Die Verkehrszeichen stehen genau in der Mitte, Radfahrende und Fußgänger/-innen müssen ihnen ausweichen. Eine Radtour mit ADFC-Mitgliedern brachte weiteres Ungemach für Radfahrende an den Tag.

Wir starten in Bretzenheim in der Marienborner Straße. Der kombinierte Rad- und Fußweg entlang der Mainzelbahn ist neu. Alle Verkehrszeichen für Radfahrende und zu Fuß gehende stehen mitten im Weg (siehe Foto oben). Warum? Wolfgang Stallmann schüttelt den Kopf, er versteht es nicht. »Wir weisen die Verwaltung immer wieder darauf hin, dass das gefährlich ist und trotzdem werden die Verkehrszeichen immer wieder so aufgestellt.« Stallmann ist als Vorsitzender des ADFC Mainz-Bingen seit Jahren im Gespräch mit der Mainzer Verwaltung, mit allen, die irgendwie mit dem Radverkehr befasst sind. Er weiß, es gibt viel guten Willen, um den Radverkehr in Mainz zu fördern. Er weiß auch, guter Wille allein reicht nicht.

Unsinniger Schilderwald

Besagter Weg ist für Radelnde in zwei Richtungen befahrbar, Fußgänger sind zu beachten. Eigentlich wäre es eine optimale Strecke, um flott aus Richtung Lerchenberg und Marienborn mit dem Rad Richtung Uni, Hochschule und Innenstadt zu kommen. Aber an jeder Straßeneinmündung zwingen Verkehrszeichen Radelnde zum Anhalten: Fahrradweg Ende, Fahrradweg Anfang – dazwischen z.B. der schmale Weg, der auf das Gelände der Kita Gartengewan und der Erich-Kästner Grundschule führt. »Unsinn«, sagt Stallmann schlicht zu diesem Schilder-Wald (siehe Foto unten links). Weniger Meter weiter bremst das Verkehrszeichen Vorfahrt beachten die Radfahrenden aus, hier ist der einmündende Verkehr zu beachten. Wieder einige Meter weiter zeigt die Ampel rot für Fußgänger/-innen und Radler/-innen. All das macht Radfahren zum zähen Stopp-and-Go. Der breite Bürgersteig auf der anderen Seite der Marienborner Straße war früher als kombinierter Fuß-Radweg ausgewiesen, Radelnde kamen in Richtung Marien­born/Lerchenberg flott voran. Nun sind die Schilder weg, damit darf der Bürgersteig nicht mehr mit dem Rad befahren werden. Was sich die Verkehrsplaner dabei gedacht haben? DER MAINZER fragt in der Mainzer Pressestelle nach, die Antworten lesen Sie in der April-Ausgabe.

Rheinallee: Manöver nur für Geübte

In der Innenstadt, auf dem kombinierten Rad- und Fußweg entlang der Rheinallee, zwischen Kaisertor und Dieter-von-Isenburg-Straße stehen wir vor dem Verkehrszeichen »Fahrradweg Ende« (siehe Foto oben rechts) und überlegen, wie können und dürfen wir in Richtung T-H-Brücke und /oder Große Bleiche weiterfahren? Auf der Straße? Auf dem Bürgersteig?

Wolfgang Stallmann erklärt, das Schild Ende des Fahrradweges ist eindeutig: hier endet die Berechtigung, auf dem Bürgersteig zu radeln. Regelkonform müssen Radler/-innen das Stück zwischen Schild und Ende des Bürgersteiges schieben, ebenso über den Fußgängerüberweg in der Dieter-von-Isenburg-Straße – dann aber auf keinen Fall auf dem Bürgersteig weiterfahren! Zwar war der Bürgersteig bis vor zwei Jahren noch per Schild für den Radverkehr freigegeben, das Verkehrszeichen wurde aber entfernt, ergo ist Radeln auf dem Bürgersteig verboten. Radler/-innen müssen sich auf die dreispurige Rheinallee einfädeln. Wer an der folgenden Ampel (Kreuzung Rheinallee und Große Bleiche) auf die Auffahrt zur T-H-Brücke wechseln will, muss sich irgendwie wieder auf den Bürgersteig mogeln, um an der Fußgänger-/Radfahrerampel warten zu können. Solche Manöver sind nur geübten und mutigen Radler/-innen zu empfehlen.

| SoS

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