Auch im ersten Halbjahr 2021 beenden junge Menschen ihre Schulausbildung – und dann? Berufsausbildung oder Studium? Wie funktioniert Berufsberatung unter Pandemie-Bedingungen?

Es gibt viele Angebote, jungen Menschen einen Weg in die Berufsausbildung zu zeigen – gleich, ob es ein Ausbildungsplatz, ein Studium oder ein Duales Studium ist. Die Mainzer Agentur für Arbeit nimmt für sich in Anspruch, neutral zu beraten. Heißt: Die individuellen Fähigkeiten und Stärken der Jugendlichen werden gemeinsam erkundet und, wo gewollt, mit ihren Eltern der Weg in die Berufstätigkeit geebnet. In Pandemie-Zeiten sind die kostenlosen Angebote geblieben – nur die Ansprache hat sich geändert: Berufsorientierungs-Veranstaltungen über digitale Schulplattformen, Beratung von Angesicht zu Angesicht über Videotelefonie, persönliche Beratung über die Telefon-Hotline.

Foto: Das Berufsberatungsteam der Mainzer Agentur für Arbeit – aufgenommen vor der Corona-Pandemie

»Wir betreuen mit unseren Berufsberater/-innen alle weiterführenden Schulen inklusive der berufsbildenden Schulen und die Hochschulen in unserem Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz, also in Mainz, Mainz-Bingen, Alzey-Worms und Worms«, sagt Regina Fülber. Sie ist eine der drei Teamleiterinnen des insgesamt 51-köpfigen Berufsberatungs-Teams für Mainz und Rheinhessen.
Anja Hutans betreut eine IGS bis zum Abitur und eine Realschule Plus, Ursula Ceelen berät auch in Gymnasien. Normalerweise bieten die beiden Berufsberaterinnen in den Schulen Berufsorientierungsveranstaltungen, Berufswahlunterricht und Schulsprechstunden an, nehmen auch an Elternabenden teil. Derzeit funktioniert das alles digital, vie­les über das jeweilige Schulportal: Die Schüler/-innen sitzen zuhause vor dem PC/Laptop, die Berater/-innen in ihrem Büro. Für die Berater/-innen ist diese Art der Berufsberatung gewöhnungsbedürftig, sagt Anja Hutans, aber machbar so lange die Technik mitspiele ergänzt Ursula Ceelen. Zumal auch persönliche Beratungen über Video-Telefonie möglich sind. Die Ansprache von Angesicht zu Angesicht sei wichtig.

Auch Kurzentschlossene werden fündig

In der Regel beginnen die jungen Menschen ein bis eineinhalb Jahre vor dem Ende der Schulzeit mit der Suche nach einem Ausbildungs- oder einem Studienplatz, die Berufsberatung in den Schulen findet deshalb in den Vorentlass-Klassen statt. Sind aber Ende Januar die Halbjahreszeugnisse für die Schulabgänger/-innen verteilt, steigt der Beratungsbedarf noch einmal an. »Auch Kurzentschlossene finden meist noch bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres einen Ausbildungsbetrieb, insbesondere im Handwerk«, weiß Hutans. Es komme immer mal wieder vor, dass sich junge Menschen anders entschieden, eine Ausbildung doch nicht beginnen möchten – und schon sei eine Ausbildungsstelle frei.

Grundsätzlich, so Ceelen scheuten sich Jugendliche häufig vor einer definitiven Entscheidung, die sich nach ein oder zwei Jahren als falsch herausstellen könnte. »Es gibt so viele verschiedene Berufe und Studiengänge – sich zu entscheiden, fällt nach einer guten Beratung wesentlich leichter.« Die Berufsberatung der Arbeitsagentur basiere auf der Erkundung von persönlichen Neigungen und Stärken, aber auch der Schwächen, so die beiden Beraterinnen. Das helfe, den passenden Weg einzuschlagen und den jungen Menschen die Angst vor einer Entscheidung zu nehmen.

Wo erforderlich unterstützt die Agentur auch während der Ausbildung mit ausbildungsbegleitenden Hilfen und der Assistierten Ausbildung. Ab 1. September 2021 wird es die Assistierte Ausbildung Flex (AsAflex) geben. Im Bereich Berufsberatung, Ausbildungs- und Studienplatzvermittlung kooperiert die Agentur für Arbeit außerdem mit IHK, HWK, den Unis und Hochschulen. U.a. ist sie auch bei der Berufsinformations-Messe BIM dabei, die in diesem Jahr vom 10.-11. September geplant ist.

| SoS

www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt

 

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