Christine Plank ist seit fünf Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins Mainz und Umgebung e.V., dem Trägerverein des Mainzer Tierheims. Sie weiß, Tiere zu lieben reicht nicht aus, damit es ihnen gut geht.

Sie ist gebürtige Mainzerin und regelrecht verliebt in diese Stadt. Obwohl oder weil Christine Plank auch schon andernorts gelebt hat: in Düsseldorf während ihrer Ausbildung zur Versicherungskauffrau, in New York, während sie Jura studierte. Mit Tieren sei sie groß geworden, erzählt die knapp 50-Jährige, vor allem mit verletzten Tieren. Als Kind habe sie die mit nach Hause geschleppt, denn, die Tiere mussten doch wieder gesund werden. Irgendwann hatte sich im Elternhaus dann auch eine Katze eingefunden – die nicht mehr weg wollte. Seither lebt in ihrer unmittelbaren Nähe immer eine Katze.

Christine Plank hat Achtung und Respekt vor der Kreatur und einen Blick, für das, was Not tut. Den Kater mit der verletzten Pfote, den sie im Griechenland-Urlaub entdeckte, brachte sie mit nach Deutschland. »Das bedeutet schon etwas Arbeit, ein bis zwei Urlaubstage sind nötig, um die entsprechenden Papiere zusammen zu bekommen und eine Fluggesellschaft zu finden, die Tiere transportiert. Aber wer wirklich helfen will, macht das dann auch.«

Zum, bzw. in den Mainzer Tierschutzverein kam Christine Plank eher zufällig. Sie wollte eine Weihnachtsspende machen, kam im Tierheim ins Gespräch und schon war sie als Hunde-Ausführerin und als neues Mitglied gewonnen. Das war 2011. Zwei Jahre später war sie bereits Vorsitzende und ist es bis heute. Ihre Aufgabe ist es, den Verein nach innen und außen zu vertreten – seit fünf Jahren. Sie wickelt Erbschaften ab, kümmert sich um Personal und Mitglieder, ihr Sachverstand als Juristin ist sehr hilfreich. Wöchentlich kommt sie auf 20 Stunden ehrenamtlichen Einsatz für das Tierheim, bzw. für den Tierschutzverein, schätzt sie. Wobei die »praktische« Arbeit leider zu kurz komme, bedauert sie. Sechs Jahre lang hat Christine Plank Tierheim-Hunde ausgeführt. Für einen sogenannten Listenhund, einen American Staffordshire Terrier, mit dem sie sogar in die Hundeschule ging, fand sie ein »traumhaftes Zuhause«.

Was ist die beste Tier-Mensch-Kombi?

Ist für den Hund »traumhaft«, was Menschen so bewerten, Frau Plank? »Leben Hunde in einer Umgebung, in der sich Menschen mit ihnen intensiv befassen, geht es den Hunden gut«, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Natürlich ist Tierschutz im Verein wie im Heim das große Thema. »Unsere Aufgabe ist es aufzuklären: Hamster in Minikäfigen, das ist nicht gut für den Hamster und damit auch nicht für den Mensch, denn der Hamster, übrigens ein nachtaktives Tier, wird in dem kleinen Käfig nicht artgerecht gehalten.«, nennt sie ein Beispiel.

Mit 4.500 Mitgliedern sei der Tierschutzverein der zweitgrößte Verein in Mainz. »Wir sind ein tolles Team, die Zusammenarbeit mit der Leiterin, Vanessa Kappesser und allen Angestellten klappt prima.« 17 Mitarbeiter/-innen versorgen die derzeit etwa 300 Tiere, davon etwa 100 Wildtiere: hauptsächlich verletzte Vögel, aber auch Eichhörnchen und andere Kleintiere. Die verletzten Tiere werden aufgepäppelt und dann wieder in die Freiheit entlassen.

Christine Plank bezeichnet das Tierheim auch als einen Dienstleister: »Wir suchen bei jeder Vermittlung nach der besten Tier-Mensch-Kombi. Wer hierher kommt, wird entsprechend beraten, kann ein Tier mehrmals besuchen, mit dem Hund z.B. Gassi gehen und sehen, ob er oder sie zu dem Tier passt und umgekehrt.« Christine Plank arbeitet bei einer Versicherung in Frankfurt, den größten Teil ihrer Freizeit beansprucht der Mainzer Tierschutzverein – bleibt da noch Zeit für Anderes? »Für Sport auf jeden Fall, ich rudere einmal die Woche auf dem Rhein, ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und mit Freunden wandern.« Sogar für die Couch reiche das Freizeitbudget manchmal noch, bekennt sie.

| SoS

Info: Am 9.9.18, von 10:30-17 Uhr lädt das Tierheim Mainz in der Zwerchallee zum Sommerfest, »Tag der offenen Tür«, ein.

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