys next Top-Moppel« zu werden. Da heißt es zubeißen und genießen – zarter war keine Versuchung, seit es Schokolade gibt.
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unterhaus Kroehnert

unterhaus: Seitenhiebe und blaue Augen

Ein Meister der Parodie lässt die Political Correctness in der Garderobe und eine
ehemalige »Kanzlerflüsterin« rechnet mit ihrem Dienstherren ab. Beides ist im Forumtheater
Mainzer Unterhaus im November zu erleben.

 

Mit einer multiplen Persönlichkeit lässt man es sich entweder im gepolsterten Inneren eines Sanatoriums gut gehen – oder lebt seine verschiedenen Ichs auf der Kleinkunstbühne aus. Genau das tut Reiner Kröhnert mit seinem neuen Programm »Kröhnert XXL«, das am 2. November im Unterhaus seine Premiere feiert und bis zum 4. zu sehen ist. Der Meister der Parodie hat nicht nur wegen seiner fast zwei Meter Körpergröße eine faszinierende Bühnenpräsenz: Mit den echten und vermeintlichen Größen aus Politik und Showbusiness bevölkert er das Podium und macht aus einem Soloauftritt problemlos eine Revue für großbesetztes Ensemble. Tote Tyrannen treffen lebende Legenden, wobei Kröhnert die Political Correctness in der Garderobe lässt, wenn Hitler und Honecker um die Deutungshoheit der Geschichte streiten. Schlag auf Schlag setzt der Parodist seine Seitenhiebe und schlüpft mit perfekter Diktion und Mimik in jede Rolle – Angies Raute lässt grüßen.

Auch wenn Simone Solga als »Kanzlerflüsterin« verstummt ist, garantiert sie mit ihrem neuen Solo eines: »Das gibt Ärger!«, zu sehen vom 13. bis zum 15. November. Denn der grandiosen Kabarettistin reicht es jetzt: Gnadenlos rechnet sie mit ihrem einstigen Arbeitgeber in der Hauptstadt ab. Und lässt es derart krachen, dass das Kanzleramt schon mal die Türen verbarrikadieren kann. Dass sich dabei mancher ein blaues Auge holen wird, sollte die Zuschauer nicht daran hindern, Lachtränen zu vergießen. Und Solga verspricht auch außerhalb aller Wahlkämpfe: Wer sich nicht amüsiert, bekommt sein Geld zurück. Von Schäuble persönlich.

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1710 unterhaus FITZ_Lisa

unterhaus: Solo, mit Puppe und mit Tiefgang

Was haben Lisa Fitz, Erwin Grosche und Michael Hatzius gemeinsam?
Alle sind Träger des Deutschen Kleinkunstpreises – Grosche gleich zwei Mal!

Und alle treten im Oktober 2017 im Unterhaus auf. Solokabarett zu viert spielt Lisa Fitz (Foto) am 14. und 15. Oktober Mit »Weltmeisterinnen – gewonnen wird im Kopf«. Hier schlüpft die Bayerin elegant in die Rollen von Putzfrau Hilde Eberl, Feministin Inge von Stein, CSU-Abgeordnete Gerda Wimmer und Agentin Olga Geheimnikowa, um dem Zeitgeist auf den Zahn zu fühlen. Das bizzelt – garantiert.

Vom 19. bis zum 21. Oktober gastiert Hatzius – aber nicht allein: Wie gewohnt wird der mehrfach ausgezeichnete Puppenspieler von allerlei Getier begleitet, allen voran natürlich von der Echse. Und das Publikum kann sich auch diesmal darauf verlassen, dass das allwissend-mürrisch-charmante Reptil im aktuellen Programm »Echtasy« wieder seine spitze Zunge einsetzt, um das Zeitgeschehen mit Biss zu kommentieren.

Ganz allein steht Erwin Grosche am 21. Oktober im kleinen Unterhaus auf der Bühne; allerdings nimmt er sein Publikum mit auf die Reise ins schillernde Reich seiner überschäumenden Phantasie, wobei der Name des Programms (»Der Abstandhalter«) nicht ganz ernst zu nehmen ist, geht es dem Paderborner doch um Annäherungen an Menschen, Tiere und Dinge. Als Magier des Minimalen zaubert Grosche mit unglaublich intensiver Mimik und Gestik Bilder, die den Zuschauer unmittelbar in ihren Bann schlagen. Ein Abend mit Erwin Grosche ist nicht nur unterhaltsam: Er überrascht mit Tiefgang – und macht glücklich.

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1709 kultur-unterhaus-bongers

Der Sommer ist vorbei

Im Mainzer Forumtheater Unterhaus stehen die Protagonisten des  Herbstprogramms auf der Bühne:  Eine figurenstarke Show und schwappende Klangwellen, zum Beispiel.

Wer am 5. und 6. September ins unterhaus geht, der sollte auf jeden Fall Zeit mitbringen, denn Andrea Bongers spielt »Bis in die Puppen«. So heißt zumindest ihr aktuelles Programm. Als Musikerin und Puppen­spiele­rin der »Sesamstraße« singt und spielt sie mit aber auch ohne »stoffliche Begleitung« über Be- und Erziehung: Themen der Hambur­gerin sind dabei die Trotzphasen der Rotznasen, die hängenden Hosen von Barmbek, die Re­nitenz des Rentners Heinz, Peters Neue, das bayerische Bauernhof-Boot-Camp, Lehrer mit Burnout, Patchworkväter und Stiefmütter. In einer fi­gurenstarken Show will Andrea Bongers berühren sowie bezaubern. Mit dabei: die härteste Puppe der Welt, der Publikumsliebling »Schaf«, ein lila Loverboy, ein komischer Vogel und die Schlange Sissi Snake.

Wenn sich im Unterhaus das Leergut stapelt, wurde entweder im entrée ausgiebig ge­­zecht, oder das »Glas­­­Blas­­Sing­Quartett« ist zu Gast – wie am 24. September: »Volle Pulle« heißt das Jubiläums­programm nach zwölf Jahren Flaschenmusik, drei Abend-Revuen, einem Weihnachtsprogramm und diversen CDs. Das Beste von gestern und heute also, frisch geöffnet und neu interpretiert – für »Flaschenmusik XXL« haben die vier Musiker klangvoll angestoßen und die Schallwellen schwappen seither über die Kleinkunstbühnen der Republik, wo sie zeigen, was sinnvoller ist als Pfand abzu­greifen. Es sei denn, man kauft sich dafür dann einen Kasten neue »Instrumente«. Zum Wohl!

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