J-Sound. © Gregor Brinkmeyer

Atelier Schauder: Gruppensound

Am 4. März 2019 bespielen »The J-Sound Projektct« die Bühne im Atelier

Christiane Schauder. Jason Schneider (tp, flgh, comp), Yuriy Sych (piano), Ivan Habernal (bass) und Uli Schiffelholz (drums) haben eine Mtamorphose von einem vielverspechenden jungen Kollektiv zu einer »Working Band« mit Profil vollzogen.
»JazzThing« beschreibt sie u.a. so: »Für ‘The J-Sound Project’ hat Jason Schneider ein Quartett zusammengestellt, das auf dem schillernden Parkett seiner Kompositionen nicht ausrutscht. Schneider setzt in seinen durchweg eigenen Kompositionen vor allem auf Energie. Das funktioniert sowohl in einem halsbrecherischen Neobop wie dem Opener ‘Swift To React’ als auch in den skurrilen Tonschöpfungen, die eine High-Energy-Nummer wie »Third Quarter« prägen.«
Atelier Schauder, Mainz, Eintritt frei, Spenden erbeten, Reservierung empfohlen.

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Textgrundlagen und Infos: www.christiane-schauder.de



Fotowettbewerb Standard nirzar-pangarkar-798

Auslösen, Knipsen & Gewinnen

Sie haben Freude am Fotografieren? DER MAINZER bietet Ihnen eine Plattform, gute Fotos zu veröffentlichen. Jeden Monat zu einem anderen Thema.

Die Fastnachts-Kampagne ist dieses Jahr so schön lang, also baten wir um Fotos von Ihrem Lieblings-Fastnachtskostüm. Stefan Gläser hat diese Hexe am Rosenmontag 2018 abgelichtet – die Jury war begeistert: Platz 1. Reinhold Fischer belegt den 2. Platz, Meike Wenthe hat das Foto 2018 am Bahnhof Mainz-Gonsenheim gemacht: Platz 3.

Herzlichen Glückwunsch. Sie können sich auf SATURN-Coupons im Wert von 100, 50 und 30 Euro freuen.

 


Siegerfoto: Stefan Gläser

2. Platz: Reinhold Fischer


3. Platz: Meike Wenthe


Klicken Sie auf die Bilder, um diese in voller Größe zu betrachten.

Fotowettbewerb März 2019

Ob Mama und Papa, oder Opa und Oma: werden die Tage länger, müssen sie mit ihren Sprösslingen raus – auf den Spielplatz. Welches ist Ihr, also Ihrer Sprösslinge Lieblings-Kinder-Spielplatz in Mainz und Rheinhessen? Oder mögen Ihre Sprösslinge nur ein einzelnes Spielgerät auf dem Spielplatz? Auch das ist ein Motiv für den MAINZER-Fotowettbewerb im März.

Schicken Sie Ihre Fotos, versehen mit Angaben, wann und wo sie aufgenommen sind an: foto@dermainzer.net. Bitte beachten Sie die Persönlichkeitsrechte fremder Menschen bei Ihren Aufnahmen!

Monat: März 2019
Motiv: Ihr Lieblings-Spielplatz in Mainz & Rheinhessen
Einsendeschluss: 18. März 2019

Wichtig: Vergessen Sie Name, Adresse und Telefonnummer nicht, damit vielleicht Sie der nächste Gewinner eines Gutscheins von Saturn sein können (der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen). Die Gewinner-Fotos werden in der nächsten Ausgabe des MAINZERs veröffentlicht. Mit Ihrer Teilnahme willigen Sie ein, dass DER MAINZER Ihren Namen auf seiner Online-Plattform sowie in den sozialen Medien veröffentlichen kann.

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MediaMarkt-Quiz Würfel Fotolia_29134435_L © vege - Fotolia.com

Das große MediaMarkt-Quiz

Finden Sie die richtigen Antworten (die eine und andere entdecken Sie beim aufmerksamen Durchstöbern unserer Website!) und Sie können je einen Media Markt-Gutschein in Höhe von 100, 50 und 30 Euro gewinnen.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben beim MediaMark-Quiz in der Februar-Ausgabe des MAINZERs gewonnen und er­hal­­ten MediaMarkt-Gut­schei­ne:

Jürgen Heckmann (100 €)
Gabriele Brisch (50 €)
Tobias Gebhardt (30 €)


Media Markt logo_web

1. Der Media Markt Mainz wurde von Focus-Money prämiert. Als was?
a) Preis-König
b) Service-König in Mainz
c) Rheinhessen-König

2. Was leistet der Service des Media Marktes?
a) Liefern, montieren, anschließen und einweisen in die Grundfunktionen.
b) Nur liefern.
c) Nur montieren.

3. Sie haben ein technisches Gerät gekauft und kommen nicht zurecht.
Können Sie einen Service bekommen, der zu Ihnen nach Hause kommt und nur erklärt?

a) Ja, aber der Service erklärt nur.
b) Ja, aber der Service schließt die Geräte auch an.

4. Aus dem späten 17. Jahrhundert stammt…
a) die Quintinskirche
b) das »Haus zum Spiegel«
c) der Mainzer Marktbrunnen

5. Die Mainzer Stange ist…
a) eine Steinsäule vor dem Dom
b) ein dünnwändiges Weinglas
c) ein bekanntes Altstadtmodel

 

Auflösung der Fragen aus der Februar-Ausgabe:
1b, 2a, 3b, 4a, 5c

 

Bitte senden Sie Ihre Antworten per Post an:
DER MAINZER, 117er Ehrenhof 5, 55118 Mainz
oder per E-Mail an: briefkasten@dermainzer.net
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Betreff: Media Markt-Quiz
Einsendeschluss: 18.03.2019




Graffiti

Graffiti: »Ich sprüh’s auf jede Häuserwand….«

Ina Deter wollte mit ihrem Song die Suche nach den »neuen Männern« intensivieren. Wer heute zur Spraydose greift sucht nicht den »schönsten Mann im Land« sondern hat andere Motive: Etwa die Unterstützung seines Fußballclubs.

Doch wem nutzt es, wenn ein weiterer »USM«-Schriftzug an den Wänden eines Fakultätsgebäudes auf dem Uni-Campus erscheint oder auf einem weiteren Schaltkasten die Buchstaben »HKM« zu lesen sind?

Streetart, nicht zu verwechseln mit Straßenkunst die nur vorübergehend (etwa als Pflastermalerei) existent sein soll, möchte ihre Aussage – soweit erkennbar – dauerhaft transportieren und Teil der Straße und des Quartiers werden. Die Ausführenden legen daher Wert darauf, dass ihre Werke (wie etwa die in Mainz überall zu findende »traurige Maria«) manifest bleiben können und nur schwer zu entfernen sind. Betroffene Hausbesitzer sind meist nicht informiert und werden auch nicht um Erlaubnis gefragt. Die Akteure verstoßen daher bei der Ausübung ihrer Kunst gegen verschiedene Gesetze. (Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch)

Aktivisten und Mitläufer

Wesentlich weniger Sympathisanten als die »traurige Maria« haben die – meist gesprayten – Graffiti, die vermuten lassen, dass ihre Verursacher aus den Reihen bestimmter organisierter Fußballfans rund um den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 stammen. Sie sind keine Mainzer Besonderheit, sondern eine moderne Begleiterscheinung des Sportgeschehens und keineswegs auf den Fußball beschränkt. Diese Werke sind den amerikanischen Ganggraffiti ähnlich, die schon in den 1930er Jahren von Straßengangs benutzt wurden um ihren »Bereich« zu kennzeichnen: subkulturelle Grenz- und Hoheitszeichen. Sie sind dabei so komplex, dass sie von Außenstehenden kaum, aber auch von Insidern nicht immer eindeutig identifiziert beziehungsweise dechiffriert werden können. Letztendlich ist es aber nicht einmal klar, ob »FSV«-Schriftzüge und -Tags wirklich von Fans des FSV Mainz 05 gesprayt werden und dass sich hinter einem »USM« immer ein Mitglied der Mainzer Ultras beziehungsweise der Ultraszene Mainz verbirgt. Warum sollten diese etwa Hinweistafeln rund um die Arena bis zur Unlesbarkeit verunstalten?

Ignorieren oder Übermalen?

Die betroffenen Hausbesitzer stehen – ebenso wie die Besitzer öffentlicher Gebäude – vor einer Reihe von Fragen: Soll man die Graffiti beseitigen – und wenn ja: Wie? Hat es überhaupt Zweck, gegen die anonymen Sprayer rechtlich vorzugehen? Und: Wer bezahlt letztendlich den aufgekommenen Schaden und dessen Beseitigung– wen kann man haftbar machen?

Die letzte Frage ist am einfachsten zu beantworten: Rechtlich gesehen kann nur derjenige zur Verantwortung gezogen werden der eindeutig überführt und verurteilt wurde – und nicht etwa der Verein.

Bei der Frage, ob man Graffiti überhaupt und überall beseitigen soll, ist man sich nicht einig. Ist der Schriftzug an einer markanten Stelle für viel Geld beseitigt, taucht er einige Tage später oft schon wieder auf – dann allerdings meist weniger schön.

Es kann eine recht teure Spirale entstehen. Das »Sprayen« rechtlich gesehen kein Kavaliersdelikt ist, wird spätestens dann deutlich, wenn man die Beseitigungskosten auflistet. Diese sind natürlich von der Größe des Objekts und dem Untergrund abhängig. Günstiger wird es, wenn die Mauern bereits vorab mit einem – nicht gerade billigen – Mittel imprägniert wurden. Am Mainzer Hauptfriedhof wurde mit viel Erfolg ein anderer Weg gegangen: Die in der Vergangenheit oft verunstaltete Wand zur Saarstraße hin wurde von einem Künstler mit historischen, dem Friedhof angemessenen, Motiven gestaltet. Da es unter Sprayern einen Ehrenkodex gibt – an den sich die meisten auch halten – werden diese Bildnisse nicht übersprayt.

Ein zentraler Bereich für Graffitiaktivisten ist nach wie vor der Campus. Hier treffen Fußballfans (»Für immer Lukas«), und politisch engagierte Personen (»Haus Mainusch muss bleiben!«) aufeinander und schaffen auf Abrisshäusern wir Fakultätsgebäuden großflächige Bemalungen. Wie die Unileitung in verschiedenen Stellungnahmen betonte, ist eine sofortige Beseitigung aller Graffiti zu teuer. Man setzt hier oft auf bevorstehende Abrisss- und Renovierungsarbeiten.

Stadtweites Konzept

»Graffiti an unzulässigen Orten, die nicht als legale Flächen ausgewiesen sind, bleiben im Stadtbild ein großes Ärgernis«, sagt Oberbürgermeister Michael Ebling auf unsere Nachfrage hin. »Ich habe deshalb im vergangenen Jahr die Kolleginnen und Kollegen der zuständigen städtischen Stellen beauftragt ein Konzept zur Beseitigung illegaler Farbschmierereien zu erarbeiten, welches auch eine zentrale Meldeeinrichtung, zum Beispiel eine Graffiti-Hotline, und die Einrichtung eines Fonds, aus dessen Mitteln die Verunreinigungen im Stadtbild entfernt werden könnten, vorsieht. Ziel ist es, ein stadtweites Konzept zu erarbeiten, bei dem auch Partner, wie zum Beispiel Mainz 05 und die Polizei, eingebunden sind. Das Konzept soll Maßnahmen zur Prävention und Beseitigung des Graffitiproblems beinhalten. Mein Ziel ist es, dass solche Farbschmierereien schnellstmöglich aus dem Stadtbild entfernt werden.«

Auch von Seiten des Citymanagements gibt es Initiativen: so z.B. die »Projektgruppe Graffiti«, die aus der Arbeitsgruppe »Erlebnisraum Innenstadt«, die sich im Rahmen des Zukunfts-Workshops des Vereins Mainz Citymanagement gegründet hat, hervorgegangen ist. Der Citymanager setzt dabei vor allem auf den Dialog mit Innenstadtakteuren und Bürgern.

Kommunikation und Freiflächen

Mainz 05, so der Vorsitzende Stefan Hofmann, »hat grundsätzlich wenig Einfluss auf das Fehlverhalten einzelner Personen aus dem Umfeld des Vereins hinsichtlich von Schmierereien in der Stadt. Wir stehen über unsere Fanbeauftragten und gemeinsam mit dem Fanprojekt im regelmäßigen Austausch mit der Fanszene, um möglichem Fehlverhalten von Personen aus diesem Personenkreis kommunikativ entgegenzuwirken.«

Gute Erfahrungen wurden mit der Bereitstellung von Flächen für legale Graffitis im Umkreis der OPEL ARENA gemacht. »Wir haben«, so der Vorsitzende weiter, »darüber hinaus auf Anfrage der Stadt unsere Bereitschaft signalisiert, als Teil der Stadtgemeinschaft einen Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten, sehen uns hier allerdings nicht in der Verantwortung oder Haftung für das Fehlverhalten Einzelner. Graffitis in der Stadt sind zudem nicht nur auf eine bestimmte Gruppierung zurückzuführen.«

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1903rheinhessen-kraeuterwanderung

Es kann losgehen!

Morgens ist es früher hell, abends ist es später dunkel – es wird Zeit für Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände. Beispiele gefällig? Bitte schön!

Die Nordic-Walker laden ein zum Saisonstart am 10.03.19 von 10 bis 12 Uhr. Die richtige Technik beim Nordic-Walking, Material, Kleidung und Schuhwerk stehen im Vordergrund. Treffpunkt: Bushaltestelle in der Dorfmitte, Siefersheim, 12 € inkl. Imbiss, Wasser und ein Glas Wein. Anmeldung erforderlich: Dieter Luger, 06703/1525,  d.luger@rheinhessen-walker.de

Kräuterführung: Wilde Frühlingskräuter – Mineralien und Vitamine in Hülle und Fülle am 13.03.19, um 17 Uhr. Aktuelles Wissen zu den Frühlingskräutern und zur historischen Bedeutung der Kräuter stehen im Mittelpunkt der gut zweistündigen Führung. Treffpunkt: Weingut und Kräuterhof Mann, Eckelsheim. Unbedingt anmelden: Tel. 06703 1294, christina.mann@kwb-rheinhessen.de

Niersteiner Adelshöfe Rundgang, am 13.03.19 um 18 Uhr. Die Kultur- und Weinbotschafterin Heike Heß lädt ein zum Ortsrundgang mit dem Schwerpunkt beim Ensemble am Marktplatz. Dauer: ca. 1,5 Stunden, zum Abschluss ein Glas Wein. Treffpunkt: im alten Ortskern von Nierstein, »In den Weingärten«, vor dem Haus Nr. 18. Kosten: 6 €/Pers. Kontakt: 06133 927832 oder heike.hess@kwb.de

Hohlwegewanderung zum Frühlingsanfang am 23.03.19 von 10 bis 16 Uhr. Die Tour (12 km) führt durch die einzigartigen Hohlwege von Mettenheim nach Guntersblum entlang des RheinTerrassenWeges. Treffpunkt: Parkplatz am Bahnhof, Mettenheim. Preis 35 €/Pers. inkl. Picknick, Zugticket nach Mettenheim. Kontakt: Stefan Grimm, Tel. 06733 948921, E-Mail: stefan.grimm@herberge-rheinhessen.de

Auftaktwanderung bei den Siefersheimer Kräuterhexen, am 24.03.19 von 10:30 bis 14 Uhr. Welche Bedeutung hat Vitamin C für unser körperliches Wohlbefinden? Die Siefersheimer Kräuterhexen servieren ihre Hexensuppe am »Zauberwald«. Kontakt: Karin Klemmer, 06703 1092, siefersheimer-kraeuterhexen@gmx.net

Frühling in Neu-Bamberg, am 30.03.19 um 15 Uhr. An der Kandelpforte beginnt der Rundgang mit einem Rückblick auf die geologische Vergangenheit der Region. Nach dem Ausblick auf der »novoboimborg« geht es durch den Wald zur Küchenschelle. Treffpunkt: Parkplatz unterhalb des Rathauses, Am Burggraben 7. Kosten: 6 € p/P. Infos bzw. Anmeldung Christel Höpfner, Tel. 06703 307357, Christel.hoepfner@kwb-rheinhessen.de

 

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unterhaus: Exporte aus dem Ruhrgebiet

Im Mainzer unterhaus berichten »Großkaräter aus dem Ruhrgebiet« (»La Signora«, Fatih Çevikkollu), was sie auf sich nehmen, um in »heiligen Hallen« auftreten zu können und wie sie »Sein von Schein« unterscheiden.

Mag der Ausstieg aus der Kohleförderung auch beschlossene Sache sein – das Ruhrgebiet hat weit mehr Exportschlager als das von den Kumpeln aus der Tiefe geförderte Erz: Dazu gehören vor allem Kabarettisten, von denen das Unterhaus im März gleich zwei Großkaräter begrüßt.
»La Signora«, wie sich die schwarz gewandete Carmela de Feo nennt, gastiert am 21. März und verlässt dafür »Die Schablone, in der ich wohne«, so der Name ihres aktuellen Programms. Hierin erzählt sie, was sie als Künstlerin so alles auf sich nehmen muss, um in solch heiligen Hallen wie dem Unterhaus auftreten zu können. Am Ende klatscht man aus Begeisterung – und fast auch ein wenig aus Mitleid.

Eine ähnlich perfekte Illusion gibt es am 22. und 23. März zu bestaunen: die »FatihMorgana«. Dereinst im Kiosk von Atze Schröder ausgebildet hat Fatih Çevikkollu gelernt, den Nachrichtenwert zu schätzen und Sein von Schein zu unterscheiden.
In Zeiten von Fakenews informiert er rasant-relevant und politisch-provokativ. Mediale Verdauungsprobleme führen zum ultimativen Shitstorm – nur gut, dass Webmaster Fatih den Überblick behält und Durchblick vermittelt.

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Textquellen, Infos und Karten: www.unterhaus-mainz.de



tanzmainz festival

tanzmainz festival #3: Programm aus vier Kontinenten

Bereits zum dritten Mal lädt das Staatstheater Mainz vom 27.3. bis 6.4. zum tanzmainz festival ein.

Dank der Unterstützung durch zahlreiche Sponsoren und Förderer bietet das Festival ein aufregendes und facettenreiches Programm aus vier Kontinenten. Neben herausragenden Ensembles wie der Crew von Südkoreas Starchoreografin Eun-Me Ahn ist die kanadische Tanzikone Louise Lecavalier ebenso zu Gast wie etwa Choreografin Alice Ripoll und ihr Ensemble aus Rio de Janeiro.




Barry Nolan

Mainzer Kopf: Gepflegte Pub-Kultur

Am 17. März ist St. Patricks Day. Der irische Gedenktag wird überall in der Welt gefeiert. Auch in Mainz. Hier wird zwar nicht der Rhein grün eingefärbt, aber in den Irish Pubs das Bier, zum Beispiel bei Barry im »Nolan‘s«.

Grün. Die Farbe Irlands. Am St. Patricks Day sticht sie hervor. Der Chicago River ist grün, in München wogt es grün von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz, anlässlich der Parade zu Ehren des irischen Nationalheiligen. Im Vergleich dazu wirkt grün gefärbtes Bier in den Irish-Pubs in Mainz schon fast unterkühlt.

Barry Nolan erlebt seit 30 Jahren die Begeisterung für den irischen Nationalfeiertag in Deutschland. Rational erklärbar sei das nicht – andererseits: »Überall auf der Welt feiern die Menschen gerne und nutzen jeden Anlass, der sich bietet. In Mainz wird ja auch das Oktoberfest gefeiert und Halloween.«

Barry Nolan war 18 Jahre alt, als er nach Deutschland kam. Ein Freund in Frankfurt vermittelte ihm 1989 eine Stelle und eine Wohnung. Bleiben wollte der Ire nur ein paar Monate und dann weiterziehen, um die Welt kennenzulernen. Stattdessen blieb der heute 48-Jährige im Rhein-Main-Gebiet und widmet sich hier der irischen Pub-Kultur.

Die Mischung machts

»In Irland ist es seit Jahrhunderten normal, vielmehr meistens notwendig, dass die jungen Menschen ins Ausland gehen, um Arbeit zu finden. In unserer Familie bin ich der Einzige, der nicht mehr zuhause lebt, das ist dann bei sieben Kindern schon ungewöhnlich.« Als Barry Nolan vor 30 Jahren nach Deutschland kam, sprach er kein Wort Deutsch. Gelernt hat er die Sprache, wie er sagt, »nebenbei« – und das perfekt. Nur der irische Akzent, der will nicht ganz weichen, was ihn ärgert.

Anfangs, in Frankfurt, arbeitete Barry Nolan auf dem Bau, wechselte dann in die Gastronomie – und lernte alles, was ein Wirt können muss. Unter anderem lernte er auch die beiden Iren kennen, die 1994 in Wiesbaden den ersten Irish Pub eröffneten und Barry Nolan einstellten. Ein Jahr später wechselte Barry Nolan ins neu eröffnete Irish Pub in Mainz, als Geschäftsführer. »Es gab in Deutschland keine Pub-Kultur, wie sie in Irland üblich ist, ein bisschen schummrig, mit Livemusik, mit echtem irischen Tee und natürlich mit Guinness.« Warum diese irische Kneipenkultur damals wie heute in Deutschland und überall auf der Welt so gut ankommt – Barry Nolan kann nur mutmaßen. »Die Gäste singen gerne, sie reden gerne miteinander und sie trinken gern – diese Mischung gibt es in jedem Irish Pub.« Vermutlich seien die Iren spontaner, gastfreundlich sind sie sowieso, so dass die Stimmung in den irischen Pubs lockerer, gelöster wirke.

Als 2014 nahe des Hauptbahnhofs die mittlerweile vierte irische Kneipe in Mainz öffnete, wechselte Barry Nolan wiederum als Geschäftsführer in das »Kellys«. Drei Jahre später konnte er sich seinen Traum erfüllen und eröffnete in der Altstadt das »Nolan‘s«. In diesem irischen Pub ist er sein eigener Herr und es geht etwas ruhiger zu: »Ich werde ja auch älter.« Die Mainzer Spezialität, babbeln, steht im Vordergrund, die irische Musik klingt etwas dezenter, irische Biere fließen aus den Zapfhähnen, die Whisky-Auswahl ist ordentlich und am 17. März dominiert auch hier das irische Grün.

Gefühle unter einen Hut bringen

Seit 15 Jahren ist Barry Nolan mit seiner Frau Gurur verheiratet – deren Familie stammt aus der Türkei. Mittelpunkt des Familienlebens sind die beiden Töchter, neun und elf Jahre, sie können dreisprachig aufwachsen und lernen von klein auf, wie unterschiedliche kulturelle Prägungen im direkten Miteinander klar kommen.

Was die Nationalität angeht, hat Barry Nolan zwei Seelen in seiner Brust: Er lebt viel länger in Deutschland und in Mainz als er in Wexford in Irland gelebt hat und sagt: »Ich bin Ire und ich liebe Deutschland«. Das passt für ihn gut zusammen, bringt zwei Gefühle unter einen Hut: »Ich bin gerne in Irland und mein Zuhause ist in Lörzweiler.«

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Frühlingserwachen

Ansteckungsgefahr: Frühlingserwachen

Der Botanische Garten der Universität Mainz ist ein pflanzliches Kleinod zu jeder Jahreszeit. Im Frühling aber sprüht es dort förmlich vor Lebensfreude – das wirkt ansteckend!

Während der normalen Öffnungszeiten können Alle, die mögen, auf eigene Faust und zum eigenen Vergnügen über das Gelände wandeln. Die Beschilderung der Pflanzen und Bäume erlaubt einen zumindest oberflächlichen Eindruck der Vielfalt, die hier im Wandel der Jahreszeiten zu bestaunen ist. Wer sich mit den Gegebenheiten intensiver vertraut machen möchte, kann sich zum Einstieg beispielsweise einer der Sonntagsführungen anschließen.

Die öffentlichen Führungen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gartens, des Instituts für organismische und molekulare Evolutionsbiologie, von Mitgliedern des Freundeskreises des Botanischen Gartens oder von fortgeschrittenen Studierenden durchgeführt. Sie dauern etwa 90 Minuten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Erwachsene zahlen eine Gebühr von 3 Euro, für Kinder und für Mitglieder im Freundeskreis des Botanischen Gartens sind die Führungen kostenlos. Alle Führungen starten am Haupteingang zum Freilandgelände, Anselm-Franz-von-Bentzel-Weg 9b.

Am Sonntag, 24. März 2019 um 11 Uhr führt Dr. Ute Becker durch den Garten unter dem Motto »Blüht schon was?«

Am Sonntag, 31. März 2019 um 11 Uhr führen Beatrice Swiatkowski und Bernd Mengel und erläutern »Frühlingsarbeiten im Garten«.

An Sonntagen bieten die Garten-Mitarbeiter/-innen zudem »Expeditionen Vielfalt« für Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren an. Das Programm beinhaltet die Möglichkeit, die spannende Pflanzen- und Tierwelt im Botanischen Garten genau zu untersuchen. Wer an allen sechs Terminen teilnimmt, bekommt eine Auszeichnung zum »Pflanzenvielfaltsexperten«. Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro pro Termin. Hierzu ist eine Anmeldung erforderlich: www.botgarten.uni-mainz.de/gruene-schule/anmeldung.

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www.botgarten.uni-mainz.de



Mogunzius-Symbol

Mogunzius: Personell hervorragend aufgestellt!

Ich habe mich im letzten Monat mit der Frage befasst, warum die Mainzer CDU zu den Oberbürgermeisterwahlen in diesem Jahr einen parteilosen Kandidaten aufstellt.

Nino Haase, so heißt er, wurde mit 93% Prozent der Stimmen auf der CDU- Mitgliederversammlung gewählt. Ein Chemiker, der zurzeit über seiner Doktorarbeit sitzt, keinerlei Verwaltungserfahrung hat und über dessen Politikerfahrung bisher nur bekannt ist, dass er maßgeblich in der Bürgerinitiative gegen den Bibelturm aktiv war. Herr Haase möchte »Dynamik entfachen und Mainz entfesseln«. Man möchte ihm zurufen, dass er als OB auch noch nebenbei Chef des Stadtkonzerns mit ca. 7-8.000 Beschäftigten in Verwaltung und Betrieben wird und möchte ihn fragen, was man darüber im Chemiestudium lernt.

Auf dem Parteitag hat die CDU-Vorsitzende noch einmal betont, man sei »personell hervorragend aufgestellt«. Im Stadtteil Weisenau, wurde vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Hanns-Georg Schönig die »jüngste Ortsvorsteherkandidatin, die wir je hatten« bejubelt. Übersehen hat Herr Schönig,, dass die Dame zu jung war und laut Gesetz nicht kandidieren darf. Da die Partei ja »personell hervorragend aufgestellt« ist, tritt jetzt der Vater der jungen Frau an: Lukas Augustin! »Googeln« Sie den Namen ruhig, Unterstützung für ihren Kandidaten Haase bekommt die CDU von der ÖDP. Vielleicht sollte die Partei eher »CMP« heißen: »Claudius Moseler Partei«. Dr. Moseler ist Generalsekretär der Bundes-ÖDP, sitzt in der Landesgeschäftsstelle der ÖDP Rheinland-Pfalz, ist Kreisvorsitzender der ÖDP Mainz, Fraktionsvorsitzender der ÖDP, Ortsvorsteher in Marienborn und eine Dame namens Moseler ist Fachpolitische Sprecherin der Ratsfraktion…. Herr Dr. Moseler hat Ähnliches versucht wie die CDU. Er hat den Inhaber eines Metzgerei-Imbisses in der Neustadt zum Ortsvorsteherkandidat gekürt – der wollte gar nicht, weil er sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlt. Für den Lerchenberg benennt Dr. Moseler einen Kandidaten, der tritt auch zurück.

Ach ja, bevor ich es vergesse: im letzten MOG habe ich behauptet, Frau Groden-Kranich sei durch die Affäre Hartman in den Bundestag gespült worden. Das stimmt nicht, sie ist direkt gewählt worden als Hartmann noch (zumindest äußerlich) in Kraft und Saft stand. Sonst muss ich nichts korrigieren. Vielleicht nur noch, dass das von mir angegebene Bundestagsgrundgehalt von Frau Groden-Kranich in Kürze nicht mehr stimmt, es wird wieder erhöht und beträgt dann über 10.000 €.

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Dhobet Gnahore

Frankfurter Hof: Die »größte Stimme« Westafrikas

»New Afro Pop« mit Dhobet Gnahore, Ausstellung, Vortrag, Modenschau und kulinarischen Köstlichkeiten: am 20. März ab 18 Uhr im Frankfurter Hof.

Die Sängerin, Tänzerin und Perkussionistin Dobet Gnahoré wuchs in einer Künstlergemeinde in der Elfenbeinküste auf und studierte in jungen Jahren Tanz, Theater und Musik. Ihre internationale Karriere begann 1999, als sie im Duo mit Colin Laroche in Europa auftrat. Seither tourt sie regelmäßig mit ihrer Band rund um den Globus.

2010 gewann Dobet Gnahoré gemeinsam mit der US-Sängerin India Arie einen Grammy Award für den Remix des Songs »Palea«. Ihr fünftes Album unterscheidet sich stilistisch von den vorherigen: Elektronische Elemente vermischen sich mit westafrikanischen Mandingo-Melodien, ivo­rischen Ziglibiti-Gitarrenläufen, kongolesischen Rumba-Rhythmen und kamerunischem Bikutsi-Pop. Mit Nicolas Repacs Unterstützung hat sie ein Album herausgegeben, das mehr ist als Tanzmusik.

Die Wurzeln von »MIZIKI« liegen in dem »Feuerball«, der in ihr brennt. Ihre Worte sind einfach und direkt und daher universell. »Akissi« spricht von der Rebellin, die sie immer sein wird, »Miziki« von ihrer Liebe zur Musik, »La clé« von einer verlorenen Liebe (und einer neu gefunden), während »Bildung« für die Emanzipation unerlässlich ist.

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Fahrradweg

Mitten auf dem Fahrradweg

Die Verkehrszeichen stehen genau in der Mitte, Radfahrende und Fußgänger/-innen müssen ihnen ausweichen. Eine Radtour mit ADFC-Mitgliedern brachte weiteres Ungemach für Radfahrende an den Tag.

Wir starten in Bretzenheim in der Marienborner Straße. Der kombinierte Rad- und Fußweg entlang der Mainzelbahn ist neu. Alle Verkehrszeichen für Radfahrende und zu Fuß gehende stehen mitten im Weg (siehe Foto oben). Warum? Wolfgang Stallmann schüttelt den Kopf, er versteht es nicht. »Wir weisen die Verwaltung immer wieder darauf hin, dass das gefährlich ist und trotzdem werden die Verkehrszeichen immer wieder so aufgestellt.« Stallmann ist als Vorsitzender des ADFC Mainz-Bingen seit Jahren im Gespräch mit der Mainzer Verwaltung, mit allen, die irgendwie mit dem Radverkehr befasst sind. Er weiß, es gibt viel guten Willen, um den Radverkehr in Mainz zu fördern. Er weiß auch, guter Wille allein reicht nicht.

Unsinniger Schilderwald

Besagter Weg ist für Radelnde in zwei Richtungen befahrbar, Fußgänger sind zu beachten. Eigentlich wäre es eine optimale Strecke, um flott aus Richtung Lerchenberg und Marienborn mit dem Rad Richtung Uni, Hochschule und Innenstadt zu kommen. Aber an jeder Straßeneinmündung zwingen Verkehrszeichen Radelnde zum Anhalten: Fahrradweg Ende, Fahrradweg Anfang – dazwischen z.B. der schmale Weg, der auf das Gelände der Kita Gartengewan und der Erich-Kästner Grundschule führt. »Unsinn«, sagt Stallmann schlicht zu diesem Schilder-Wald (siehe Foto unten links). Weniger Meter weiter bremst das Verkehrszeichen Vorfahrt beachten die Radfahrenden aus, hier ist der einmündende Verkehr zu beachten. Wieder einige Meter weiter zeigt die Ampel rot für Fußgänger/-innen und Radler/-innen. All das macht Radfahren zum zähen Stopp-and-Go. Der breite Bürgersteig auf der anderen Seite der Marienborner Straße war früher als kombinierter Fuß-Radweg ausgewiesen, Radelnde kamen in Richtung Marien­born/Lerchenberg flott voran. Nun sind die Schilder weg, damit darf der Bürgersteig nicht mehr mit dem Rad befahren werden. Was sich die Verkehrsplaner dabei gedacht haben? DER MAINZER fragt in der Mainzer Pressestelle nach, die Antworten lesen Sie in der April-Ausgabe.

Rheinallee: Manöver nur für Geübte

In der Innenstadt, auf dem kombinierten Rad- und Fußweg entlang der Rheinallee, zwischen Kaisertor und Dieter-von-Isenburg-Straße stehen wir vor dem Verkehrszeichen »Fahrradweg Ende« (siehe Foto oben rechts) und überlegen, wie können und dürfen wir in Richtung T-H-Brücke und /oder Große Bleiche weiterfahren? Auf der Straße? Auf dem Bürgersteig?

Wolfgang Stallmann erklärt, das Schild Ende des Fahrradweges ist eindeutig: hier endet die Berechtigung, auf dem Bürgersteig zu radeln. Regelkonform müssen Radler/-innen das Stück zwischen Schild und Ende des Bürgersteiges schieben, ebenso über den Fußgängerüberweg in der Dieter-von-Isenburg-Straße – dann aber auf keinen Fall auf dem Bürgersteig weiterfahren! Zwar war der Bürgersteig bis vor zwei Jahren noch per Schild für den Radverkehr freigegeben, das Verkehrszeichen wurde aber entfernt, ergo ist Radeln auf dem Bürgersteig verboten. Radler/-innen müssen sich auf die dreispurige Rheinallee einfädeln. Wer an der folgenden Ampel (Kreuzung Rheinallee und Große Bleiche) auf die Auffahrt zur T-H-Brücke wechseln will, muss sich irgendwie wieder auf den Bürgersteig mogeln, um an der Fußgänger-/Radfahrerampel warten zu können. Solche Manöver sind nur geübten und mutigen Radler/-innen zu empfehlen.

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www.adfc.de

 

 

 




Sitzungssaal Stadtarchiv Mainz

Das Maskulinum & der Frauentag

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, sehr geehrte LeserInnen, sehr geehrte Leser/-innen – wie hätten Sie es denn gerne?

Es geht hier um Sprache, vor allem um deren männliche Anteile. Eines vorweg: ich fühle mich als Frau nicht benachteiligt, lese ich in der Zeitung Radfahrer hätten dies und jenes gemacht.

Wenn Sie jetzt fragen, »na und?«, ist es Ihnen nicht aufgefallen: Radfahrer ist ein Substantiv und maskulin, also männlich. Korrekt gesprochen »Radfahrer und Radfahrerinnen«. In der geschriebenen Variante: »Radfahrer/-innen«. Oder »RadfahrerInnen«. Ich sehe förmlich die Adern der Sprachpuristen schwellen. Aber, im Duden stehen ja auch Anglizismen. Und die Schreibweise »/-innen«. Die ist damit »amtlich«. Aber kein Muss. Wer mag, redet und schreibt weiterhin allein in der maskulinen Form. Manche Menschen machen das sogar bewusst, empfinden die Nennung von Weiblein und Männlein in allen offiziellen Schreiben als Blödsinn. Überhaupt, diese ganze politische Korrektheit …

Ich springe jetzt ein Jahrhundert zurück. Auf dem Foto ist der Sitzungssaal der Mainzer Stadtverordneten um 1920 zu sehen. Ein Jahr zuvor, 1919, konnten auch die Mainzerinnen zum ersten Mal an einer Parlamentswahl teilnehmen. Eva Weickart, Leiterin des Mainzer Frauenbüros, berichtet in einem Vortrag am 9. März 2019 im Stadthistorischen Museum darüber – es ist eine der Veranstaltungen im Rahmen des Internationalen Frauentags am 8. März. Zehn Tage später, am 18. März, ist »Equal Pay Day«. Vom 1. Januar bis zum 18. März 2019 haben Frauen in Deutschland umsonst gearbeitet. Denn der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied beträgt in Deutschland 21 Prozent (laut Statistischem Bundesamt 2018). Daraus ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen), an denen Frauen für ihre Arbeit nicht entlohnt werden. Deshalb fällt der »Equal Pay Day« 2019 auf den 18. März.

Was das mit der Schreibweise »/-innen« zu tun hat? Nun, es ist sicher einfacher in Reden und Schriften die maskuline und feminine Ansprache zu gebrauchen, als dafür zu sorgen, dass Frauen immer und überall ebenso viel verdienen wie Männer – was nicht nur eine Aufgabe für Politiker/-innen ist. In vielen Unternehmen in Deutschland gibt es diese Entgeltunterschiede. Darüber reden – zwischen Frau und Mann? Ui-jui-jui-au-au-au!

Sprache ist dagegen allgegenwärtig und alltäglich, ergo gut geeignet, auf etwas so selbstverständliches, wie die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ständig hinzuweisen. Ich schreibe also in meinen Texten nicht aus Jux und Dollerei Radler/-innen und Bürger/-innen. Das Binnen I ist zwar kürzer, sprachlich korrekt (weil es der Deutsche Rechtschreibrat so akzeptiert hat) ist aber »/-innen«. Das unterbricht tatsächlich den Lesefluss, wird als »störend« empfunden. Wetten, dass sich das legt, je häufiger »/-innen« geschrieben wird? Und wenn diese Schreibweise dann sogar von Männern als ganz selbstverständlich gebraucht wird, reduzieren sich auch die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern alsbald. An den Weih­nachts­mann glaube ich zwar nicht mehr. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

 

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Restaurant Elder

»Elder«: Auf einem guten, kreativen Weg

Das Restaurant »Elder« in Gau-Algesheim bietet weit überdurchschnittliche, mutige Küche in einer insgesamt florierenden rheinhessischen Gastronomie-Landschaft.

Der Marktplatz von Gau-Algesheim ist malerisch. Mit etwas Glück erhaschen Autofahrer hier sogar eine Parkmöglichkeit – so wie wir kürzlich an einem kühlen Spätwinterabend. Zum Restau­rant »Elder« sind es nur ein paar Schritte übers Pflaster und eine kleine Treppe hinan. Große Fensterfronten eröffnen von drinnen den Blick auf das Leben im Ortskern.

Das Ambiente ist modern und klar, etwas kühl, aber nicht ungemütlich. Unser Besuch beginnt mit einer netten Überraschung: Als Amuse gueule wird jedem am Tisch eine Geflügelleberpraline gereicht, die aufgrund ihrer geschmacklichen Feinheit bezüglich der weiteren Speisen einiges erhoffen lässt.

Mister X startet mit Roastbeef, das mit Meerrettich-Mousse und einem kleinen Salatbouquet garniert ist (9,40 Euro). »Der Salat ist schön frisch, die Mousse schmeckt sehr fein, und das Fleisch ist wie gemalt«, resümiert mein immerwährender Begleiter in aller Kürze und voller Lob. Unser Begleiter nimmt als Vorspeise die Zitronengras-Chilisuppe mit gebratener Kokosgarnele zu 5,90 Euro. Das Fleisch des Meerestiers schildert er als »wunderbar saftig«, die Panade drumrum ist für ihn allerdings »ziemlich matschig«.

Mir bringt die freundliche wie auskunftsfreudige männliche Servicekraft die Kartoffelsuppe mit Zwetschgenklößchen (5,30 Euro). Erfreulich ist der absolut authentische Erdapfel-Geschmack, die Kloßschale präsentiert sich extrem fest und ist mit der Löffelkante schwer zu durchdringen, die Pflaume hält sich geschmacklich zurück. Gleichwohl ergibt sich ein recht ansprechendes Ensemble, das Erinnerungen an die althergebrachte regionale Speisenkombination aus Kartoffelsupp und Quetschekuche aufkommen lässt. Zum Entrée bekommt der Gast übrigens drei frische Scheiben Weißbrot in einer Keramikschale.

»Gebratene Entenbrust mit Trauben-Birnen-Chutney, Spinat und Gremoulata-Risotto« heißt die Hauptspeise, die 17,90 Euro kostet und Mister X nun serviert wird. Auch beim Genuss dieses Gerichts stellt sich Freude ein: »Das Fleisch ist perfekt gebraten, die Konsistenz des Risottos einwandfrei. Der Spinat passt ausgezeichnet zur Gesamtkreation, und das Chutney präsentiert sich angenehm fruchtig.«

Schnitzelpanade leider zu dunkel

Nicht ganz so euphorisch äußert sich unser Vis-à-vis. Die Panade seines Wiener Schnitzels, das in Form zweier großer Kalbfleischstücke auftritt, ist offensichtlich zu dunkel geraten. Die beiliegenden Bratkartoffeln seien »ein wenig labberig«. Das Fleisch selbst wird als qualitativ gut geschildert. Insgesamt sei aber zuviel Salz im Spiel. Positiv, so unser Tischgenosse, schlage die originale Wiener-SchnitzeI-Garnitur mit Zitonenscheibe und Kaper in der gerollten Sardelle zu Buche. Darüber hinaus gefiel der »liebevoll zusammengestellte Salat« mit (unter anderem) Chicorée, Eichblatt, Radieschen, Gurke und Frühlingszwiebeln. Berechnet werden für dieses Schnitzelgericht 18,20 Euro.

An meiner Roten Meerbarbe zu 14,60 Euro gibt es wahrlich nichts auszusetzen. Der Fischgeschmack ist fein, der der hellen Sauce, die perfekt mit den Linguini harmoniert, dezent würzig. Ich bin uneingeschränkt zufrieden.

Drei durchweg probierenswerte Desserts

Da wir drei an diesem Abend ganz überwiegend erfreut sind von der dargebotenen Küchenleistung, wollen wir auch noch erfahren, wie es das Restaurant »Elder« mit den Desserts hält. Mokkaparfait (mit Mandarinenschaum und Grand-Marnier-Praline, 6,60 Euro), Nougat-Crème-Brûlée (mit Rotweinkirschen, 6,20 Euro) und das Schokoladenküchlein (mit Vanillesauce und Gewürzorangen, 6,50 Euro) versüßen uns im wahren Wortsinn den Abschied vom »Elder«. Die vermeintlichen Schwächen, die wir bei den Nachspeisen festgestellt haben, bewegen sich im µ-Bereich.

| LOU KULL

ESSEN8,0
TRINKEN7,5
SERVICE8,0
AMBIENTE7,5
PREIS/LEISTUNG8,5
GESAMT39,5 : 5 = 7,9 KAPPEN

FAZIT

Das »Elder« wäre vor 20 Jahren eine Sensation gewesen, damals, als Rheinhessen noch gastronomische Diaspora war. Heute, in einer qualitativ florierenden Gastronomie-Landschaft, ist das Restaurant ein Ort mutiger, kreativer Küche, die mit Überlegung geleitet wird und zweifellos zu den oberen 25 Prozent gehört. Allein die letzte Brillanz fehlt den Speisen bisweilen, was Geschäftsführer und Küchenchef Martin Holler aufgrund seiner akribischen Arbeit und seiner Begeisterung fürs kulinarische Details mit ziemlicher Sicherheit korrigieren wird. Als unaufdringlich und sachkundig haben wir den Service wahrgenommen.

Die Weinkarte ist mit Bedacht zusammengestellt und bezieht bewusst Weingüter aus der näheren Umgebung mit ein. Sehr gut gefielen uns zwei Weine vom Weingut Fleischmann, das fast in Sichtweite vom »Elder« liegt: der 2016er Chardonnay S tro­-cken (4,80 Euro für 0,2) und der 2015er halbtrockene Dornfelder aus der Gau-Algesheimer Abtei (4,30 Euro). Erstaunlich zeigte sich zudem der 2017er Sauvignon blanc trocken vom Gau-Algesheimer Johannisberg aus dem Weingut St. Quirinus-Hof (4,90 Euro). Im »Elder« bekommt man viel Gutes für sein Geld.

Restaurant Elder
Marktplatz 2
55435 Gau-Algesheim
Tel. 0 67 25 / 307 72 27
Fax 0 67 25 / 307 72 26
info@restaurant-elder.de
www.restaurant-elder.de
Öffnungszeiten:
Mo und Mi bis Sa 16.30 bis 23 Uhr
So 11 bis 14.30 und 16.30 bis 22 Uhr
Di Ruhetag



altstadt-gehm-fastnachtsstekt

Gehm: Original Määnz – Fastnachtssekt

Wie jedes Jahr zur Fastnacht, ist bei Gehm Feinkost am Fuße des Doms wieder »Fastnachtssekt« erhältlich. Eine aparte, trockene Spezialität mit wenig Säure. Das vierfarbbunte Etikett auf der attraktiven blauen Flasche gibt dieser ausgefallenen Spezialität ihr unverkennbares Äußeres.
Zwischen weiteren regionalen und internationalen Delikatessen findet sich auch der hochprozentige »Mainzer Narren tropfen« als vollmundige Ergänzung. Die muss mer ääfach enoi losse.

 




Rheinland-Pfalz Ausstellung

»Du und Dein Garten« auf der RLP-Ausstellung

Mit drei großen Erlebniswelten kommt die 48. Rheinland-Pfalz Ausstellung, vom 6. bis 14. April auf die Messe Mainz: Mein Zuhause, Meine EinkaufsWelt, Meine InfoWelt.

Das ist aber lange nicht alles. Die Sonderschau »Grillen« erlebt ihre zweite Auflage, das Kinderparadies ist neun Tage geöffnet, an den Wochenenden gibt es Spezialmessen, erstmals finden die »Gesundheitstage Rheinland-Pfalz« statt – und die Eintrittskarten gibt es jetzt auch online.
Die größte Verbrauchermesse des Bundeslandes und des Rhein-Main-Gebiets präsentiert Produkte und Dienstleistungen rund um den alltäglichen Bedarf und die private Investition kurz vor dem Frühlingsanfang.

Neben der integrierten Messe »Du und Dein Garten« und den drei sogenannten Erlebniswelten runden die Spezialmessen TouristikWelt« und »FaireWelten« (beide 6. bis 8. April) und die Weindirektverkaufsmesse »RegioWein« (12. bis 14. April) zusammen mit dem neuen Messebereich »Gesundheitstage Rheinland-Pfalz« (13. und 14. April) an den Wochenenden das Programm ab.

| SoS

www.rlpa.de



Kelly Entertainment

Kelly Entertainment: Magie zum Anfassen mit Buffet

Es ist ein ganz neues Show- und Zaubererlebnis, die historische Kulisse des Alten Amtsgerichts in Oppenheim bietet dafür den perfekten mystischen Rahmen. Nur wenige Zentimeter vor den Augen der Gäste zeigt Magier und Illusionist Dr. Alexander Mabros Zauberkunst pur: Zum Greifen nah und dennoch völlig unbegreiflich.

Im Hautnah-Magie-Theater werden die Gäste auf eine sinnliche Reise entführt, dazu serviert die Küche zum Sektempfang ein exklusives Fingerfood-Buffet. Zur Show geht es in den historischen Gerichtssaal in dem maximal 77 Zuschauer Platz um einen halbrunden Tisch finden. Die Bänke sind teilweise erhöht, damit alle eine gute Sicht haben. Die sogenannte Close-Up-Zauberkunst, die die Zuschauer dann unmittelbar vor den eigenen Augen erleben, lässt sie in eine Welt eintauchen, in der alle Naturgesetze außer Kraft gesetzt scheinen.
| SoS

Premiere: 15. März 2019, weitere Termine 16. März, 24. & 25. Mai
sowie 2. November 2019. Tickets etc.: www.eventdinner.com



möbel martin

Möbel Martin: 05-Legende moderiert Autogrammstunde

Der scheidende Stadionsprecher des 1. FSV Mainz 05, Klaus Hafer, wird am 14. März um 18 Uhr ein letztes Mal die »05er-Autogrammstunde bei MÖBEL MARTIN« moderieren.

Die etwa einstündige Veranstaltung findet im großen Fan-Shop im 3. Obergeschoss des Einrichtungshauses statt.

Klaus Hafner, die Sprecher-Legende und Träger der »Fair Play-Medaille«, wird bei dieser legendären »05er-Autogramstunde bei MÖBEL MARTIN« von drei Bundesliga-Stammspielern des Mainzer Erstligisten
begleitet – welche? Lassen Sie sich überraschen!

»Dass Klaus Hafner sich die Zeit nimmt und auf seiner Abschiedstour noch einmal bei MÖBEL MARTIN die 05er-Autogrammstunde moderiert, ist wirklich ein tolles Geschenk an unsere Besucher«, freut sich Peter Metzger, Geschäftsleiter des Mainzer Einrichtungshauses.

www.moebel-martin.de



Favotite

Favorite: Klassischer Familienbetrieb

Die geschäftsführenden Gesellschafter des Favorite Parkhotels in Mainz, Christian Barth und Anja Barth, sowie Senior-Chef Eberhard Barth wurden am 4. Februar in Berlin mit dem Branchen-Preis »Hotelier des Jahres« ausgezeichnet. Seit 1990 ehrt die AHGZ Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung mit dieser Auszeichnung herausragende Leistungen in der Hotellerie.

2019 hat die Jury einen klassischen Familienbetrieb ausgezeichnet. Seit fast 47 Jahren ist das Favorite Parkhotel in Mainz in Familienhand. Der Kernsatz der Familie Barth lautet: »Ein Generationswechsel funktioniert nur, wenn die junge Generation stolz ist, das weiterzumachen, was die Vorgänger aufgebaut haben, und die Alten stolz sind, dass die Jungen ihr Lebenswerk fortsetzen.«

www.favorite-mainz.de



Die Ohren sind das Tor zur Welt

Am 3. März 2019, zum Tag des Hörens, bieten viele Hörgeräteakustiker kostenlose Hörtests an. Das Motto in diesem Jahr lautet »Check your hearing«.

Haben Sie in einer gut besuchten Gastwirtschaft Mühe, einem Tischgespräch zu folgen? Wenn ja, dann gehören Sie vielleicht zu den 15 bis 20 Prozent Menschen, die unter einer Hörstörung leiden, oft ohne es zu wissen. Denn der Hörverlust stellt sich schleichend ein, und die meisten Betroffenen arrangieren sich viel zu lange damit. Sie überhören Türklingel und Telefon, stellen den Fernseher lauter bis sich der Nachbar beschwert, reden ihr Problem klein und entwickeln Ausweichstrategien.

Noch immer ist Schwerhörigkeit mit einem Tabu behaftet. Wer schlecht hört oder dauernd nachfragt, gilt schnell als anstrengend und begriffsstutzig. Viele Betroffene ziehen sich in eine selbst gewählte Isolation zurück, leiden unter Depressionen und einem sinkenden Selbstwertgefühl. Anders als Brillen gelten Hörgeräte noch immer als Stigma. Das Alter ist nur eine Ursache für einen Hörverlust. Dass Senioren schlechter hören, ist bis zu einem gewissen Grad normal. Meist betrifft das vor allem die höheren Frequenzen. Das Innenohr ist schlechter durchblutet, die dort angesiedelten Haarzellen werden unempfindlicher.

Aber auch junge Menschen haben zunehmend Hörprobleme. Auslöser kann zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, ein Knalltrauma oder ein Hörsturz sein, meist ist aber eine massive Lärmbelastung die Ursache. Rockkonzerte, Nachtclubs, Discos, Stereoanlagen – wird die Musik bis zum Anschlag aufgedreht, kann das auf Dauer zu bleibenden Schäden führen. Aber auch am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr sind wir von Lärm umgeben, der oft jenseits aller als medizinisch unbedenklich eingestuften Dezibel-Grenzen liegt. Und unsere Ohren sind rund um die Uhr auf Empfang – egal ob nur das Laub raschelt oder ein Silvesterböller explodiert. Die Bedeutung des Hörvermögens wird oft unterschätzt. Denn unsere Ohren geben uns mehr Informationen über die Welt, als wir glauben. So können wir zum Beispiel am Telefon hören, wenn ein Mensch lächelt.

Die gute Nachricht

Ein Hörverlust kann heutzutage von Ärzten und Hörgeräteakustikern sehr erfolgreich behandelt werden. Vor allem bei einer frühzeitigen Diagnose bedeutet das für Betroffene weiterhin ein hohes Maß an Lebensqualität. Übrigens: Die WHO hat die Veröffentlichung einer »Mobile App« angekündigt, mit der einfache Hörtests auf Smartphones durchgeführt werden können

| MW




Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung: Wie können die Bürger/-innen mitentscheiden?

Die Kommunalwahl in Rheinland-Pfalz findet zeitgleich mit der Europawahl am 26. Mai 2019 statt. In der März-, der April- und der Mai-Ausgabe befragt DER MAINZER die Mainzer Kandidatinnen und Kandidaten.

Wir beginnen mit dem Thema Bürgerbeteiligung. Seit Oktober 2018 moderiert die Bonner »Stiftung Mitarbeit« eine Arbeitsgruppe, die Leitlinien für die Bürgerbeteiligung in Mainz erarbeiten soll. Grundlage ist ein Stadtratsbeschluss vom 13. Juni 2018. Die 24-köpfige Arbeitsgruppe ist paritätisch besetzt und besteht aus Mitgliedern der Verwaltung, des Stadtrats und der Bürgerschaft. Das Konzept dieses trialogisch angelegten Entwicklungsprozesses wurde im November 2018 in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Die Projektleitung der »AG Leitlinien« liegt bei der Stabsstelle Arbeitsmarktförderung und Bürgerbeteiligung unter Horst Maus.

Eine Vielzahl von Kommunen in Deutschland haben bereits in partizipativen Prozessen ein Regelwerk erarbeitet, nachdem sie die Beteiligungsprozesse in ihrer Kommune organisieren: Wiesbaden, Darmstadt, Erfurt, Berlin, Stuttgart, Köln u.a.. Ziel ist, eine verlässliche Grundlage für die Zusammenarbeit von Bürger/-innen, Gemeinderäten und Verwaltung. Verwaltung und Politik schaffen einen rechtssicheren Rahmen, in dem Beteiligungsprozesse organisiert werden können. Bürger/-innen sollen dauerhaft eine Stimme bekommen und die Gewissheit haben, dass Bürgerbeteiligung regelmäßig in all den Prozessen praktiziert wird, die den Bürger/-innen wichtig sind (Quelle: Hanns-Jörg Sippel, Stiftung Mitarbeit, Vortrag »Der Mainzer Weg zur Entwicklung von Leitlinien Bürgerbeteiligung«, 20.11.18).

Erste Ergebnisse der AG Leitlinien sollen voraussichtlich Ende 2019 vorliegen und werden von der bis dahin gewählten politischen Mehrheit als verbindliches Regelwerk verabschiedet. Vor diesem Hintergrund fragte DER MAINZER die Parteien, die zur Kommunalwahl 2019 ihre Kandidatenlisten bis Anfang Febraur aufgestellt hatten: »Wie stellt sich Ihre Partei die Einbindung von Bürger/-innen in politische Entscheidungsprozesse in Mainz vor?« Mündlich oder schriftlich haben acht Parteien geantwortet: CDU, SPD, GRÜNE, FDP, Linke, ÖDP, FWG sowie die nicht im Stadtrat vertretene AFD.

Sabine Flegel, CDU

»Die Bevölkerung hat das Gefühl, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird«

Sabine Flegel, CDU

Sabine Flegel, CDU

Sabine Flegel, CDU, Stadtratsmitglied und Vorsitzende CDU-Kreisverband Mainz

»Die Bürgerbeteiligungsverfahren der Stadt sind oftmals eine reine Alibiveranstaltung. Die Bürger/-innen werden häufig erst eingebunden, wenn sich die Stadtspitze mit der Ampelkoalition auf eine bestimmte Variante geeinigt hat. Werden dann Personen aus der Bürgerschaft doch mal frühzeitig eingebunden, lässt man kritische Stimmen bewusst außen vor. Egal ob Bibelturm, Citybahn oder Schiffsanlegestelle, es gab eine Vielzahl von Negativbeispielen.

Wir als CDU wollen ALLE Bürger/-innen von Anfang an mitnehmen und beteiligen. Wichtige Projekte lassen sich nur MIT und niemals GEGEN die Menschen durchsetzen. Wir wollen die Mainzer/-innen zu Beginn eines Projekts einbinden, sie umfassend informieren und ihre Anliegen, Sorgen, Wünsche und Ideen im weiteren Prozess berücksichtigen. Ein Grundsatzbeschluss des Stadtrats darf erst am Ende dieses Prozesses erfolgen. Nur auf diese Weise wird es gelingen, Politik für die Menschen wieder nahbar zu machen.

Johannes Klomann, SPD

»Bürgerbeteiligung ist ein langer Lernprozess für alle Beteiligten«

Johannes Klomann, SPD

Johannes Klomann, SPD

Johannes Klomann, SPD, Landtagsabgeordneter, Stadtratsmitglied, Ortsvorsteher Neustadt, Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der Leitlinien für die Bürgerbeteiligung in Mainz

Klomann befürwortet einerseits, die nonformale Bürgerbeteiligung fortzusetzen: »In Bürgerforen in den Stadtteilen kommen Bürger/-innen zusammen, tauschen sich zu den Themen aus, die sie in ihrem direkten Lebensumfeld betreffen. Solche Foren sind wichtig, damit die Politik erfährt, was die Menschen bewegt, was sie verändern möchten, was sie stört.«

Darüber hinaus müssten Regularien ausgehandelt und vereinbart werden, die eine formale Einbindung der Bürger/-innen ermöglichen. Z.B. sei zu klären, wie die Stadtverwaltung die Bürger/-innen frühzeitig einbinden muss, wann welche Informationen über welche Kanäle verbreitet werden sollen. »Ziel ist, dass Entscheidungen in der Sache noch besser werden und für alle nachvollziehbar sind. »

Brian Huck, Bündnis 90/Die Grünen

Bessere Planung durch intensive Beteiligungsprozesse

Brian Huck, Bündnis 90/Die Grünen

Brian Huck, Bündnis 90/Die Grünen

Brian Huck, Bündnis 90/Die Grünen, Ortsvorsteher Altstadt, Stadtratsmitglied, Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der Leitlinien für die Bürgerbeteiligung in Mainz

»Wir stehen schon immer der Bürgerbeteiligung positiv gegenüber und sehen darin keine Schwächung der Gremien, sondern eine Stärkung der Demokratie, von der auch die Verwaltung profitiert. So hat bei der Erneuerung der Großen Langgasse ein intensiver Beteiligungsprozess zu besseren Planungen und damit zu mehr Akzeptanz im Umfeld geführt.

Die Abstimmung über den Bibelturm hat gezeigt, dass es nicht ausreicht, ein Vorhaben geräusch­los durch die Gremien zu bringen und erst nach der Beschlussfassung durch den Stadtrat, der Öffentlichkeit zu erklären. Die Beteiligung soll stattfinden, noch bevor die Stadt Ideenwettbewerbe ausruft und Vorgaben für die Planungsentwürfe macht. So kann die Akzeptanz von Vorhaben frühzeitig erkannt werden, um nicht durch Bürgerentscheide verworfen zu werden. Wir haben im Stadtrat mitgewirkt, dass eine Kommission eingesetzt wird, um Leitlinien für die Bürgerbeteiligung zu entwickeln und hoffen, dass die zu guten Ergebnissen führen wird.«

David Dietz, FDP

Instrumente der direkten Demokratie ausprobieren

David Dietz, FDP

David Dietz, FDP

David Dietz, FDP, Kreisvorsitzender der FDP, Spitzenkandidat bei der Kommunalwahl 2019 für den Stadtrat Mainz

»Für uns lebt die liberale Demokratie von engagierten Bürger/-innen, die mitbestimmen können. Selbstbestimmung in allen Lebenslagen heißt demokratische Mitbestimmung unterhalb der repräsentativen Demokratie. Wir wollen engagierte und mutige Bürger/-innen, die jenseits der Teilnahme an Wahlen Verantwortung übernehmen. Wir stärken die liberale Demokratie als Lebensform, indem wir ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement, den punktuellen Einsatz professionell moderierter Bürgerbeteiligung sowie den probeweisen Ausbau von Instrumenten der direkten Demokratie auf kommunaler Ebene unterstützen. In Mainz haben wir bereits verschiedene Formate erprobt und wollen dies weiterhin tun. Davon unberührt bleibt, dass gewählte Ratsmitglieder schlussendlich politische Entscheidungen fällen müssen. Die repräsentative Demokratie wollen wir weder aushöhlen, noch abschaffen. Wir wollen sie stärken, indem wir sie um Formate direkter Bürgerbeteiligung ergänzen.«

Tupac Orellana, DIE LINKE

Alle müssen sich beteiligen können!

Tupac Orellana, DIE LINKE

Tupac Orellana, DIE LINKE

Tupac Orellana, DIE LINKE, Spitzenkandidat bei der Kommunalwahl 2019 für den Stadtrat Mainz

»Wir haben in Mainz das Problem einer Schichten-Politik, Menschen mit geringem Einkommen kommen kaum vor. Es beteiligen sich oftmals nur Bürger/-innen aus der etablierten Politik-Szene, solche die bereits politisch aktiv sind, die es sich auch zeitlich und finanziell leisten können. Der Politik muss es aber auch gelingen, die anderen zu erreichen, wir müssen sicherstellen, dass sich alle beteiligen können.« Dazu, so Orellana, bedarf es auch neuer Kommunikationsformen: »Die Stadt muss offensiver auf die Bürger/-innen zugehen, proaktiv. Infos müssen frühzeitig und so bereitgestellt und aufbereitet werden, dass sie niedrigschwellig, für alle nicht nur auffindbar, sondern verständlich sind.« Das Gebot der Transparenz beinhaltet aus Sicht der LINKEN, alle anstehenden Vorhaben frühzeitig zu veröffentlichen – auch die Vorhaben der stadtnahen Unternehmen. »Es kann nicht sein, dass eine AG oder eine GmbH, deren Kapital in Bürgerhand ist, sich weigert über ihre Projekte Auskunft zu geben.«

Erwin Stufler, FW-G

Workshops zur Bürgerbeteiligung

Erwin Stufler, FW-G

Erwin Stufler, FW-G

Erwin Stufler, FW-G, Stadtratskandidat, Ortsvorsteherkandidat Oberstadt

„Für die FREIEN WÄHLER treten mit mir und Gregor Knapp zwei Spitzenkandidaten an, die viel Erfahrung in der erfolgreichen Arbeit von Bürgerinitiativen gegen Fluglärm und Bibelturm mitbringen. Zentrale Voraussetzung für Bürgerbeteiligung sind Leitlinien. Und diese müssen überschaubar sein. Aber selbst die besten Leitlinien lösen nicht das Grundproblem, dass sich Bürger in Planungsprozessen oft erst spät einschalten (Beteiligungsparadoxon). Wir laden Bürger aktiv ein – an Ständen oder zum Markfrühstück – und führen sie an die Methoden heran. Und wir planen auch Workshops. Dort fungieren erfahrene Bürger als Multiplikatoren, die z.B. in Bürgerinitiativen oder Fördervereinen tätig waren oder sind. Natürlich gehört auch eine moderne Online-Plattform zu diesem Werkzeugkasten im Sinne einfacher Zugangswege und schneller Koordination.“

Thomas Mann, ÖDP

Online-Voting für die Bürgerschaft

Thomas Mann, ÖDP

Thomas Mann, ÖDP

Thomas Mann, ÖDP-Stadtratskandidat, Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der Leitlinien für die Bürgerbeteiligung in Mainz

„Der Bürgerbeteiligungsprozess zu Projekten muss in den Leitlinien für Bürgerbeteiligung geregelt werden, darf aber einen politischen Wettstreit nicht ersetzen. Grundvoraussetzung ist eine frühzeitige Information durch eine Projektliste, die voll umfänglich und leicht zugänglich für mehr Transparenz sorgt. Beteiligungskonzepte über alle Projektphasen hinweg und das Kommunizieren von Ergebnissen sind für ein breites Meinungsbild erforderlich. Im Anschluss sollte die Möglichkeit eines Online-Votings der Bürgerschaft vorgesehen werden, um so dem Stadtrat als Entscheidungshilfe zu dienen. Nach dem Bürgerbeteiligungsverfahren mit klarem Stadtratsbeschluss muss informiert werden, um so die Möglichkeiten für einen Bürgerentscheid sicherzustellen. Die Leitlinien sollen einen Bürgerentscheid nicht ersetzten. Transparenz und vor allem Kommunikation in die Bürgerschaft und eben auch in die Bürgerinitiativen hinein sind für diesen Prozess enorm wichtig.“

Lothar Mehlhose, AFD

Hürden senken

Lothar Mehlhose, AFD

Lothar Mehlhose, AFD

Lothar Mehlhose, Stellvertretender Vorsitzender AfD Kreisverband Mainz, Stadtratskandidat

„Für die AfD ist die stärkere Einbindung der Bürger in politische Entscheidungsprozesse von Beginn an eine Kernforderung. Wie wichtig und richtig solch eine Einbindung ist, zeigte der Bürgerentscheid zum Bibelturm. Mit einer deutlichen Mehrheit wurde dieser von den Bürgern der Stadt Mainz abgelehnt und somit ein Vorbeiregieren an den Bürgern verhindert.

Die Erweiterung der Möglichkeiten zur Durchführung von Bürgerentscheiden 2010 war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Diesen Weg gilt es weiterzugehen. Die AfD fordert die Möglichkeit von Bürgerentscheiden auch bei Bauleitplänen und Vorhaben, die ein Planfeststellungsverfahren vorsehen. Den Bürgern muss hier eine Möglichkeit der Mitentscheidung gegeben werden. Im gleichen Schritt müssen die Hürden für Bürgerbegehren und Bürgerentscheide gesenkt und die Befugnisse der Ortsbeiräte ausgebaut werden. Dies entlastet den Stadtrat und fördert die Beteiligung in den Gremien vor Ort.“

 

| SoS