Am 3. März 2019, zum Tag des Hörens, bieten viele Hörgeräteakustiker kostenlose Hörtests an. Das Motto in diesem Jahr lautet »Check your hearing«.

Haben Sie in einer gut besuchten Gastwirtschaft Mühe, einem Tischgespräch zu folgen? Wenn ja, dann gehören Sie vielleicht zu den 15 bis 20 Prozent Menschen, die unter einer Hörstörung leiden, oft ohne es zu wissen. Denn der Hörverlust stellt sich schleichend ein, und die meisten Betroffenen arrangieren sich viel zu lange damit. Sie überhören Türklingel und Telefon, stellen den Fernseher lauter bis sich der Nachbar beschwert, reden ihr Problem klein und entwickeln Ausweichstrategien.

Noch immer ist Schwerhörigkeit mit einem Tabu behaftet. Wer schlecht hört oder dauernd nachfragt, gilt schnell als anstrengend und begriffsstutzig. Viele Betroffene ziehen sich in eine selbst gewählte Isolation zurück, leiden unter Depressionen und einem sinkenden Selbstwertgefühl. Anders als Brillen gelten Hörgeräte noch immer als Stigma. Das Alter ist nur eine Ursache für einen Hörverlust. Dass Senioren schlechter hören, ist bis zu einem gewissen Grad normal. Meist betrifft das vor allem die höheren Frequenzen. Das Innenohr ist schlechter durchblutet, die dort angesiedelten Haarzellen werden unempfindlicher.

Aber auch junge Menschen haben zunehmend Hörprobleme. Auslöser kann zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, ein Knalltrauma oder ein Hörsturz sein, meist ist aber eine massive Lärmbelastung die Ursache. Rockkonzerte, Nachtclubs, Discos, Stereoanlagen – wird die Musik bis zum Anschlag aufgedreht, kann das auf Dauer zu bleibenden Schäden führen. Aber auch am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr sind wir von Lärm umgeben, der oft jenseits aller als medizinisch unbedenklich eingestuften Dezibel-Grenzen liegt. Und unsere Ohren sind rund um die Uhr auf Empfang – egal ob nur das Laub raschelt oder ein Silvesterböller explodiert. Die Bedeutung des Hörvermögens wird oft unterschätzt. Denn unsere Ohren geben uns mehr Informationen über die Welt, als wir glauben. So können wir zum Beispiel am Telefon hören, wenn ein Mensch lächelt.

Die gute Nachricht

Ein Hörverlust kann heutzutage von Ärzten und Hörgeräteakustikern sehr erfolgreich behandelt werden. Vor allem bei einer frühzeitigen Diagnose bedeutet das für Betroffene weiterhin ein hohes Maß an Lebensqualität. Übrigens: Die WHO hat die Veröffentlichung einer »Mobile App« angekündigt, mit der einfache Hörtests auf Smartphones durchgeführt werden können

| MW

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