Irgendwann quillt jeder Mülleimer über, egal wie groß er ist.
Der Weg zum nächsten Abfallbehälter ist leider immer so unendlich weit.

Sonntagsmorgens ist es am schlimmsten. Rund um den Hauptbahnhof herum quellen alle Mülleimer über. Das Entree der Stadt wirkt – dreckig. Am Rheinufer Ähnliches. Nicht nur sonntags. Kein schöner Anblick. Auch nicht für die Schiffstouristen. Klar, der Entsorgungsbetrieb könnte häufiger leeren, die Mülleimer könnten noch größer sein – andererseits: Warum soll die Allgemeinheit die Verantwortung und die Kosten übernehmen, wenn Einzelne keine Lust haben, ihren Pizzakarton und den Coffe-To-Go-Becher ein paar Meter weiter zu tragen? Zu einem Mülleimer, der (noch) nicht voll ist?

Seit vielen Jahren setzt die Politik in Mainz auf Einsicht: Niemand will eine vermüllte Umgebung, also sorge bitte jeder und jede Einzelne dafür, dass der Müll in den vorgesehenen Behältern landet. Wir haben in Mainz z.B. ein richtig gutes System für den Sperrmüll. Kostenlos für diejenigen, die es in Anspruch nehmen, zweimal im Jahr. All das wird kommuniziert und erklärt, der Entsorgungsbetrieb verteilt sein Müllmagazin an alle Haushalte, im »ui« gibt es Ausstellungen… dennoch gibt es Leute, die Ihr Gerümpel abstellen, wo es für sie am bequemsten ist.

Jedes Jahr im Frühjahr werden die Mainzer/-innen aufgefordert, den Müll, den andere hinterlassen haben, einzusammeln. Der »Dreck-Weg-Tag« ist eine Sensibilisierungsaktion, auch für junge Menschen. Schon wenige Tage nach der Aktion sind manche Plätze, Grünanlagen, Grünstreifen wieder zugemüllt. Na und? Es gibt Menschen, bei denen wirken keine nette Ansprache und keine überzeugende Erklärung. Die reagieren nur auf Sanktionen. Wenn sie erwischt werden, bei der illegalen Entsorgung ihrer Farbeimer im Restmüll oder am Straßenrand. Die müssen zur Kasse gebeten werden. Zwischen 25,56 und 76,69 Euro sind laut Bußgeldkatalog in Rheinland-Pfalz dafür zu berappen. Hier gilt, wie bei den Verkehrsregeln auch: wenn die Einhaltung der Regeln nicht kontrolliert wird, können die Unbelehrbaren auf Kosten der Allgemeinheit ihr Ego pflegen. Das ist unsozial. Das passt nicht zu unserer Gesellschaft.

Was der Rhein an Müll verkraften muss, bringt zurzeit der Niedrigwasserpegel an den Tag. Am 15. September findet der »Rhinecleanup« statt. Freiwillige sind aufgefordert, Müll am Fluss entlang einzusammeln. 1.000.000 kg Müll transportiert der Rhein jährlich in die Meere. Mit dem Rhinecleanup soll wenigstens ein Teil davon den Fluss und die Uferbereiche in Richtung Beseitigungsanlagen verlassen. In Mainz sind am Rheinuferbereich auf der Höhe der Innenstadt keine Kühlschränke oder Autoreifen zu sehen. Richtung Budenheim oder Richtung Laubenheim sieht das anders aus. Wer mithelfen will, befindet sich in bester Gesellschaft: Politiker/-innen, Vereine, ganze Familien und Einzelpersonen machen mit. Infos unter www.rhinecleanup.org.

| SoS

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