»Unser Instinkt ist es, uns frei zu bewegen. Doch in unseren Städten sieht es oft ganz anders aus:

Täglich halten uns Autos und andere Fahrzeuge davon ab, uns frei zu bewegen. Wir glauben, dass es höchste Zeit ist, den tatsächlichen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt endlich wieder Platz zu machen, nämlich Euch!« Das ist die Vision der Firma TIER Mobility GmbH, Berlin. »TIER bringt Ideen, Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten in die Community.«Vor allem hat TIER die E-Scooter nach Mainz gebracht. Mit dem Slogan »Unlock Life« und »Das Leben in der Stadt steckt voller Schönheit« wirbt der zweite Mainzer Anbieter, die Firma Lime. Dahinter steckt Neutron Holdings, San Francisco – an an diesem Unternehmen hat sich Google mit rund 300 Millionen US-Dollar beteiligt. Eine Umfrage bei E-Scooter-Firmen zeigt: 69% der Benutzer sind männlich und 31% weiblich. Fast 70% geben an, sie leihen wegen des Spaßfaktors aus. Durchschnittlich wird von den Nutzer/-innen eine Fahrstrecke von 1,8-1,9 km zurückgelegt (Quelle Wikipedia). Interessant wäre es, eine Mainzer Statistik zu sehen. Ich vermute, die durchschnittlich gefahrene Strecke ist bei uns um einiges geringer.

Die Umweltaspekte sind auch nicht berauschend. Zu lesen war, dass der CO2-Ausstoß von E-Scootern bei 125 Gramm pro km liegt. Leih-E-Bikes kommen auf 118 Gramm, das ist halb so viel wie bei einem PKW im Stadtverkehr. Vergessen wird bei den Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten, dass Transporter ständig durch die Stadt fahren und die im Stadtgebiet verteilten Roller einsammeln. Für das Einsammeln und Aufladen sind keine tollen Arbeitsplätze entstanden, in der Regel werden 4 Euro pro Scooter an Freiberufler gezahlt, die sie dafür einsammeln und an die Steckdose hängen müssen. Innerstädtische PKW-Fahrten werden mit den Scootern wohl nur in sehr geringem Maße ersetzt, der Spaß bei der Nutzung steht im Vordergrund. Wer dann noch die geringe Lebensdauer der Dinger betrachtet (nach einer US-Studie ein Monat, nach Angaben von TIER sechs bis sieben Monate) kann Zweifel an der Nachhaltigkeit bekommen. Ich ärgere mich darüber, dass die überall im öffentlichen Raum herum stehen: Es ist auch mein Instinkt, mich frei zu bewegen.

 

Klimaschutz: Was wäre wenn?

image_pdfimage_print