Offiziell löst die Nachricht Bestürzung und Betroffenheit aus. Ein »herber Verlust« sei der Abgang. Zu spät wird bewusst, was man an dem Verlorenen hatte.

Insidern war die Entwicklung klar, der Abgang eine geradezu notwendige Konsequenz. Es gibt Kompetenz- und Geltungsgerangel zwischen dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Martin Lepold, und dem City Management, vertreten durch die Vorsitzende Anja Obermann, dazu kommt mainzplus Citymarketing, die das Gehalt bezahlt hat (und die das auch alles alleine erledigen könnten) und die Stadtverwaltung Mainz…

Sind da zu viele Mannschaften auf dem Spielfeld? Halten sich da nicht alle an die Spielregeln? Man hatte das Gefühl, es wurde ein Wettbewerb veranstaltet, wer Jörg Hormann den größten Knüppel zwischen die Beine werfen konnte. Hormann hat einfach gemacht, seine Ideen vorgestellt, Projekte mit Enthusiasmus angestoßen und viel persönlichen Einsatz gezeigt. Hinter seinem Rücken nannten manche ihn dafür »unbedarft«. Weil er als Außenstehender die Gräben zuerst nicht kannte, die sich durch Mainz ziehen. Weil er so dreist war, diese Gräben dann überwinden zu wollen. Weil man für Bewegung immer Leuten auf die Füße treten muss, die es sich in ihren Sesseln bequem gemacht haben.

Mit Hormann verlässt viel Potential die Stadt. Die engagierten Zurückbleibenden schmerzt das richtig. Gleichzeitig drängt sich die Frage auf: Was nun? Wer kommt als nächster? Sofern die Position überhaupt noch eine Existenzberechtigung verdient, wenn doch eh jeder ausgeschlossen und abgeschossen wird, der sie mit ehrlichen Absichten besetzt? Wer wird sich so etwas freiwillig antun?

Mainz hat es wieder einmal geschafft nicht an einem Strang zu ziehen. Deshalb stellen wir die Frage: Braucht Mainz so viele Akteure, Gremien und Vorstände, die sich hinter den Kulissen kräftig beharken?

| WHO

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