App Mainzer Mobilität

ÖPNV: App Mainzer Mobilität

Die neue App Mainzer Mobilität der Stadtwerke-Tochter gleichen Namens wird im Laufe dieses Jahres die bisherige App Mainzigartig ablösen.

Aus dem App Store laden kann man sie schon, die App Mainzer Mobilität. »Noch ist es eine Beta-Version«, betont Kristina Reiß, Projekt- und App-Managerin Digital der Mainzer Mobilität. Beta-Version heißt, dass die Grundfunktionen des Programms bereits nutzbar, aber noch nicht vollständig getestet und weitere Module in Arbeit sind. Corona-bedingt habe sich der Zeitplan etwas verzögert. Peu à peu werden weitere Funktionen hinzugefügt, so dass die App später nicht nur Informationen liefert. Es können dann auch Fahrkarten mobil gekauft werden, weitere Mobilitätsangebote werden eingebunden und barrierefrei zugänglich sein. »Am Ende wird sie richtig gut«, verspricht Reiß.

Die Mainzer Mobilität verfügt über drei grundlegende Funktionen: Verbindungssuche, Umgebungskarte und Abfahrtsmonitor. Über die Verbindungssuche können die Nutzer/-innen ermitteln, welcher Bus oder welche Bahn sie von A nach B bringt. Dafür geben sie einfach eine Haltestelle oder Adresse als Start und eine als Ziel ein und erhalten daraufhin eine Liste von Verbindungen mit Abfahrtszeiten, die zum Ziel führen. Die Abfahrt kann für jetzt oder später geplant und weitere Zwischenstationen eingefügt werden.

Wo bin ich eigentlich?

Wenn man durch die Mainzer Gassen schlendert, vielleicht noch in eine Weinstube einkehrt, kann man schon mal die Orientierung verlieren. Wo ist die nächste Haltestelle? Welcher Bus fährt dort und wann? Hier kommt die Umgebungskarte der Mainzer Mobilität ins Spiel, die alle Haltestellen im Umkreis zeigt. Die aktivierte Ortung findet schnell den Standort und zeigt die umliegenden Haltestellen an. Tippt man auf eines der Haltestellenzeichen, erscheint der Name der Station. Übrigens können alle, die nicht getrackt werden wollen, die Ortung aus der App heraus so einstellen, dass sie nur bei Nutzung der App, auf Nachfrage für den einmaligen Gebrauch oder generell nie aktiviert werden soll.

Wann kommt der Bus?

Tippt man auf der Karte auf den Namen der Station, an der man einsteigen möchte, wechselt die App automatisch in die Ansicht des Abfahrtsmonitors und listet alle Busse und Bahnen mit Angabe der Minuten auf, in der sie dort demnächst halten. Wählt man eine der Verbindungen aus, wird die gesamte Linienführung und mit Hinweisen auf etwaige Verzögerungen in Echtzeit angezeigt. Man sieht also, wo sich der Bus gerade befindet und wann er an der Haltestelle ankommen wird.

Einfach alles ausprobieren!

Die App der Mainzer Mobilität kann im App Store von Apple und bei Google Play heruntergeladen werden. Wer sie nutzen will, benötigt ein neueres Smartphone mit den Betriebssystemen iOS oder Android. Man kann die App ohne Anmeldung ausprobieren und sich mit den Funktionen vertraut machen. Wem Fehler in der Anwendung auffallen, oder wer zusätzliche Wünsche hat, kann über die App Feedback an das Entwicklerteam geben.

In Zukunft nahtlose Mobilität!

Die Mainzer Mobilität arbeitet mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und dem Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN) zusammen, um Bürger/-innen in Zukunft eine nahtlose Mobilität anzubieten. Daher können mit der App Mainzer Mobilität alle Ziele im RMV- und in Teilen des RNN-Gebiets ausgewählt werden. Nächste Schritte sind die Ergänzung durch einen Bezahlmoduls noch in diesem Jahr, so dass die Nutzer direkt aus der App heraus eine Fahrkarte innerhalb von Mainz oder bis nach Kassel kaufen können. Zusätzlich sollen weitere Mobilitätsangebote wie das Bikesharing meinRad, das Carsharing Book-n-Drive und der MainzRIDER mit on-demand-Fahrten in den Abend- und Nachtstunden in die App eingebunden werden.

| Susanne Kämpgen

www.mainzer-mobilitaet.de

 

Bauhofstraße: Schreck lass nach




Theodor Heuss-Brücke

Theodor Heuss-Brücke: Gesperrt ab dem 12. Januar um 12 Uhr

Anstatt einer Ad hoc-Brückenschließung, eine geplante Vollsperrung, auf die sich die Menschen vorbereiten können. Vier Wochen lang ist die Theodor Heuss-Brücke dicht.

Mit den Ergebnissen der letzten Hauptprüfung der Theodor Heuss-Brücke im September 2019 hätten die Verantwortlichen in Mainz und Wiesbaden so nicht gerechnet, begründet Katrin Eder die Vollsperrung der Theodor Heus-Brücke für den motorisierten Individualverkehr (MIV). Die Traversenlager seien derart beschädigt, dass der Austausch der Lager keinen Aufschub mehr dulde, so die Mainzer Verkehrsdezernentin. Andernfalls drohten Folgeschäden und die Gefahr einer Ad hoc-Brückenschließung – auf die sich niemand vorbereiten könne. In der Region ist die Vollsperrung der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden, noch in unguter Erinnerung. Tagelang herrschte im Februar 2015 beiderseits des Rheins Verkehrschaos.

Ausnahmegenehmigungen – nur für Fastnachter

Die Vollsperrung der Theodor Heuss-Brücke startet am Sonntag, 12. Januar 2020, um 12 Uhr. Dann wird die Brückenauffahrt in Mainz abgeriegelt. Auf der anderen Rheinseite, am Kasteler Hochkreisel, kann die Auffahrt nicht komplett gesperrt werden. Der Kreisel muss für die Durchfahrenden, die z.B. aus Biebrich kommend nach Kostheim wollen, offen bleiben. Nur die direkte Brückenauffahrt wird abgeriegelt.

Befahrbar bleibt die Brücke während der voraussichtlich vier Wochen andauernden Sanierungsarbeiten für Busse und Taxen, Rettungs- und Notarztwagen, sowie für Kleinkrafträder. Ausnahmegenehmigungen für Fahrzeuge von Handwerkern, Pflegediensten u.a. soll es nicht geben. Begründung: Je mehr Fahrzeuge die Brücke auf der einen offenen Fahrspur queren, desto länger müssen die Fahrzeuge an den Auffahrten warten. Außerdem müssten die Ausnahmegenehmigungen alle vom Sicherheitspersonal an den Kontrollpunkten geprüft werden – auch das würde die Durchleitung der Fahrzeuge weiter verzögern.

Fastnacht ist in Mainz Brauchtum, das gehört geschützt. Zu diesem Brauchtum tragen die Redner/-innen in den Fastnachtssitzungen ihren Teil bei. Einige davon sind auf beiden Seiten des Rheins gefragt und müssen an einem Abend mehrere Termine mal in Mainz, mal in Kastel, Kostheim wahrnehmen. Der Umweg über die beiden Autobahnbrücken Weisenau und Schierstein würde den Terminplan durcheinander bringen. Also forderten die Fastnachter Ausnahmegenehmigungen, um die Theodor Heuss-Brücke motorisiert queren zu können – eine Forderung, die Oberbürgermeister Michael Ebling als „Helau-Spur“ für die Fastnachter aufgriff.
Tatsächlich gibt es nun Ausnahmegenehmigungen für die Fastnachter, abends und an Wochenenden.

Zusatzangebote der Mainzer Mobilität

Wer nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Brücke in den nächsten vier Wochen queren möchte, wer außerdem keine Lust hat sich in die zu erwartenden Verkehrsstaus auf den beiden Autobahnbrücken einzureihen, der und die könnte Bus fahren.

Die Mainzer Mobilität, zuständig für den ÖPNV in Mainz und den Wiesbadener Stadtteilen Kastel, Kostheim, sowie den Gemeinden Gustavsburg, Bischofsheim und  Ginsheim kündigte an, die Buslinie 56 zu verstärken.

Ab dem 13. Januar fährt die Linie 56 in den morgendlichen und nachmitttäglichen Spitzenzeiten im 15-Minuten-Takt zwischen Gustavsburg und Mainzer Hauptbahnhof. Die Monatskarte der Mainzer Mobilität für Mainz Wiesbaden (PS 13), die als „Brückenticket“  zwischen dem 8. und 18.1.20 gekauft wird, gilt sechs Wochen lang, bis zum voraussichtlichen Ende der Brückensperrung. Außerdem gibt es einen „Brücke2020-Gutschein“ im Wert von 15 Euro, der für „meinrad“ eingelöst werden kann. Dieses Fahrrad-Verleihsystem wird verstärkt mit einer Station auf dem Kasteler Brückenkopf; die Stationen an der Reduit, dem Kasteler Bahnhof und der Hochheimer Straße sowie auf der Mainzer Seite in Brückennähe sollen insbesondere in den Spitzenzeiten mit ausreichend Rädern ausgestattet sein.

/SoS

Infos zur Brückensperrung 
Warum muss die Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden ausgerechnet im Januar/Februar gesperrt werden?

Vollsperrung der Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden




hoefchen lu

Immer wieder: Mainz außer Kontrolle?

Die Rückmeldungen von den Lesenden lauten ausnahmslos: »Bleiben Sie bitte dran an dem Thema Straßenverkehr+Sicherheit+Kontrolle«. Was meinen die Stadtratsfraktionen dazu?

Im MAINZER-Interview in der August-Ausgabe sagte Heiko Arnd, Leiter der Polizeiinspektion Mainz 1, Bußgelder und Kontrolldruck, also die Wahrscheinlichkeit bei einem Vergehen erwischt zu werden und bezahlen zu müssen, würden dazu beitragen, die Straßenverkehrsordnung zu beachten. Die Chance, dass Straßenverkehrsteilnehmer/-innen auf Verkehrsschilder achten und sie befolgen ist also größer, wenn sie häufiger dazu »aufgefordert« werden: durch Kontrollen, durch Bußgelder.

Heiko Arnd sagte aber auch, die Polizei habe viele andere Aufgaben und müsse bei Kontrollen des fließenden Verkehrs immer Schwerpunkte setzen. Den gesamten Verkehr rund um die Uhr zu kontrollieren sei schlicht unmöglich, man konzentriere sich auf die Kontrolle der bekannten Unfallschwerpunkte. Gleichzeitig leiste die Polizei durch Information und Aufklärung Präventionsarbeit, um Gefährdungen und Unfälle zu vermeiden.

Im Grunde bedeuten die Aussagen eine Quadratur des Kreises: Kontrollen und Bußgelder machen Sinn, um die Uneinsichtigen davon abzuhalten, auf Kosten anderer zu tun und zu lassen, was sie wollen, dabei sich und andere zu gefährden. Aber es gibt zu wenig ausgebildete Kräfte, die solche Kontrollen durchführen. Und weiter? Alle, die wollen, befahren verkehrswidrig die »Lu« und die Bushaltestelle Höfchen? Muss die Gesellschaft das so akzeptieren?

DER MAINZER fragte die Vertreter/-innen der Stadtratsfraktionen: »Welche Maßnahmen kann Ihre Fraktion im Mainzer Stadtrat ergreifen, um die Sicherheit der Passanten auf der »Lu« und die Sicherheit von Fahrgästen der Mainzer Mobilität sowie Passanten im Bereich der Bushaltestelle Höfchen zu gewährleisten?« Einig sind sich CDU, SPD, Bündnis 90/Grünen, FDP und ÖDP, dass die Rathausfraktionen keinen, bzw. nur geringen Einfluss haben, da die Kontrolle Aufgabe der Polizei sei. Allenfalls durch Anfragen bei der Verwaltung könne die Politik »Einfluss« nehmen. Thomas Gerster, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, ergänzt, die CDU würde es begrüßen, wenn in diesem Bereich verstärkt kontrolliert würde. Das gelte auch für Radfahrer, denen es ebenfalls nicht gestattet ist, die Bushaltestelle Höfchen auf der Straße zu durchqueren. Die SPD-Fraktion meint, »wir wirken gerne noch einmal in den entsprechenden Gremien darauf hin, dass an solchen Punkten Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden.« Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geht davon aus, »wenn sich ein vermehrtes Befahren der Fußgängerzone ergibt, wird sicherlich auch absehbar wieder verstärkt kontrolliert.« Walter Koppius schreibt, die FDP nehme die Anfrage zum Anlass, die Verwaltung zu bitten, mit der Polizei im Herbst eine konzertierte Aktion gegen das Durchfahren durchzuführen. Die ÖDP sieht Oberbürgermeister Michael Ebling politisch in der Pflicht, diesbezüglich bei der Polizei vorstellig zu werden. Man werde ihn jedenfalls dazu drängen, schreibt Wilhelm Schild.

| SoS

 

Fördern Bußgelder die Einsicht?