…soll attraktiver werden, für Bürgerinnen und Bürger, Gäste und Touristen. Nebenbei gesagt habe ich an unserer Innenstadt gar nicht viel auszusetzen, aber da scheine ich wohl der Einzige zu sein.

Das Ziel der Steigerung der Attraktivität hat sich ein angeblich unabhängiger Verein gestellt und das schon seit 1997, der Mainz City Management e.V. Dieser Verein bringt, so die eigene selbstbewusste Ansage, »Bürgerengagement, Politik, Wirtschaft und Einzelhandel an einen Tisch, setzt Impulse und bündelt Kräfte für ein lebendiges Stadtzentrum.« Darüber hinaus bestellt der Verein einen Citymanager, der den Dialog fördert.

Die Mitgliedschaft ist breit gestreut, ein Großkonzern aus Ingelheim, ein Energieversorger aus Worms und einer aus Darmstadt, eine bundesweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ein Sanitärunternehmen aus Saulheim, ein Musikverlag, ein Architekt usw. Die Vorsitzende dieser bunten Gesellschaft ist die Chefin der Handwerkskammer. Seltsam, ich wusste gar nicht, dass wir die Innenstadt auch attraktiver für das Handwerk machen sollen. Man lernt immer dazu.

Zu den Mitgliederversammlungen kommen 30 – 35 Lobbyisten und die Vorsitzende berichtet regelmäßig von der erfolgreichen Arbeit. So soll zum Beispiel jeden Samstag nach dem Mittagsläuten des Doms ein Posaunenquartett auf dem Balkon von Wilma Wunder ein kurzes Konzert spielen.

In dem Zusammenhang bin ich auf ein Unternehmen gestoßen, das den ansprechenden Namen »mainzplus Citymarketing GmbH« trägt. Die betreiben die Rheingoldhalle, das KUZ und den Frankfurter Hof, organisieren die Konzertreihe Summer in the City und vieles mehr. Vorsitzende des Aufsichtsrats ist die Lottofee im Rathaus, Frau Matz, die durch den kurzfristigen Rückzug des FDP-Manns zu Amt, Würden und Gehalt gekommen – ein Sechser im Lotto…. Die Gesellschaft hat den Anspruch »Menschen nach Mainz« zu bringen und sorgt sich also auch um die Attraktivität.

Ach ja, dann gibt es noch die Werbegemeinschaft Mainz e.V., nach eigenen Aussagen die älteste und stärkste Interessengemeinschaft zur Förderung der Mainzer Innenstadt. Der Vorsitzende ist ein Juwelier, da soll noch einer sagen wir Meenzer wären arm‘ Leut‘.
Last (?) not least haben wir noch ein Amt für Öffentlichkeitsarbeit, für das ist nicht die Lottofee sondern der Oberbürgermeister himself verantwortlich.

Wir müssen uns also keine Sorgen machen, es arbeiten so viele daran unsere Innenstadt zu verändern, dadurch wird sich bestimmt nichts verändern, bis auf die Posaunen…

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Mogunzius: Bei Rot über die Ampel

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