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Spielart: Schwerkraft und Balance tanzen

»Im Orbit« und »Fall Seven Times« im Kleinen Haus

Aufgrund der großen Nachfrage wird das mit dem Deutschen Theaterpreise DER FAUST 2017 ausgezeichnete Tanzstück »Fall Seven Times« von Guy Nader und Maria Campos wieder ins Programm aufgenommen. Nun wären 43 Minuten allerdings ein eher kurzes Ereignis. Deshalb soll eine Neukreation diesen Tanzabend abrunden. Aber mit was für einer neuen Arbeit ergänzt man »Fall Seven Times«, dieses spektakuläre und überschwänglich gefeierte Stück über die Schwerkraft? Mit einem über Balance und Gleichgewicht. Die deutsch-zypriotische Choreografin Alexandra Waierstall und fünf Tänzer*innen werden sich in einer Uraufführung dieses Themas annehmen. Waierstall erfreut sich wachsender Aufmerksamkeit und gilt hierzulande mittlerweile als eine echte Hoffnungsträgerin für den Tanz. Von ihrem Wohnsitz Düsseldorf aus ist sie fast immer in Bewegung: Tanzhaus NRW, Bundeskunsthalle Bonn, Sadler’s Wells in London…. Im Staatstheater Mainz entwickelt sie nun ihre erste Kreation an einem Repertoiretheater.

Tatsächlich kontrastiert Waierstalls zarte, einfühlsame Tanzsprache sehr gut mit der athletischen, hochdynamischen Kreation »Fall Seven Times«. Doch während Nader und Campos ihre Begegnung mit der Schwerkraft sehr spielerisch interpretieren, scheinen die Menschen in »Im Orbit« ungeschriebenen Gesetzen zu folgen. Aber nichts ist hier so regelmäßig, wie wir es von unserem Sonnensystem her kennen. Immer wieder finden sich die Tänzer*innen zu flüchtigen Gemeinsamkeiten zusammen, um dann wieder ihren eigenen Umlaufbahnen zu folgen. Sie umkreisen einander wie Motten das Licht – und nur ein komplexes System scheint sie in ihrem Gleichgewicht zu halten. Ein faszinierender Tanz der leisen Töne, der ganz auf die Geschmeidigkeit und Individualität seiner Akteur*innen setzt.

»Im Orbit« /»Fall Seven Times«
von Alexandra Waierstall / Guy Nader & Maria Campos
Premiere am 21. September im Kleinen Haus
Weitere Spieltermine: 24. und 29.9. sowie 7., 12. und 13.10.



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Eulenschänke: Ländlicher Genuss bei Wüstenklima

Ein Besuch der »Eulenschänke« im idyllischen Selztal bei Großwinternheim entspannt selbst an den heißesten Tagen dieses Extremsommers. Die Küche arbeitet unprätentiös hochklassig.

Es ist einer jener – anscheinend niemals enden wollenden – heißen Sommertage des Jahres 2018, als wir auf staubiger Piste die Eulenmühle erreichen. Wir steigen aus in eine Gluthitze, wie sie wohl am Rand einer afrikanischen oder asiatischen Wüste herrschen muss. Vom Parkplatz sind es nur wenige Meter zum Eingang der »Eulenschänke«, deren rustikal gestalteter Gastraum unter den gegebenen klimatischen Bedingungen keineswegs kühler ist als die schattige Terrasse mit Sonnensegeln und gehobener Biergartenbestuhlung. Wir entscheiden uns für die Freiluftvariante. Hier weht bisweilen ein erfrischender Wind, der an diesem Tag von den stei­len Weinbergen kommt, über denen das Anwesen des Weinguts Schloss Westerhaus thront.

Gurken-Kaltschale: kühl, leicht, kräutrig

Die Speisekarte ist übersichtlich und sinnvoll strukturiert. Das deutet auf eine gut geführte Küche hin. Als Amuse gueule wird uns ein Körbchen serviert, das Grau- und Weißbrot sowie ein kleines Glastöpchen mit Kräuterquark enthält. Der Pfiff des Graubrots liegt in seinem leichten Kümmelgeschmack, der Quark ist köstlich würzig. Mister X ist angesichts der Hitze fixiert auf Kühles und Leichtes. Demgemäß wählt er zum Entrée die Gurken-Kaltschale mit Graved Lachs zu 7,50 Euro. »Durch den Dill schmeckt diese Komposition schön kräutrig, der ganz klein geschnittene Lachs und die knackig gerösteten Ciabatta-Croûtons sorgen des Weiteren dafür, dass eine sehr feine Speise entsteht«, lobt mein immerwährender Begleiter.

Ich entscheide mich für die »Stapelei« (11 Euro), die auf der Karte mit der Information »ohne fiese Inhaltsstoffe« und als »hausgemachte Herr Kächele Maul­täschle mit Fleisch« avisiert ist. Die aufeinander getürmten Bestandteile dieser Speise, zu der auch hausgemachter Kartoffelsalat, »Knusperspeck« und Schmorzwiebeln gehören, erfreuen mich aufs Höchste, nicht zuletzt da alles im allerbesten Sinne wie bei Muttern schmeckt.

Nordsee-Matjes: Besser geht’s kaum

Konsequenterweise nimmt X als Hauptgang die Nordsee-Matjes nach Hausfrauen-Art in Sahnesauce mit roten Zwiebeln und kleinen Pellkartoffeln (12,50 Euro). Schon bei den ersten Bissen erkenne ich wohlgefällige Züge auf seinem Gesicht. Wie Mister X mir mitteilt, sagt ihm außer dem Kerngericht, das mit Dill verfeinert ist, auch die hübsche Salatgarnitur zu, auf der eine Haube aus Kapuzinerkresse sitzt. »Summa summarum gesprochen, kann man Matjes kaum besser zubereiten. Der Fisch ist angenehm zart und nicht versalzen«, kommentiert mein Vis-à-vis.

Landschnitzel: saftig mit perfekter Panade

Derweil befasse ich mich mit dem »Landschnitzel Wiener Art« (18 Euro), das mit einem Gewicht von 200 Gramm angegeben ist. Daraus ergeben sich zwei ordentlich große, schön dünn geklopfte, saftige Fleischstücke, die von einer perfekten, leicht buttrigen Panade umgeben sind. Der Kartoffel-Gurken-Salat und die Preiselbeeren bilden einen ausgezeichneten geschmacklichen Rahmen. Freuen darf sich der Gast auch darüber, dass Küchenchef Mariusz Sylburski gerne Fleisch vom Schwäbisch-Hällischen Bio-Landschwein aus regionaler Zucht für seine Gerichte wählt. So wird denn dieser wüstenheiße rheinhessische Sommertag des Abends doch noch zu einem Genuss, der uns rundum zufrieden den Heimweg antreten lässt.

| LOU KULL

ESSEN8,0
TRINKEN8,0
SERVICE8,0
AMBIENTE8,0
PREIS/LEISTUNG8,0
GESAMT40 : 5 = 8,0 KAPPEN

FAZIT

Die »Eulenschänke« spielt den kulinarischen Part in dem ländlichen Ensemble der Eulenmühle. Reiter jeglichen Alters und Seminaristen auf dem Weg zu neuen Lebenserkenntnissen finden hier den für sie passenden Ort genauso wie Liebhaber gehoben-solider Küche. Die Umgebung des historischen Anwesens könnte schöner nicht sein: Im Westen plätschert die Selz vorüber, von ihrem Talgrund aus ziehen sich die steilen Weinberge hinauf bis zum landmarkenartig wirkenden Schloss Westerhaus. Die Küche der »Eulenschänke« erfreut durch intelligente Speisekarten-Gestaltung, gute regionale Zutaten, hand­werkliche Solidität und makellosen Geschmack der Gerichte. Küchenchef Mariusz Sylburski variiert sein Angebot ständig und offeriert auch spontan Gerichte, die nicht auf der Karte stehen. So vermerkte die Schiefertafel an dem Tag, als wir die »Eulenschänke« besuchten, Kumato-Tomaten mit Pecorino-Käse zu 8,50 Euro und Scampi am Spieß mit Wildkräutersalat und Thunfisch-Dressing (10,50 Euro). Darüber hinaus fanden wir eine Weinkarte vor, in der Gewächse von Weingütern verzeichnet sind, die in Ingelheim und nächster Umgebung zu den besten gehören: Dautermann, Schloss Westerhaus, Arndt F. Werner, Hamm, Eichhof, Merl, Singer-Fischer. Wir probierten und empfehlen: Sauvignon blanc trocken 2016 vom Weingut Merl (0,2 für 5,50 Euro, perfekt zur Gurken-Kaltschale) und den 16er Weißen Burgunder trocken von Schloss Westerhaus (5 Euro, ideal zur »Stapelei« und zum Landschnitzel Wiener Art). Der Service zeigte sich angenehm entspannt, freundlich und kompetent. Dass wir bei unserer Bewertung in allen Leistungskategorien eine glatte 8,0 geben, spricht für sich.

Eulenschänke Eulenmühle
55218 Ingelheim-Großwinternheim
Tel. 0 61 30 / 554 93 90
info@eulenschaenke.com
www.eulenschaenke.com
Öffnungszeiten:
Di bis Fr 16-22 Uhr, Sa 14-22 Uhr, So und feiertags 12-22 Uhr, Küche jeweils bis 21 Uhr
Montag Ruhetag, 3. bis 10. September Betriebsferien

 

 




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Spielart: Nur ein versiegelter Umschlag…

Das Theaterexperiment »Nassim« auf U17

»Nassim« ist ein kühnes Theaterexperiment, das die Kraft der Sprache erforscht, um uns in unsicheren Zeiten zu vereinen. Es gibt für diesen Abend keine Vorbereitung und keine Proben. Nur einen versiegelten Umschlag und bei jeder Vorstellung eine*n neue*n Schauspieler*in, die/der das Skript zum ersten Mal liest. Es ist das neueste Werk von Nassim Soleimanpour. Der aus Teheran stammende Theaterautor wurde in Europa 2011 mit seinem weltweit gefeierten Stück »White Rabbit Red Rabbit« bekannt, das in 15 verschiedene Sprachen übersetzt und mehr als 1000 Mal aufgeführt wurde. Es wurde unter anderem von Ken Loach und Whoopi Goldberg gespielt und gewann mehrere Preise.

2013 darf Nassim Soleimanpour zum ersten Mal reisen und 2015 verlässt er den Iran. Zu dem Zeitpunkt beginnt er die Beschäftigung mit »Nassim«, in dem es auch darum geht, Begriffe wie Sprache, Familie und Heimat neu zu definieren, Landesgrenzen und Sprachbarrieren zu überwinden. Aufschlussreich, berührend und verspielt ist dieses Stück, in dem der Dramatiker selbst jeden Abend einem neuen Schauspieler auf der Bühne begegnet. Inzwischen wohnt Soleimanpour in Berlin. Die Uraufführung von »Nassim« fand im Juli 2017 im Bush Theatre London statt, am Mainzer Staatstheater ist die Produktion zum ersten Mal auf Deutsch zu erleben. Da jeden Abend ein anderes Ensemblemitglied zu erleben ist, müsste man eigentlich jeden Abend kommen…

»Nassim« von Nassim Soleimanpour
Autor und Darsteller: Nassim Soleimanpour
Darsteller: Daniel Mutlu (1.9.), Anika Baumann (29.9.), Lorenz Klee (30.9.), Klaus Köhler (25.11.) auf U17
Weitere Informationen: www.staatstheater-mainz.com



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Internationale Tage Ingelheim

Das Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus wird ab 12. August 2018 mit der Ausstellung »Mensch! Skulptur« wiedereröffnet.

Die Renovierung und zeitgenössische Erweiterung des Alten Rathauses am Francois-Lachenal-Platz in Nieder-Ingelheim sind nach zwei Jahren intensiver Bautätigkeit abgeschlossen. Das sanierte, und mit einem Anbau ergänzte und modernisierte, Gebäude wird ab dem 12. August 2018 unter dem neuen Namen »Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus« wiedereröffnet.

Die Ausstellung »Mensch! Skulptur« vereint zwölf unterschiedliche bildhauerische Positionen, in denen jeweils die künstlerische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper im Mittelpunkt steht. Ausgehend von einer realistischen Darstellung werden unterschiedliche Wege aufgezeigt, die die Entwicklung der dreidimensionalen Körperlichkeit hin zur Abstraktion dokumentieren.

Anhand von Motivgruppen wie stehenden, sitzenden oder liegenden menschlichen Körpern und Figuren in tänzerischer Bewegung oder einzelnen Gliedmaßen wie dem Kopf und den Händen wird eine facettenreiche Auswahl gezeigt, die Museen und Privatsammler aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz nach Ingelheim ausleihen. Die Öffnungen der Rundbogenfenster des Alten Rathauses werden einsichtig sein, so dass der Außenraum der rheinhessischen Landschaft, die Architektur des Alten Rathauses und die Wirkung der Skulpturen im wechselnden Licht in besonders intensiver Weise erlebbar werden.

Das einfallende Tageslicht verändert sowohl die Ausstellungsräume als auch die Objekte mit ihren unterschiedlichen Oberflächen. Im Streiflicht – eine ideale Voraussetzung, um Skulpturen zu sehen – wird die dritte Dimension, die Plastizität, und der umgebende Raum zu einer Einheit. Insgesamt werden rund 60 Skulpturen aus Marmor, Bronze oder Terrakotta zu sehen sein.

Die Auswahl der zwölf Künstler – Alexander Archipenko, Max Beckmann, Rudolf Belling, Edgar Degas, Alberto Giacometti, Georg Kolbe, Henri Laurens, Wilhelm Lehmbruck, Aristide Maillol, Henry Moore, Pablo Picasso, Auguste Rodin – führt den Formenreichtum der Skulptur der letzten hundert Jahre vor Augen.

| SoS

Mehr Informationen finden Sie unter www.internationale-tage.de.




spitzfind-muelleimer

Spitzfindig: Voll, voller, am vollsten.

Irgendwann quillt jeder Mülleimer über, egal wie groß er ist.
Der Weg zum nächsten Abfallbehälter ist leider immer so unendlich weit.

Sonntagsmorgens ist es am schlimmsten. Rund um den Hauptbahnhof herum quellen alle Mülleimer über. Das Entree der Stadt wirkt – dreckig. Am Rheinufer Ähnliches. Nicht nur sonntags. Kein schöner Anblick. Auch nicht für die Schiffstouristen. Klar, der Entsorgungsbetrieb könnte häufiger leeren, die Mülleimer könnten noch größer sein – andererseits: Warum soll die Allgemeinheit die Verantwortung und die Kosten übernehmen, wenn Einzelne keine Lust haben, ihren Pizzakarton und den Coffe-To-Go-Becher ein paar Meter weiter zu tragen? Zu einem Mülleimer, der (noch) nicht voll ist?

Seit vielen Jahren setzt die Politik in Mainz auf Einsicht: Niemand will eine vermüllte Umgebung, also sorge bitte jeder und jede Einzelne dafür, dass der Müll in den vorgesehenen Behältern landet. Wir haben in Mainz z.B. ein richtig gutes System für den Sperrmüll. Kostenlos für diejenigen, die es in Anspruch nehmen, zweimal im Jahr. All das wird kommuniziert und erklärt, der Entsorgungsbetrieb verteilt sein Müllmagazin an alle Haushalte, im »ui« gibt es Ausstellungen… dennoch gibt es Leute, die Ihr Gerümpel abstellen, wo es für sie am bequemsten ist.

Jedes Jahr im Frühjahr werden die Mainzer/-innen aufgefordert, den Müll, den andere hinterlassen haben, einzusammeln. Der »Dreck-Weg-Tag« ist eine Sensibilisierungsaktion, auch für junge Menschen. Schon wenige Tage nach der Aktion sind manche Plätze, Grünanlagen, Grünstreifen wieder zugemüllt. Na und? Es gibt Menschen, bei denen wirken keine nette Ansprache und keine überzeugende Erklärung. Die reagieren nur auf Sanktionen. Wenn sie erwischt werden, bei der illegalen Entsorgung ihrer Farbeimer im Restmüll oder am Straßenrand. Die müssen zur Kasse gebeten werden. Zwischen 25,56 und 76,69 Euro sind laut Bußgeldkatalog in Rheinland-Pfalz dafür zu berappen. Hier gilt, wie bei den Verkehrsregeln auch: wenn die Einhaltung der Regeln nicht kontrolliert wird, können die Unbelehrbaren auf Kosten der Allgemeinheit ihr Ego pflegen. Das ist unsozial. Das passt nicht zu unserer Gesellschaft.

Was der Rhein an Müll verkraften muss, bringt zurzeit der Niedrigwasserpegel an den Tag. Am 15. September findet der »Rhinecleanup« statt. Freiwillige sind aufgefordert, Müll am Fluss entlang einzusammeln. 1.000.000 kg Müll transportiert der Rhein jährlich in die Meere. Mit dem Rhinecleanup soll wenigstens ein Teil davon den Fluss und die Uferbereiche in Richtung Beseitigungsanlagen verlassen. In Mainz sind am Rheinuferbereich auf der Höhe der Innenstadt keine Kühlschränke oder Autoreifen zu sehen. Richtung Budenheim oder Richtung Laubenheim sieht das anders aus. Wer mithelfen will, befindet sich in bester Gesellschaft: Politiker/-innen, Vereine, ganze Familien und Einzelpersonen machen mit. Infos unter www.rhinecleanup.org.

| SoS




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Unterwegs mit »EMMA«

Die erste Testrunde hatte EMMA bestanden. Ohne Fahrgäste befuhr der autonom fahrende E-Kleinbus das Mainzer Rheinufer. In der zweiten Testphase waren die Mainzer/-innen als »Mitfahrer« gefragt.

Der Gag mit dem Frauennamen hat was: »Elektromobilität Mainz autonom«, kurz EMMA wird der Elektrokleinbus genannt, der vier Wochen lang autonom am Winterhafen zwischen Ruderverein und Fort Malakoff entlangfuhr.
Wer sich für EMMA interessierte, fand an der Malakoff-Terrasse einen Info-Point, in dem Fragen zum Projekt umfassend beantwortet werden sollten. Und wer die Fahrt im selbstfahrenden Elektrokleinbus erleben wollte, konne dies bis Ende August ausprobieren. Die Mitfahrt war kostenfrei, eine Voranmeldung nicht erforderlich. Wie viele Mainzer/-innen das Angebot genutzt hatten, war bis Redaktionsschluss noch nicht abschließend ermittelt.

EMMA soll der Mainzer Mobilität Erkenntnisse vermitteln, wie und wo autonom fahrende elektrische Kleinbusse zur flexiblen Versorgung von Randgebieten eingesetzt werden können. Das wissenschaftlich begleitete Projekt soll zum Beispiel herauszufinden, wie Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer reagieren, welche Eindrücke und Gefühle Passagiere beim Mitfahren haben und welche Aufgaben in technischer und betrieblicher Hinsicht auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nahverkehrs zukommen.

Das Projekt ist Teil der Umsetzung der Vision »Mainzer Mobilität 2030« und aufgrund der Unterstützung und Beteiligung der MVG-Muttergesellschaft Mainzer Stadtwerke AG sowie der Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz Realität geworden. Betrieben wird der autonom fahrende Kleinbus mit Ökostrom der Mainzer Stadtwerke. Die Mainzer Mobilität testet als erstes kommunales Verkehrsunternehmen einen autonom fahrenden Kleinbus.
Die Mainzer Mobilität hat sich bei der Erprobung des selbstfahrenden Kleinbusses die R+V Versicherung und das Team der R+V-Innovationsabteilung MO14 an Bord geholt. Der Autoversicherer sammelt seit rund zwei Jahren mit eigenen autonomen Kleinbussen Erfahrungen für die Kfz-Versicherungskonzepte der Zukunft.

| SoS

Mehr Infos unter www.mainzer-mobilitaet.de/emma

 




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Das große MediaMarkt-Quiz

Finden Sie die richtigen Antworten (die eine und andere entdecken Sie beim aufmerksamen Durchstöbern unserer Website!) und Sie können je einen Media Markt-Gutschein in Höhe von 100, 50 und 30 Euro gewinnen.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben beim MediaMarkt-Quiz in der August-Ausgabe des MAINZERs gewonnen und er­hal­ten Media Markt-Gutschei­ne:

Stefanie Salomon (100 €),
Peter Kohls (50 €)
Andrea Rademacher (30 €)


Media Markt logo_web

1. Wie wird das Display von Smartphones wirksam geschützt?
a) In die Hosentasche stecken.
b) In der Hand tragen.
c) Einen Displayschutz von z.B. Belkin aufbringen lassen.

2. Wer bringt den Displayschutz an?
a) Ein Mitarbeiter vom Media Markt.
b) Das muss eingeschickt werden.
c) Leider geht das nicht.

3. Was bietet u.a. der Displayschutz?
a) Mehr Festigkeit nach Kratzerschäden
b) Nichts, das ist nur Geldmacherei.
c) Es sieht schöner aus.

4. Der frisch renovierte Lennebergturm gehört zu:
a) Finthen
b) Gonsenheim
c) Budenheim

5. Mit dem Kopf in der Hand zeigt sich im Dom…
a) der Heilige Martin
b) der heilige Alban
c) der heilige Sebastian

6. Besonders intensiv wütete die Pest in Mainz im Jahr…
a) 1592
b) 1666
c) 1689

Auflösung der Fragen aus der August-Ausgabe:
1b, 2b, 3c, 4c, 5a

 

Bitte senden Sie Ihre Antworten per Post an:
DER MAINZER, 117er Ehrenhof 5, 55118 Mainz
oder per E-Mail an: briefkasten@dermainzer.net
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Betreff: Media Markt-Quiz
Einsendeschluss: 17.09.2018




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Berufliche Weiterbildung mit Abschluss und Zertifikat

Die Volkshochschule Mainz ist Bildungspartner für Beschäftigte und Unternehmen.

Berufliche Weiterbildung schafft Perspektiven für gute Arbeit, höhere Einkommen und beruflichen Aufstieg. In vielen Fällen ist es dabei bedeutsam, dass Lehrgänge mit einem anerkannten Abschluss oder Zertifikat enden. So können erbrachte Leistungen sowie Fach- und Qualitätsstandards der Weiterbildung belegt werden. Die Volkshochschule Mainz arbeitet daher bereits seit fünf Jahren mit der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen (IHK) zusammen und führt in der Mainzer Innenstadt Lehrgänge und Praxistrainings durch. Teilnehmende, welche die geforderten Leistungen erbringen, erhalten zum Abschluss das IHK-Zertifikat.

Christian Rausch, Direktor der vhs, freut sich über den Erfolg der IHK-Zertifikatslehrgänge: »Auch im neuen vhs-Jahresprogramm, das im Juni erschienen ist, haben wir wieder neue Themen aufgenommen. Dazu gehört der Lehrgang ‚Personalentwicklung (IHK)‘, der in rund drei Monaten berufsbegleitend und sehr praxisorientiert vermittelt, worauf es bei moderner Personalarbeit in Unternehmen ankommt. Wir freuen uns, dass wir dafür kompetente Praktiker aus der Wirtschaft als Dozentinnen und Dozenten gewinnen konnten!«. Die nächsten Lehrgänge mit IHK-Zertifikat nach der Sommerpause decken die Themen Finanzbuchführung, Marketing-Management, Büromanagement, Projektmanagement nach ISO 21500 und Social Media Management ab.

Wem ein Zertifikat noch nicht genug ist, der kann anerkannte Aus- und Fortbildungsabschlüsse anstreben. Auch hierfür bietet die vhs Mainz Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Prüfungen vor der IHK oder anderen Stellen an: »Wir starten bereits am 10. September mit dem neuen Kurs zur Ausbildung als Hauswirtschafter/-in für praxiserfahrene Personen in diesem Bereich. Darüber hinaus stehen Lehrgänge zur Ausbildereignung (AEVO), zur Externenprüfung Kaufleute für Büromanagement sowie zu den Fortbildungsprüfungen Bilanzbuchhalter/-in und Personalfachkaufleute (IHK) auf dem Programm«, sagt Daniel Hard, Berufspädagoge und Abteilungsleiter an der vhs.

Als Ansprechpartner berät Hr. Hard Einzelpersonen und Unternehmen zu diesem Angeboten. Er ist unter 06131 2625-115 und beruf@vhs-mainz.de erreichbar.




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Immer wieder: Mainz außer Kontrolle?

Die Rückmeldungen von den Lesenden lauten ausnahmslos: »Bleiben Sie bitte dran an dem Thema Straßenverkehr+Sicherheit+Kontrolle«. Was meinen die Stadtratsfraktionen dazu?

Im MAINZER-Interview in der August-Ausgabe sagte Heiko Arnd, Leiter der Polizeiinspektion Mainz 1, Bußgelder und Kontrolldruck, also die Wahrscheinlichkeit bei einem Vergehen erwischt zu werden und bezahlen zu müssen, würden dazu beitragen, die Straßenverkehrsordnung zu beachten. Die Chance, dass Straßenverkehrsteilnehmer/-innen auf Verkehrsschilder achten und sie befolgen ist also größer, wenn sie häufiger dazu »aufgefordert« werden: durch Kontrollen, durch Bußgelder.

Heiko Arnd sagte aber auch, die Polizei habe viele andere Aufgaben und müsse bei Kontrollen des fließenden Verkehrs immer Schwerpunkte setzen. Den gesamten Verkehr rund um die Uhr zu kontrollieren sei schlicht unmöglich, man konzentriere sich auf die Kontrolle der bekannten Unfallschwerpunkte. Gleichzeitig leiste die Polizei durch Information und Aufklärung Präventionsarbeit, um Gefährdungen und Unfälle zu vermeiden.

Im Grunde bedeuten die Aussagen eine Quadratur des Kreises: Kontrollen und Bußgelder machen Sinn, um die Uneinsichtigen davon abzuhalten, auf Kosten anderer zu tun und zu lassen, was sie wollen, dabei sich und andere zu gefährden. Aber es gibt zu wenig ausgebildete Kräfte, die solche Kontrollen durchführen. Und weiter? Alle, die wollen, befahren verkehrswidrig die »Lu« und die Bushaltestelle Höfchen? Muss die Gesellschaft das so akzeptieren?

DER MAINZER fragte die Vertreter/-innen der Stadtratsfraktionen: »Welche Maßnahmen kann Ihre Fraktion im Mainzer Stadtrat ergreifen, um die Sicherheit der Passanten auf der »Lu« und die Sicherheit von Fahrgästen der Mainzer Mobilität sowie Passanten im Bereich der Bushaltestelle Höfchen zu gewährleisten?« Einig sind sich CDU, SPD, Bündnis 90/Grünen, FDP und ÖDP, dass die Rathausfraktionen keinen, bzw. nur geringen Einfluss haben, da die Kontrolle Aufgabe der Polizei sei. Allenfalls durch Anfragen bei der Verwaltung könne die Politik »Einfluss« nehmen. Thomas Gerster, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, ergänzt, die CDU würde es begrüßen, wenn in diesem Bereich verstärkt kontrolliert würde. Das gelte auch für Radfahrer, denen es ebenfalls nicht gestattet ist, die Bushaltestelle Höfchen auf der Straße zu durchqueren. Die SPD-Fraktion meint, »wir wirken gerne noch einmal in den entsprechenden Gremien darauf hin, dass an solchen Punkten Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden.« Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geht davon aus, »wenn sich ein vermehrtes Befahren der Fußgängerzone ergibt, wird sicherlich auch absehbar wieder verstärkt kontrolliert.« Walter Koppius schreibt, die FDP nehme die Anfrage zum Anlass, die Verwaltung zu bitten, mit der Polizei im Herbst eine konzertierte Aktion gegen das Durchfahren durchzuführen. Die ÖDP sieht Oberbürgermeister Michael Ebling politisch in der Pflicht, diesbezüglich bei der Polizei vorstellig zu werden. Man werde ihn jedenfalls dazu drängen, schreibt Wilhelm Schild.

| SoS

 

Fördern Bußgelder die Einsicht?




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»Je mehr Lärm desto stärker ist die Schädigung«

Warum nächtlicher Fluglärm Gefäße und Gehrin schädigt – Mainzer Wissenschaftler entschlüsseln genetische Ursachen – Längeres Nachtflugverbot zum Schutz der Gesundheit notwendig

Sie haben die Wirkung von nächtlichem Fluglärm mit Hilfe eines Tiermodells erforscht, sie haben Mäuse mit Fluglärm beschallt. Welche neuen Erkenntnisse haben Sie dadurch gewonnen?
Prof. Münzel: Unser Ziel jetzt war es festzustellen, ob Fluglärm generell gefäßschädigend ist oder ob Unterschiede zwischen Fluglärm am Tag oder in der Nacht bestehen. Wir haben daher die Tiere entweder in ihrer Wachphase oder in der Schlafphase beschallt. Die überraschende Feststellung war, dass nur die Tiere, die während ihrer Schlafphase beschallt werden, Gefäßschäden und vor allem negative Veränderungen im Gehirn erleiden. Bei diesen wurden mehr Stresshormone freigesetzt, haben sich die Gefäße stärker verengt und wurden vermehrt Entzündungsstoffe produziert. Genau diese Prozesse sind es ja, die zu Arteriosklerose, also Gefäßverkalkung führen, die wir in dieser Form auch von klassischen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, hohem Cholesterin und Rauchen kennen. Fazit: vor allem der Nachtfluglärm ist schädlich.

Bei Mäusen schädigt also der Lärm während der Schlafphase. Menschen sind keine Mäuse, Menschen ärgern sich auch tagsüber über Lärm. Welche Rolle spielt das?
Prof. Münzel: Ärger spielt nicht die entscheidende sondern eher eine verstärkende Rolle. Je mehr ich mich über Lärm ärgere, desto mehr steigt der Blutdruck, desto häufiger tritt z.B. Vorhofflimmern auf, wie wir im Rahmen der Gutenberg Gesundheitsstudie zeigen konnten. Entscheidend war auch hier, dass sich die Teilnehmer der Gutenberg Gesundheitsstudie am meisten über Fluglärm, gefolgt von Straßen- und dann Schienenlärm geärgert haben. Besonders ausgeprägt ist das bei nächtlichem Fluglärm. Das Auftreten von Vorhofflimmern ist hier eindeutig dosisabhängig: Je mehr Lärm desto häufiger ist die Herzrhythmusstörung. Wir haben ebenfalls festgestellt, dass je mehr man sich durch Fluglärm belästigt fühlt umso mehr mit Depressionen und Angststörungen zu rechnen ist. Wichtig in diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass Lärm auch zu mehr Schlaganfällen führt und dies möglicherweise mit dem häufigerem Vorhofflimmern zu erklären ist.

Sie haben bei ihren letzten Untersuchungen ja ein Gen identifiziert, das für Fluglärm bedingte Schäden in Gefäßen und Gehirn verantwortlich ist. Um welches Gen handelt es sich hier?
Prof. Münzel: Die durch Fluglärm ausgelösten Schädigungen in Gefäßen und Gehirn werden durch ein Enzym verursacht, das in Entzündungszellen vorhanden ist, kurz NOX2 genannt. Wenn wir das Gen ausschalten und damit auch das Enzym nicht mehr gebildet wird, sehen wir keine Gefäß- und auch keine Gehirnschäden mehr. Das ist schon faszinierend. Auf der anderen Seite brauchen wir das Enzym, um Bakterien abwehren zu können.

Sie haben auch erstmals Gehirnschäden als Folge von Fluglärm festgestellt.
Prof. Münzel: Das ist richtig. Wir konnten nachweisen, dass Enzyme, die für das Lernen und Gedächtnisleistungen wichtig sind, durch Lärm deutlich heruntergeregelt werden. Das könnte z.B. eine Erklärung dafür sein, warum Kinder, die Fluglärm ausgesetzt sind, Probleme im Bereich Gedächtnis und Lernen bekommen, wie es ja auch bei der NORAH Studie nachgewiesen wurde. Wir wissen nicht – wenn der Lärm weiter besteht – was das für die Kinder langfristig bedeutet. Erholt man sich da wieder, z.B. wenn man einen Ortswechsel vornimmt? Nimmt diese Entwicklung bei weiterer Lärmexposition noch deutlich zu?

Die Universitätsmedizin Mainz hat sich in kurzer Zeit einen Namen in der Lärmforschung gemacht, warum wird im Bereich Umweltschäden intensiver geforscht als in anderen Universitäten?
Prof. Münzel: Ein Punkt ist hier sicher, dass unsere Patienten besonders betroffen sind. Wir sind die einzige Universitätsklinik in Rheinland-Pfalz und liegen nach Öffnung der neuen Landebahn direkt in der Einflugschneise. Wir haben bei Ostwind monatlich bis zu 5000 Überflüge. Start morgens 5 Uhr bis 23 Uhr in der Nacht. Das ist absolut untragbar und gefährdet unsere Patienten. Die von der WHO festgelegten Grenzwerte für Lärmbelastung zwischen 22 bis 6 Uhr werden dabei bis um das Zwanzigfache (!) überschritten.

Was ist zusammengefasst das Neue an ihren Studienergebnissen?
Prof. Münzel: Dass Lärm und Fluglärm ungesund sind, ist schon sehr lange bekannt. Nicht bekannt war, auf welche Weise die Gesundheit geschädigt wird. Das eigentlich Neue an unseren Ergebnissen ist ja zum einen der Nachweis, dass Gefäße und Gehirn spezifisch durch nächtlichen Lärm geschädigt werden. Zum zweiten konnten wir zeigen, welche Mechanismen im Einzelnen dafür verantwortlich sind. Wir müssen uns aber auch weiterhin darum kümmern, die Menschen vor dem Fluglärm zu schützen. Wir brauchen natürlich ein Einfrieren der Zahl der Flugbewegungen und vor allem mehr und längere Ruhe in der Nacht. D.h. das aktuell definierte Nachtflugverbot von 23-6 Uhr muss zu 100% eingehalten werden und noch besser auf den gesetzlich definierten Nachtzeitraum von 22-6 Uhr morgens erweitert werden.

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wirtschaft-leap

Keine Bewegung in Sicht

Das LEAP-G sollte der privaten Initiative in den Einkaufsquartieren der rheinland-pfälzischen Städte einen Schub verpassen. Das funktioniert nicht. Der Wirtschaftsminister will nicht, die Koalitionsfraktionen können nicht und der Verein Mainzer Mitte am Neubrunnen mag nicht mehr.

Wirtschafsminister Volker Wissing habe das Gesetz »abmoderiert«, heißt, er werde nichts unternehmen, um die erforderliche Gesetzesänderung in Angriff zu nehmen, so die Einschätzung von rheinland-pfälzischen Einzelhändlern. Deren ehrenamtliches Engagement in ihrem Quartier sollte mit dem »Landesgesetz über lokale Entwicklungs- und Aufwertungsprojekte« (LEAP-G) auf eine rechtlich und finanziell verbindliche Grundlage gestellt werden. 2015 verabschiedete die damalige rot-grüne Mehrheit im rheinland-pfälzischen Landtag diese Variante der BID (Business Improvement Districts) mit dem Ziel, durch private Initiative die Attraktivität eines Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gewerbezentrums für Bewohner und Kunden zu steigern und die Rahmenbedingungen für die dort niedergelassenen Betriebe zu verbessern. Dazu ist es erforderlich, dass alle Eigentümer Abgaben entrichten, um sie für vorab definierte Aufwertungsmaßnahmen zu verwenden.

Die Abgabenpflicht der Immobilienbesitzer sei dem FDP-Minister ein Dorn im Auge, wissen alle, die seit dessen Amtsantritt bei ihm vorstellig geworden sind, um endlich die Anwendung des Gesetzes zu erreichen: Einzelhandelsverbände, Industrie- und Handelskammern, Wirtschaftsdezernenten, Oberbürgermeister aus Mayen, Koblenz, Diez und Mainz – alle sind abgeblitzt. Was der Minister nicht in Angriff nimmt, wollten die Koalitions-Fraktionen von SPD, Grünen und FDP im RLP-Landtag erreichen. Seit 2017 sprechen sie miteinander. So auch nach dem Ende der 2018er-Sommerpause. Ob und wann die Gespräche zu einem Ergebnis führen kann im August 2018 keiner der Fraktionsgeschäftsführer sagen.

Für die ersten und einzigen LEAP-Initiatoren in Mainz, den Verein Mainzer Mitte am Neubrunnen, dürften die Ergebnisse keine Rolle mehr spielen. Bereits im November stehe die Auflösung des Vereins auf dessen Tagesordnung – diese Behauptung wird zwar von den Vereinsvorsitzenden Christian Ahrens und Sandra Klima nicht bestätigt. Aber angesichts der Tatsache, dass der FDP-Minister keine Bewegung erkennen lässt, erscheint das »Gerücht« plausibel.

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Mehr zu diesem Thema können Sie unter www.dermainzer.net/2018/04/wer-hilft-dem-leap-auf-die-spruenge nachlesen.



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Gesangsharmonie & beeindruckende Tänze

Am 27. September kommt eine der erfolgreichsten A Capella Formationen Südafrikas in den Frankfurter Hof in Mainz: Ladysmith Black Mambazo.

Für Nelson Mandela waren Ladysmith Black Mambazo eine kulturelle Institution. Er lud sie zur Verleihung des Friedensnobelpreises nach Oslo ein und zu seiner Vereidigung als Präsident Südafrikas im Jahre 1994. Ende der 90er Jahre startete Ladysmith Black Mambazo ihre weltweite Erfolgsserie, in den 2000ern feierte die Band Erfolge mit »Long Walk to Freedom, den Alben »Llembe« und »Singing For Peace Around The World«, und »Walking In The Footsteps Of Our Fathers«.

Über 30 Mitglieder hat der Chor seit seiner Entstehung gehabt. Im Laufe der Jahre haben die ursprünglichen Mitglieder eine jüngere Generation in ihrer Mitte willkommen geheißen und die Tradition des Geschichtenerzählens an sie weitergegeben. Zum Line up 2018 gehören auch zwei Söhne von Joseph Shabalala. Durch die jüngeren Mitglieder haben Ladysmith Black Mambazo immer wieder neue Energie und Ideen bekommen. Nach wie vor reisen sie um die Welt und transportieren ihre Botschaft von Frieden, Liebe und Harmonie durch mitreißenden Gesang und Tanz.

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Textquellen, Infos und Karten: www.frankfurter-hof-mainz.de



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Marktfrühstück: Chance oder existenzbedrohend?

Um das Mainzer Marktfrühstück gab es im Mainzer Frühsommer 2018 viel Gerede. Die Marktbeschicker und manche Einzelhändler beklagten Umsatzeinbußen, das Sicherheitskonzept und die Anzahl der Toiletten wurden als unzureichend benannt. DER MAINZER schaute sich nach den Sommerferien um und fragte nach.

Der Weinstand vor dem Römischen Kaiser, Sitzgelegenheiten in der Apsis der Liebfrauenkirche: mit dieser Neuerung startete das Mainzer Marktfrühstück (MMF) am 24.März in die 2018er- Saison. Neu war außerdem, dass zeitgleich der Weinstand am Fischtor (der mittlerweile am Rheinufer vor dem Rathaus platziert ist) geöffnet war und erstmals kam eine professionelle Sicherheitsfirma zum Einsatz. Nicht ganz neu, in diesem Ausmaß aber doch überraschend, war der Ansturm der Menschen am Eröffnungs- und den darauf folgenden Wochenenden. »Immer zu Beginn der Saison ist das MMF besonders stark frequentiert«, weiß Christopher Sitte. Der Wirtschafts- und Ordnungsdezernent beobachtet, so sagt er, das Geschehen regelmäßig und zu unterschiedlichen Uhrzeiten Vorort. Außerdem seien an diesen Samstagen immer Mitarbeiter/-innen des Ordnungs- und Vollzugsdienstes unterwegs, um auf Beschwerden direkt reagieren zu können.

An den Frühlings-Wochenenden 2018 wurden bis zu 8.000 Besuchern gezählt – allerdings, stellt Sitte klar, sei das der Durchlauf eines gesamten MMF-Tages. Das heißt 8.000 Menschen durchliefen diesen Bereich. Ob die dort alle Wein trinken, oder auf dem Wochenmarkt einkaufen oder von A nach B laufen, darüber sagten diese Zahlen nichts aus.

Sicherheitsdienst im Einsatz

Der Wirtschaftsdezernent ist der Ansicht, dank der Verlagerung des Weinstands vor den Römischen Kaiser (was im Zuge der ursprünglich geplanten Bauarbeiten für den »Bibelturm« notwendig geworden war Anm.d.Red.) sei die Engstelle auf der Höhe der Apsis entzerrt, die Entfluchtung gelungen, die »Leichtigkeit des Verkehrs« gewährleistet, was bedeutet, Rettungsfahrzeuge könnten schnell durch eine Rettungsgasse geleitet werden. Dies ist vor allem Aufgabe des Sicherheitsdienstes, der, laut Sitte mit bis zu 13 geschulten Mitarbeitern im Einsatz sei, gesteuert von der Einsatzzentrale, nahe dem Eingang zum Gutenbergmuseum platziert. Die Männer sorgen auch für die Abfahrt der Marktbeschicker, gewährleisten Anwohnern die Zufahrt zur Rote Kopf-Gasse und sprechen schon mal weinselige Besucher auf ihr Verhalten hin an (hat die Autorin beobachtet). Die Sicherheitsfirma agiert im Auftrag der Mainzer Winzer und wird von diesen bezahlt.

Heftige Kritik äußerten im Frühsommer einige Marktbeschicker: Zu viele Betrunkene, die die normale Wochenmarktkundschaft vertrieben, entsprechende Umsatzeinbußen, Geschiebe, Gedränge – manche Marktbeschicker sahen ihre Existenz gefährdet und verlangten dringend Abhilfe.

Auf Wunsch der Marktbeschicker habe man die Situation gemeinsam erörtert, so Sitte. Eine Minderheit der Marktbeschicker habe sich dabei über die negativen Auswirkungen des MMF beschwert. Der größere Teil der Beschicker begrüße die höhere Kundenfrequenz und stelle sich auf das Einkaufsverhalten am Samstag ein.

Bereits zuvor war klar, die Metzgerstände machen ihren Umsatz samstags eher mit heißer Fleischwurst statt mit Kotelett zum Selberbraten, die Backwarenstände verkaufen eher handliche Brötchen statt großer Brotlaibe. Allmählich, so fasst es Sitte zusammen, erkennen auch Anbieter anderer Waren, dass sie mit und durch die MMF-Gäste Umsatz machen können. Käsewürfel und Obstsalate finden genauso ihre Abnehmer, wie Oliven-und Schafkäsemischungen.

So sieht Sitte das Miteinander von Wochenmarkt und Marktfrühstück auf einem guten Weg und wird nicht müde zu betonen, dass sich Mainz glücklich schätzen könne, ein solch erfolgreiches Veranstaltungsformat nicht erst erfinden zu müssen, sondern auf diese Weise Massen, zum großen Teil jüngerer Menschen, in die Stadt zu locken.

Das Miteinander ist gut

Bleibt die Toilettenfrage. Dazu teilt die Verwaltung mit, in der Gaststätte »Moguntia Vinothek« (Fischtor 3) stünden Toiletten für das MMF-Personal zur Verfügung. Die MMF-Besucher könnten die (kostenpflichtigen)Toiletten im Dom-Museum sowie die (kostenlosen) öffentlichen Toiletten Heugasse und Höfchen nutzen. Grundsätzlich werde die Anzahl von Toiletten, die bei Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden müssen, im Einzelfall je nach Veranstaltungsart und zu erwartenden Besucherzahlen etc. entschieden.

Auf MAINZER-Nachfrage erklärt Catrin Tronser, Geschäftsführerin des Vereins Mainzer Winzer, i.d.R. seien um die acht Mitarbeiter der Sicherheitsfirma unterwegs plus diejenigen, die in der Leitzentrale das Geschehen beobachten und im Ernstfall schnell Kontakt zu Polizei und Rettungsorganisationen herstellen könnten. Außerdem blockiert ein Fahrzeug als »mobile Sperre« die Zufahrt von der Heugasse aus. Jeder Winzer trage die Kosten für die Sicherheitsfirma, die an dem Tag seines Ausschanks anfallen. In den Ferienmonaten z.B. waren, ob des geringeren Andrangs, weniger Sicherheitskräfte Vorort, die Kosten entsprechend niedriger. Konkrete Zahlen nennt Tronser nicht. Das Miteinander »Winzer+Marktbeschicker« bezeichnet sie als gut. Den Winzern gehe es nicht um die Etablierung eines weiteren Weinstands, sie wollten eindeutig ein »Marktfrühstück«, das nur in unmittelbarer Nähe zum Wochenmarkt, zu Bäckern, Metzgern, Obst- und Gemüsehändler funktionieren könne.

Hässliche Situationen

Marion Hensel-Jung im Möbelhandel jung. in der Fischtorstraße bezeichnet die Situation mittlerweile als entspannt. An den Frühjahrs-Samstagen sei das nicht der Fall gewesen, zu viele Menschen drängten sich im Sondernutzungsbereich des Marktfrühstücks, hässliche Situationen mit Betrunkenen blieben nicht aus. »Wir hatten uns insofern darauf eingestellt, dass wir z.B. ab 12 Uhr unsere Hängematte draußen entfernten«, so Hensel-Jung. Eine Umsatzanalyse habe ergeben, dass der Samstag nicht mehr der umsatzstärkste Tag sei. Allerdings könnten sie nicht von Umsatzeinbußen sprechen, es habe eine Verlagerung stattgefunden.

Das Zusammenspiel von Markt, Marktfrühstück und Einzelhändlern wäre sicher kein Problem, würden alle Gäste des Marktfrühstücks auch die Belange der Marktbeschicker und Einzelhändler berücksichtigen, so Hensel-Jung.

Rechtsanwalt Hans-Joachim Hasemann-Trutzel hat vom Mainzer Markt Verein e.V. den Auftrag, die Marktbeschicker zu beraten und zu unterstützen, um das Mit- und Nebeneinander von MMF und Wochenmarkt zu gewährleisten. Sein Schwerpunkt ist, die Interessen der Marktbeschicker, festgelegt in der Marktsatzung, zu sichern. Dass die Beschicker unterschiedlich mit dem samstäglichen Andrang umgehen, ist ihm vertraut.

Klar ist aus seiner Sicht, dass die Marktverwaltung und damit letztendlich der verantwortliche Dezernent Sitte gewährleisten müssten, dass die Wochenmarktbeschicker den in der Marktsatzung enthaltenen Auftrag, die Mainzer/-innen mit frischen Nahrungsmitteln zu versorgen, erfüllen können. Samstags, bei entsprechendem Besucherandrang des MMF, sei das objektiv nicht mehr möglich, der Wegebereich im und zum Wochenmarkt vielfach überlastet.

Zwar sei bekannt, dass der Andrang auf dem MMF an den ersten Frühlings-Samstagen immer besonders groß ist, »aber es ist ein erheblicher Unterschied, ob 4.000 Besucher unterwegs sind oder 8.000 – und dann die Marktbeschicker damit zu vertrösten, dass der Andrang im Frühsommer zurückgehe, sie ihren Geschäften wieder nachgehen können, das widerspricht klar der Marktsatzung.«

Marktsatzung ernst nehmen

Zurzeit (im August 2018, Anm.d.Red.) ruhten die Gespräche zwischen Beschickern und Verwaltung / Wirtschaftsdezernat. Es sei allerdings nicht Aufgabe der Beschicker, Lösungen zu entwickeln, sagt der Rechtsanwalt. Die Stadt Mainz formuliere in der Marktsatzung, dass der attraktive Hauptmarkt für Tradition und Stadtkultur stehe, sich als Ort des Handels verstehe. »Wenn die Marktsatzung ernst genommen werden soll, dann muss der Satzungsgeber auch dafür Sorge tragen, dass die von ihm geschaffene Einrichtung ‚Markt‘ funktionsfähig erhalten bleibt.« Als Aufgabe der Marktverwaltung nennt Hasemann-Trutzel, den ordnungsgemäßen Ablauf des Wochenmarktes auch am Samstag mit MMF sicherzustellen. Dazu reiche es nicht, im Notfall mittels Security-Personal Fluchtwege für Rettungswagen frei zu machen und die Abfahrt der Marktbeschicker zu garantieren. Wenn die Situation es erfordere, wenn neuerlich mehrere Tausend MMF-Besucher unterwegs seien, müsse sofort reagiert werden können. »Dann muss eben Personal des Ordnungs- und Vollzugsdienstes dauerhaft präsent sein und für den reibungslosen Ablauf des Wochenmarkts, gegebenenfalls auch hinter den Ständen sorgen – und zwar direkt. Nicht erst am Samstag danach.«

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Fotowettbewerb Standard nirzar-pangarkar-798

Auslösen, Knipsen & Gewinnen

Sie haben Freude am Fotografieren? DER MAINZER bietet Ihnen eine Plattform, gute Fotos zu veröffentlichen. Jeden Monat zu einem anderen Thema.

Unser August-Thema, Fotos von Fußball-Amateuren waren gefragt, stieß leider auf wenig Resonanz. Vielleicht hielten zu wenige auf der MAINZER-Webseite Ausschau nach dem Fotowettbewerb? »Sechs Beine und ein Ball« betitelt Karin Braun ihr Foto. Die Jury urteilt: Platz 1. Lena Boller verewigte auf ihrem Foto ein Spiel von Basara II gegen Schwabsburg II.: Platz 2. entscheidet die Jury und setzt »Sally am Ball« von Stefan Seemann auf Platz 3.

Herzlichen Glückwunsch. Sie können sich auf SATURN-Coupons im Wert von 100, 50 und 30 Euro freuen.

 


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Platz 1: Karin Braun

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Platz 2: Lena Boller


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Platz 3: Stefan Seemann


Klicken Sie auf die Bilder, um diese in voller Größe zu betrachten.

Fotowettbewerb Oktober 2018

Es gibt in Mainz einige »Wochenmärkte«. Der Hauptmarkt auf den Domplätzen und diverse Nebenmärkte in den Stadtteilen. Ein jeder ist auf seine Art attraktiv und alle erfreuen sich unter den Mainzer/-innen großer Beliebtheit. Welches ist ihr Mainzer-Lieblings-Wochenmarkt?

Schicken Sie Ihre Fotos, versehen mit Angaben wann und wo sie aufgenommen sind an: foto@dermainzer.net. Bitte beachten Sie die Persönlichkeitsrechte fremder Menschen bei Ihren Aufnahmen!

Monat: September
Motiv: Ihr Lieblings-Wochenmarkt in Mainz
Einsendeschluss: 17. September 2018

Wichtig: Nur Fotos mit mindestens zwei Millionen Pixeln kommen in die engere Auswahl! Vergessen Sie Name, Adresse und Telefonnummer nicht, damit vielleicht Sie der nächste Gewinner eines Gutscheins von Saturn sein können (der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen). Die Gewinner-Fotos werden in der nächsten Ausgabe des MAINZERs veröffentlicht. Mit Ihrer Teilnahme willigen Sie ein, dass DER MAINZER Ihren Namen auf seiner Online-Plattform sowie in den sozialen Medien veröffentlichen kann.

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Ein Festival für Kinder

Das Mainzer Kindertheaterfestival präsentiert vom 8. bis 30.09. Theaterstücke in sechs Spielstätten.

Bekannte Figuren, wie »Rotkäppchen«, »Peter und der Wolf« und »Aladin und die Wunderlampe« sind dabei, »Die wilde Käthe« ist kennen zu lernen und »In 80 Tage um die Welt« zu reisen, die »Kleine Hexe Siebenreich« zu entdecken. Die Eintrittskarten gibt es bei den jeweiligen Veranstaltungsorten: Mainzer Kammerspiele, Frankfurter Hof, Forum Theater unterhaus, Staatstheater Mainz, Haus der Jugend, Kinder und Jugendzentrum Reduit.

Das »Krümel Theater« zeigt in den Kammerspielen z.B. »Krümel und die Farben«. Buntina, die Malerin, zeigt ihm, was ihre Farbtöpfe alles hergeben und wie viel Spaß Farben machen können. Dabei erklärt sie, was Farben sind und woher sie kommen (für kleine Theatergänger, die schon ans Zuhören gewöhnt sind).

Im M8/Haus der Jugend gastieren das »Theater Zuckerbrot und Pfeffer mit »Wüstenigel« – eine wunderbare Erkundung zweier Wüstenigel, die einen Regenschirm finden. Für KiTas/Kindergärten empfohlen!

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Textquellen, Infos und Karten: www.jugend-in-mainz.de/kindertheaterfestival.html



Mogunzius-Symbol

Mogunzius: Hättest du geschwiegen…

Ich glaube, wenn die Mainzer gefragt werden, welches das beherrschende kommunalpolitische Thema der letzten vielen Monate war, dann fällt die Wahl bestimmt auf: Schiersteiner Brücke, Baustellen und Mainzelbahn.
Das Thema Mobilität wird auch noch die nächsten Jahre eines der beherrschenden Themen sein. Der immer noch ungebremste Zuzug von Menschen in die Städte hat eben nicht nur Auswirkungen auf die Wohnungsbaupolitik, sondern stellt eine enorme Herausforderung für die innerstädtischen Verkehre dar.

Wer seinen Urlaub in Skandinavien verbracht hat und dort auf Sightseeing in den großen Städten unterwegs war, hat dort die Zukunft erleben dürfen: City-Maut und »stolze« Parkhausgebühren. Am Rande bemerkt: obwohl es dort in vielen Innenstädten kaum noch PKW-Verkehr gibt, ist der Einzelhandel nicht zum Erliegen gekommen!

Aber zurück nach Mainz. Wir brauchen Ideen und innovative Projekte, um die Innenstadt vor einem Verkehrskollaps zu bewahren. Im August war am Rheinufer »EMMA« unterwegs, ein selbstfahrender Elektrokleinbus. Damit hat unser kommunales Verkehrsunternehmen »Mainz Mobilität« als erstes deutsches Verkehrsunternehmen autonomes Fahren im öffentlichen Raum erforscht.

Wie immer, haben sich im Internet als Erstes die Nörgler gemeldet: »die sollen öfter die Mülleimer leeren statt Geld für den Quatsch auszugeben« oder »wer so viel Geld hat, soll doch lieber die Fahrpreise senken« usw.
Das hat sofort die Politik auf den Plan gerufen. Wie zu hören und zu lesen war, hat der Ortsbeirat Altstadt, repräsentiert durch den Ortsvorsteher, Dr. Brian Huck (Bündnis90/Die Grünen) und Thomas Gerster (CDU) größte Bedenken angemeldet, EMMA durch ihr Hoheitsgebiet fahren zu lassen.

Die beiden Herren sind nicht nur Mitglieder des Ortsbeirates sondern auch noch Mitglieder im Aufsichtsrat der Mainzer Mobilität. Das war wohl ein peinlicher Ausrutscher, die beiden Nahverkehrsexperten ihrer Partei haben anschließend geflissentlich geschwiegen. Ich denke, wir sollten die Mainzer Stadtwerke und ihre Tochter Mainzer Mobilität bestärken, alles auszuprobieren, den Menschen ein attraktives Angebot zum Umsteigen vom PKW zu unterbreiten und dazu gehört auch Forschen und Erproben.

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Mensch & Kommunikation

Überraschendes, Unbekanntes und Innovationen aus der Forschung hautnah erleben und anfassen: Der 17. Mainzer Wissenschaftsmarkt lädt am 8. und 9. September 2018 auf den Gutenbergplatz in Mainz ein.

Vier große und einige kleine, farblich markierte Zelten bieten Spannendes und Wissenswertes aus der Welt der Forschung zum Thema »Mensch und Kommunikation«. Dabei erleben die Besucher/-innen auch das, was den Wissenschaftsmarkt ausmacht: Kooperationen der Mitglieder untereinander. Um ihre Projekte komplex zeigen zu können, arbeiten sie mit anderen Mitgliedern der Mainzer Wissenschaftsallianz zusammen, wirken so institutions- und fächerübergreifend.

Z.B. zeigen das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) und das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte »LOD – WIE WISSEN VERNETZT WIRD«. In den Geisteswissenschaften werden Begriffe benutzt, um ganz bestimmte Konzepte auszudrücken. So bedeutet »Romantik« in der Literaturwissenschaft etwas anderes, als wenn wir im Alltag von Romantik sprechen. Damit Rechner im Netz zwischen Daten Verbindungen herstellen können, die Romantik im Sinne des wissenschaftlichen Konzepts meinen, können sie auf festgelegte, maschinenlesbare Vokabulare bezogen werden. Gezeigt wird, wie dies geht und wie dadurch neue Erkenntnisse gewonnen werden. Z.B. demonstrieren dasNaT-Lab für Schülerinnen und Schüler und der Fachbereich 09 (Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften) der JGU, was eine leuchtende Gurke mit OLED-Displays zu tun hat. »CHEMIE MACHT MODERNE KOMMUNIKATION MÖGLICH« bieten u.a. Mitmachexperimente für Jung und Alt an. Z.B. vermitteln Johannes Gutenberg-Universität Mainz | GRK 1876 »Frühe Konzepte von Mensch und Natur« wie Menschen vergangener Kulturen Bildsprache und Gesten verwendeten, um miteinander und mit anderen Wesensformen zu kommunizieren. »KOMMUNIKATION & KÖRPER – KONZEPTE FRÜHER KULTUREN« verfolgt die Ziele: Demonstration von universellen und kulturspezifischen Konzepten von Körpersprache am Beispiel früher Kulturen; Spielerische Vermittlung der Thematik für Kinder und Erwachsene zum Mitmachen; Präsentation des GRK 1876 mit seinen individuellen Promotions- und Forschungsthemen. Dazu werden verschiedene Gesten (früher und heute) auf Postern präsentiert, es gibt interaktive Spiele zum Thema Gesten und es können Glasmagneten als Souvenir gebastelt werden.

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Mehr Informationen unter: www.wissenschaftsallianz-mainz.de/wissenschaftsmarkt/2018



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Mainzer Kopf: Achtung & und Respekt vor der Kreatur

Christine Plank ist seit fünf Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins Mainz und Umgebung e.V., dem Trägerverein des Mainzer Tierheims. Sie weiß, Tiere zu lieben reicht nicht aus, damit es ihnen gut geht.

Sie ist gebürtige Mainzerin und regelrecht verliebt in diese Stadt. Obwohl oder weil Christine Plank auch schon andernorts gelebt hat: in Düsseldorf während ihrer Ausbildung zur Versicherungskauffrau, in New York, während sie Jura studierte. Mit Tieren sei sie groß geworden, erzählt die knapp 50-Jährige, vor allem mit verletzten Tieren. Als Kind habe sie die mit nach Hause geschleppt, denn, die Tiere mussten doch wieder gesund werden. Irgendwann hatte sich im Elternhaus dann auch eine Katze eingefunden – die nicht mehr weg wollte. Seither lebt in ihrer unmittelbaren Nähe immer eine Katze.

Christine Plank hat Achtung und Respekt vor der Kreatur und einen Blick, für das, was Not tut. Den Kater mit der verletzten Pfote, den sie im Griechenland-Urlaub entdeckte, brachte sie mit nach Deutschland. »Das bedeutet schon etwas Arbeit, ein bis zwei Urlaubstage sind nötig, um die entsprechenden Papiere zusammen zu bekommen und eine Fluggesellschaft zu finden, die Tiere transportiert. Aber wer wirklich helfen will, macht das dann auch.«

Zum, bzw. in den Mainzer Tierschutzverein kam Christine Plank eher zufällig. Sie wollte eine Weihnachtsspende machen, kam im Tierheim ins Gespräch und schon war sie als Hunde-Ausführerin und als neues Mitglied gewonnen. Das war 2011. Zwei Jahre später war sie bereits Vorsitzende und ist es bis heute. Ihre Aufgabe ist es, den Verein nach innen und außen zu vertreten – seit fünf Jahren. Sie wickelt Erbschaften ab, kümmert sich um Personal und Mitglieder, ihr Sachverstand als Juristin ist sehr hilfreich. Wöchentlich kommt sie auf 20 Stunden ehrenamtlichen Einsatz für das Tierheim, bzw. für den Tierschutzverein, schätzt sie. Wobei die »praktische« Arbeit leider zu kurz komme, bedauert sie. Sechs Jahre lang hat Christine Plank Tierheim-Hunde ausgeführt. Für einen sogenannten Listenhund, einen American Staffordshire Terrier, mit dem sie sogar in die Hundeschule ging, fand sie ein »traumhaftes Zuhause«.

Was ist die beste Tier-Mensch-Kombi?

Ist für den Hund »traumhaft«, was Menschen so bewerten, Frau Plank? »Leben Hunde in einer Umgebung, in der sich Menschen mit ihnen intensiv befassen, geht es den Hunden gut«, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Natürlich ist Tierschutz im Verein wie im Heim das große Thema. »Unsere Aufgabe ist es aufzuklären: Hamster in Minikäfigen, das ist nicht gut für den Hamster und damit auch nicht für den Mensch, denn der Hamster, übrigens ein nachtaktives Tier, wird in dem kleinen Käfig nicht artgerecht gehalten.«, nennt sie ein Beispiel.

Mit 4.500 Mitgliedern sei der Tierschutzverein der zweitgrößte Verein in Mainz. »Wir sind ein tolles Team, die Zusammenarbeit mit der Leiterin, Vanessa Kappesser und allen Angestellten klappt prima.« 17 Mitarbeiter/-innen versorgen die derzeit etwa 300 Tiere, davon etwa 100 Wildtiere: hauptsächlich verletzte Vögel, aber auch Eichhörnchen und andere Kleintiere. Die verletzten Tiere werden aufgepäppelt und dann wieder in die Freiheit entlassen.

Christine Plank bezeichnet das Tierheim auch als einen Dienstleister: »Wir suchen bei jeder Vermittlung nach der besten Tier-Mensch-Kombi. Wer hierher kommt, wird entsprechend beraten, kann ein Tier mehrmals besuchen, mit dem Hund z.B. Gassi gehen und sehen, ob er oder sie zu dem Tier passt und umgekehrt.« Christine Plank arbeitet bei einer Versicherung in Frankfurt, den größten Teil ihrer Freizeit beansprucht der Mainzer Tierschutzverein – bleibt da noch Zeit für Anderes? »Für Sport auf jeden Fall, ich rudere einmal die Woche auf dem Rhein, ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und mit Freunden wandern.« Sogar für die Couch reiche das Freizeitbudget manchmal noch, bekennt sie.

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Info: Am 9.9.18, von 10:30-17 Uhr lädt das Tierheim Mainz in der Zwerchallee zum Sommerfest, »Tag der offenen Tür«, ein.




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Auffrischung für das Mainzer Zentrenkonzept?

Im Auftrag der IHK Rheinhessen stellte Prof. Dr. Jörg Funder in seiner Studie zur Einkaufsstadt Mainz u.a. das Einzelhandels- und Zentrenkonzept vor dem Hintergrund aktueller Anforderungen auf den Prüfstand.

Einleitend stellt Prof. Funder fest, die unterschiedliche Einschätzung der Situation des innerstädtischen Einzelhandels zwischen zentralen Interessengruppen – der IHK Rheinhessen, dem Einzelhandelsverband Mittelrhein-Rheinhessen sowie der Stadt Mainz – »beruhe unter anderem auf der divergierenden Bewertung zentraler Herausforderungen der Innenstadt Mainz, darunter der bestehenden, durch das Zentrenkonzept vorgegebenen Ansiedlungspraxis, insbesondere periphere Lagen betreffend.«

Ausführlich beleuchtet Funder die Entstehungsgeschichte des Mainzer Einzelhandelskonzepts (EKo), wie er das Zentrenkonzept bezeichnet, vor der Herausforderung, die »Standortkonkurrenz zwischen Einzelhandelsbetrieben auf der »Grünen Wiese« bzw. nicht-integrierten Lagen und den Betrieben in Innenstadt, Stadtteilzentren und sonstigen zentralen Bereichen zu beheben.«

 

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Innenstadt + Oberzentrum

Im Kern seien die Bestrebungen des EKo darauf ausgerichtet, den Wettbewerb zwischen den Standorten abzubauen und stattdessen den Wettbewerb innerhalb der Standorte zu beleben. Dieses Ansinnen sei vor dem Hintergrund des in den 90er und ‘00er Jahren hohen Ansiedlungsdrucks von großflächigen und nichtgroßflächigen Einzelhandelsbetrieben an verkehrsgünstig gelegenen nicht-integrierten Gebieten (Industrie-/ Gewerbegebiete) wie zum Beispiel der Haifa-Alle mit dem Gutenbergzentrum in Bretzenheim oder dem ehemaligen Wal-Mart Super- Center in Weisenau (jetzt Edeka Scheck-in), zunächst verständlich.
Mit Blick auf die Innenstadt müsse allerdings berücksichtigt werden, dass der ›Schutz‹ der Innenstadt nicht mit dem Verlust der Funktion eines Oberzentrums kollidieren dürfe. Insbesondere, da knapp 25 Prozent der Passantenfrequenz der Innenstadt aus dem Mainzer Umland komme. Deshalb müsse bei Ansiedlungsüberlegungen bedacht werden, dass Einzelhandelsagglomerationen, deren kollektives Einzugsgebiet über das der einzelnen Betriebe hinausgeht, zur Vergrößerung des Einzugsgebiets der Stadt Mainz als Einzelhandelsstandort beitragen könne.

Zunehmende Wirkungslosigkeit

Funder schlussfolgert, auch wenn die im Einzelhandelskonzept getroffenen Grundüberlegungen richtig seien, erschienen sie in einer veränderten, zunehmend digitalen Handelswelt teilweise überdenkenswert.
Mit Blick auf die Funktion des EKo als Stadtplanungsinstrument, z.B. zur Vermeidung von unerwünschten und unschönen Leerständen, erkennt der Handelsexperte zunehmende Wirkungslosigkeit: »In dem Zuge in dem der Vertriebsweg Online-Handel räumlich nicht planbar ist, entzieht er sich dem Einfluss der Stadtplanung und -entwicklung, da tradierte Instrumente wie z.B. die Definition zentrenrelevanter Sortimente oder sonstige Ansiedlungsbeschränkungen kaum den Online-Handel beeinflussen.

Erhalt des Status quo

Als Entwicklungsziel des EKo identifiziert Funder die Forderung nach »einem herausragenden Kristallisationspunkt in der Innenstadt, der aus Kundensicht qualitativ und quantitativ einen neuen Maßstab setzt« (Quelle Zentrenkonzept, Stadt Mainz, 2005). Die Auseinandersetzung mit neuen Anforderungen an Städte- und Einzelhandelsstrukturen, die aus dem Bedeutungsanstieg digitaler Einkaufskanäle und Kundenkommunikation sowie der sich daraus ergebenden Veränderungen des Einkaufsverhaltens resultiere, bleibe aber aus. Ebenso fehlten konkrete Maßnahmen bzw. Vorbereitungen wie mit eventuell drohenden oder tatsächlichen Leerständen, vor allem in Randlagen der Innenstadt, umgegangen werden soll.

»Zwar wird ein Leerstandsmonitoring durch die Wirtschaftsförderung der Stadt bereits seit Jahren durchgeführt, es beschränkt sich jedoch auf die statistische Aufarbeitung (auch da der Leerstand in Mainz bisher kaum besonders ausgeprägt war). In Summe überwiegen die Maßnahmen zum Erhalt des Status-Quo der Innenstadt.« Die Liste der innenstadtrelevanten Sortimente des EKo samt deren vier Anpassungen waren in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand von Diskussionen in Mainz und spielten bei ansiedlungswilligen Unternehmen, wie Decathlon eine entscheidende Rolle (»zentrenrelevant« oder nicht, ist auch bei den Fotos oben nicht auf Anhieb erkennbar). Funder stellt fest, deren Beurteilung sei nicht originär Gegenstand der Beauftragung. Er gibt dennoch zu bedenken, dass die Definition zentrenrelevanter Sortimente Einzelhandelskonzepte oftmals in ›Schutzkonzepte‹ verwandelten und nicht in aktive ›Entwicklungskonzepte‹ . Der Einfluss städteplanerischer und -entwickelnder Tätigkeiten sei nicht allumfassend und Ende dort, wo die Freiheit und Kreativität z.B. der Händler beginne.

Eigenverantwortung + Anpassungsleistung

»D.h. wie gut oder schlecht die Geschäfte eines Einzelhandelsbetriebes geführt werden, wie dynamisch sich Händler an neue Realitäten anpassen, eigene Stärken entwickeln und ausbauen, liegt in der Verantwortung der Händler. Entsprechend kann die Definition zentrenrelevanter Sortimente die Wahrnehmung von Eigenverantwortung und Anpassungsleistung von Einzelhändlern in der Innenstadt auch negativ beeinflussen.«
Zudem stamme die Definition zentrenrelevanter Sortimente im Wesentlichen aus Zeiten, in denen eine Zunahme des Wettbewerbs zwischen ›Grüner Wiese‹ und Innenstadt bestand. Die Handelsrealitäten heute aber seien andere. Mit der deutlichen Zunahme des Onlinehandels und damit der Allverfügbarkeit von Sortimenten mache die Definition zentrenrelevanter Sortimente nur noch bedingt Sinn.

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Hier erfahren Sie, warum das Tripol-Konzept nicht mehr zeitgemäß ist: www.dermainzer.net/2018/07/tripol-konzept-ist-die-mainzer-innenstadt-zu-gross, folgen Sie dem Link auf dieser Seite um zu lesen, was IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz von der Studie hält.



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Theo kocht Latwerge

Bevor Sie sich beim Aussprechen die Zunge brechen, ersetzen Sie das »g« durch ein »sch«: Latwersch.

Theo, der MAINZER-Promikoch hat sich wieder einmal einem in Mainz verbreiteten Essgenuss angenommen: Latwersch. Keine Marmelade, keine Konfitüre, Gelee schon gar nicht, Mus ist die treffende Bezeichnung für diesen eingekochten Zwetschgenbrei.

Zwetschgen, also Quetsche (die sind viel aromatischer als Pflaumen!), eine Nacht gemeinsam mit Sternanis und Zucker ruhen lassen, bevor der Brei vier Stunden gekocht wird. Dabei muss ständig umgerührt werden – woran sich gerne die ganze Familie, Freunde und Nachbarn beteiligen können: Latwersch kochen als Gemeinschaftserlebnis! Was sonst noch wichtig ist und wozu der Latwersch gerne gegessen wird, erklärt Ihnen Theo in seinem neuesten Kochvideo.

Auf der MAINZER-Webseite unter der Rubrik Essen&Trinken/Kochstudio erfahren Sie, wie Theo seinen MAINZER-Latwersch macht. Hier finden Sie auch die anderen MAINZER-Kochvideos: Variationen vom Handkäs, Petersilienkartoffeln mit gebratener Leber- und Blutwurst, Äppelränzjer, Kürbissuppe, Kartoffelsalat, Theos Altstadtteller, Kotelett, Lottis legendäre Bluhm-Frikadellen und Rumpsteak vom Simmentaler Rind mit MAINZER-Sommersalat.

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Fußgängerzone: Schutz durch Poller?

In der MAINZER-Juli-Ausgabe haben wir uns dem Thema »Mainz außer Kontrolle« gewidmet, u.a. die Wildparkerei zwischen Ball- und Schillerplatz dokumentiert. Mittlerweile ist eine Zufahrt »abgepollert«.

Der Bereich zwischen Ball- und Schillerplatz ist beliebt – unter den Autofahrenden, die keine Lust haben ihr Fahrzeug im fünf Gehminuten entfernten Karstadt-Parkhaus oder im fußläufig etwa zehn Minuten entfernten Proviantamt-Parkhaus abzustellen und dafür Gebühren zu zahlen. Da es sich hier um eine angeordnete Fußgängerzone und in Teilbereichen zudem um eine Feuerwehrzufahrt handelt ist die Mainzer Verkehrsüberwachung häufig unterwegs – und wurde der Wildparkerei dennoch nicht Herr. Genauso wenig wie sie verhindern konnte, dass die hier parkenden Fahrzeuge ganz bequem aber absolut verkehrswidrig über die Fußgängerzone Schillerplatz in die Gaustraße oder in die Schillerstraße fuhren.

Bereits in der Vergangenheit war versucht worden durch Poller dem Treiben Einhalt zu gebieten. Die, so schreibt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr, seien mehrfach umgefahren oder herausgehebelt worden. Derlei komme im Stadtgebiet leider häufig vor. Ende Juli 2018 wurde ein neuer Versuch gestartet. Seither gestatten drei Poller eine Durchfahrt nur denjenigen, die über einen Schlüssel verfügen. Was, wie das Foto, aufgenommen am ersten August-Montag, vormittags, belegt, keine Wirkung zeigt. Wer hier parken will, fährt von der Weißliliengasse durch die Feuerzufahrt in die Fußgängerzone – die Beschilderung ist eindeutig. Laut Peterhanwahr ist der »Schleichweg« bekannt, kann aber nicht »verbaut« werden, da im Umfeld zulässige Stellplätze angesiedelt sind, die erreichbar bleiben müssen.

In jenen Bereichen, wo widerrechtlich geparkt werde, müsse daher, wie herkömmlich und trotz der Poller, das Verkehrsüberwachungsamt agieren. Die Mitarbeiter/-innen hätten den Bereich aufmerksam im Auge. Das Buß-/Verwarnungsgeld bei Verstößen beträgt hier übrigens 30 Euro.

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