»NEIN zur City Bahn, JA zur S-Bahn, JA zu einer neuen Brücke», fasst Christian Ahrens, Inhaber von Intercoiffure Ahrens, Anrainer der Großen Bleiche in Mainz und Vorstandsmitglied des Vereins »Mainzer Mitte am Neubrunnen», seine Ansicht zur CityBahn Mainz-Wiesbaden zusammen.

Was spricht für, was spricht gegen die CityBahn Mainz-Wiesbaden? DER MAINZER erläutert in der Juni-2018-Ausgabe die verschiedenen Argumente – der Wiesbadener (www.dermainzer.net/2018/05/citybahn-mit-ruecken-und-gegenwind-ueber-den-rhein). Christian Ahrens äußert sich aus Sicht der Mainzer gegenüber dem MAINZER wie folgt:

»Unter den gegebenen Umständen spricht sich der Verein Mainzer Mitte ganz klar GEGEN den Bau einer Gleisstrecke, egal ob Große Bleiche oder andernorts aus.
Die Verkehrsbelastung der Großen Bleiche ist schon jetzt kaum mehr zu stemmen. Erlaubt sei die Frage, ob die bauliche Substanz vieler »Nachkriegshäuser» überhaupt mit den baulichen und später durch den Betrieb der Bahn entstehenden Erschütterungen klarkommt?
Während der Festivitäten wie Johannisnacht oder Fastnacht wird die Große Bleiche durch die Umleitung der Busse erheblich belastet. Die Erschütterungen, welche aufgrund der Mehrbelastung durch die Busse entstehen, sind schon jetzt unverantwortlich und würden durch eine Bahnstrecke weiter erhöht.
Die Fahrbahnbreite der Großen Bleiche ist am Übergang zum Neubrunnenplatz schon jetzt für Fußgänger und Radfahrer viel zu schmal; sich nun auch noch eine Bahn inmitten des PKW- und Bußverkehrs vorzustellen, ist Irrsinn.
Das Argument mit einer schöneren Gestaltung der Fußgängerwege, siehe Bahnhofstraße, mag für Gewerbetreibende im ersten  Moment recht verlockend klingen. Die damit einhergehenden Themen zusätzlicher Lärm und hässliche Oberleitungen in einem schon jetzt viel zu engen Straßenzug, sind für alle Anwohner und für die Gewerbetreibenden dann allerdings nicht mehr verlockend.
Die Argumentation einer besseren Anbindung zwischen den Städten Mainz und Wiesbaden steht in keinem Verhältnis zu den entstehenden Kosten einer Bahntrasse und den sich unweigerlich daraus ergebenden Verkehrsbelastungen auf der Theodor-Heuss-Brücke.
Genau wie beim Thema Bibelturm wird in Mainz erneut nicht vernünftig und vorausschauend gedacht.
Warum nicht einen richtigen und vernünftigen Museumsneubau z.B. auf der Freifläche am Schloss, der dann wirklich internationales Format hätte? Warum keine zweite, dringend notwendige Brücke über den Rhein bauen, um der Verkehrssituation in der Zukunft gerecht zu werden?
Es fehlt unserer Stadt ein ganzheitliches und visionäres Konzept.  Stattdessen wird an allen Ecken »Patch Work-Aktionismus» entwickelt. Es wird gebuddelt und aufgerissen, wo es nur geht oder es wird die CityBahn entdeckt, obwohl in ganz Europa oberirdische Schienensysteme veraltet und abgebaut werden.
Sich an dieser Stelle über die Kosten zu ereifern, steht uns nicht zu –  wohl wissend, dass die veranschlagten Kosten bei weitem nicht  eingehalten werden. Aber das ist bei Projekten der öffentlichen Hand  kein Argument, also soll es uns an dieser Stelle auch nicht kümmern.»

SoS

image_pdfimage_print