Ein Meister der Parodie lässt die Political Correctness in der Garderobe und eine
ehemalige »Kanzlerflüsterin« rechnet mit ihrem Dienstherren ab. Beides ist im Forumtheater
Mainzer Unterhaus im November zu erleben.

 

Mit einer multiplen Persönlichkeit lässt man es sich entweder im gepolsterten Inneren eines Sanatoriums gut gehen – oder lebt seine verschiedenen Ichs auf der Kleinkunstbühne aus. Genau das tut Reiner Kröhnert mit seinem neuen Programm »Kröhnert XXL«, das am 2. November im Unterhaus seine Premiere feiert und bis zum 4. zu sehen ist. Der Meister der Parodie hat nicht nur wegen seiner fast zwei Meter Körpergröße eine faszinierende Bühnenpräsenz: Mit den echten und vermeintlichen Größen aus Politik und Showbusiness bevölkert er das Podium und macht aus einem Soloauftritt problemlos eine Revue für großbesetztes Ensemble. Tote Tyrannen treffen lebende Legenden, wobei Kröhnert die Political Correctness in der Garderobe lässt, wenn Hitler und Honecker um die Deutungshoheit der Geschichte streiten. Schlag auf Schlag setzt der Parodist seine Seitenhiebe und schlüpft mit perfekter Diktion und Mimik in jede Rolle – Angies Raute lässt grüßen.

Auch wenn Simone Solga als »Kanzlerflüsterin« verstummt ist, garantiert sie mit ihrem neuen Solo eines: »Das gibt Ärger!«, zu sehen vom 13. bis zum 15. November. Denn der grandiosen Kabarettistin reicht es jetzt: Gnadenlos rechnet sie mit ihrem einstigen Arbeitgeber in der Hauptstadt ab. Und lässt es derart krachen, dass das Kanzleramt schon mal die Türen verbarrikadieren kann. Dass sich dabei mancher ein blaues Auge holen wird, sollte die Zuschauer nicht daran hindern, Lachtränen zu vergießen. Und Solga verspricht auch außerhalb aller Wahlkämpfe: Wer sich nicht amüsiert, bekommt sein Geld zurück. Von Schäuble persönlich.

| SoS

Textquellen, Infos und Karten: www.unterhaus-mainz.de
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