Nachklapp zur Oktoberausgabe des DER MAINZER: Zum Verkehr und zur Behinderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Mainz durch ideologisch fehlgeleitete Verkehrspolitik.

Die IHK Rheinhessen, in der die Einzelhändler organisiert sind, nimmt Stellung dazu: »Mainz ist ein attraktiver Handelsstandort mit hoher regionaler Strahlkraft – das zeigen die vielen engagierten Händlerinnen und Händler ebenso wie die Investitionen in neue Ladenkonzepte. Gleichzeitig müssen wir die Lage realistisch einordnen: Der innerstädtische Einzelhandel steht massiv unter Druck – durch hohe Kosten, verändertes Konsumverhalten, Fachkräftemangel und lange Baustellenphasen.

Wir nehmen positive Umsatzsignale erfreut zur Kenntnis, halten aber eine differenzierte Betrachtung für unerlässlich. Nur so lassen sich wirksame Maßnahmen entwickeln, um die Handelslandschaft in Mainz zukunftsfähig aufzustellen.
Dafür brauchen wir konkrete Verbesserungen: klare Baustellenkommunikation, funktionierende Logistik- und Lieferzonen, weniger bürokratische Hürden bei Sondernutzungen – und echte Entlastung beim Parken für Kunden wie Mitarbeitende.«

Einzelhandelsumsatz Grafik

Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen: »Das beigefügte Dokument enthält Zahlen von MB Research – hier sind wir als IHK nicht die Quelle, aber das sind die Zahlen, die uns regelmäßig zur Verfügung stehen. Danach liegt das Umsatzwachstum im Handel für Mainz bei 6,3% von 2023 bis 2025. Es ist natürlich immer schwierig, solche Zahlen zu vergleichen, auch weil sie auf den absoluten Umsatzzahlen basieren, nicht auf den relativen (pro Kopf). Zusätzlich nutzen wir eigene Zahlen aus unseren regelmäßigen Konjunkturumfragen, um die Lage der Unternehmen zu bewerten. Bei der jüngsten Umfrage zum Herbst zeigt der Handel folgendes Ergebnis – dieses ist allerdings nicht auf Mainz, sondern auf ganz Rheinhessen bezogen:

Konjunkturumfrage der IHK Rheinhessen

»Im Einzel- und Großhandel setzt sich der Negativtrend fort. Die Mehrheit von 55 Prozent der Betriebe verzeichnete Umsatzrückgänge in den letzten zwölf Monaten. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate sieht der Handel ebenfalls mehr Schatten als Licht. Nur 5 Prozent der Händlerinnen und Händler gehen von einer positiven Entwicklung aus. 47 Prozent geben eine negative Prognose ab, während 48 Prozent mit einer konstanten Entwicklung rechnen. Demgegenüber zeigen sich die Befragten mit Blick auf ihre Geschäftslage robust. Als befriedigend wird diese von 69 Prozent beschrieben, in einer guten Lage sehen sich 12 Prozent, während 19 Prozent ihre Geschäftslage als schlecht beurteilen.«

Die Meinung unserer Leser zur Oktoberausgabe

Harry Heck: »Zuerst einmal vielen Dank für diesen super Beitrag über die Geschehnisse in Mainz. Zum Thema Verkehrspolitik, besonders die Parkplatzvernichtung, sind meiner Meinung nach Frau Steinkrüger und auch die Vorgängerin Frau Eder verantwortlich. Frau Eder schaffte es damals in der Kreuzstraße geschätzte 60 Parkplätze zu vernichten um einen Hauptfahrradweg zu installieren. Ich laufe dort recht häufig entlang und man sieht wie erwartet kaum Fahrräder unterwegs. Übrigens war neben den damaligen Parkplätzen ein »normaler« Fahrradweg vorhanden. (Grün bleibt grün wie es singt und lacht). Dieses Vorgehen tötet die Innenstadt, man siehe jetzt die alteingesessenen Einzelhandelsgeschäfte
Listmann, Kinderladen und Monsieur C.O. Reuter. Hoffentlich gibt es in naher Zukunft Politiker die ein anderes Denken an den Tag legen und auch manche Fehler wieder rückgängig machen.«

Monika Müller: »Ich ärgere mich täglich über dieses raumgreifende Tempo 30 innerhalb der Stadt Mainz. Nicht nur, dass es für mein Empfinden auf gut 2 Drittel der Straße völlig unsinnig ist (man könnte glauben es wäre auch ein Hobby von Frau Steinkrüger), die Stadt Mainz ist noch dazu nicht fähig, die Ampelphasen entsprechend anzupassen. Somit sind jeden Tag Staus vorproduziert, weil bei hohem Verkehrsaufkommen immer nur ein paar Autos über die Kreuzung kommen und direkt an der nächsten Ampel schon wieder stehenbleiben müssen. Abgesehen davon, dass es mir schwerfällt zu glauben, das man damit tatsächlich Abgase reduzieren kann, ist es auch eine Belastung für die Verkehrsteilnehmer.
Auch wenn ich kein Fan von Wiesbaden bin 😏, da lobe ich mir doch deren Verkehrspolitik. Dort gilt Tempo 40, und das trägt meiner Meinung nach erheblich zu einem besseren Verkehrsfluß bei.«

Parkplatzsituation, Baustellensituation, Einzelhandelssterben…

C. und R. Janas: »Der Artikel ›Klimaschutz geht nur mit der Bevölkerung und nicht gegen sie‹ entspricht komplett unserer Meinung. Auch wir (Harxheimer) fahren schon lange nicht mehr nach Mainz rein, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Parkplatzsituation, Baustellensituation, Einzelhandelssterben, Verkehrssituation und der unattraktive öffentliche Personennahverkehr mit seinen hohen Kosten machen es für uns gänzlich uninteressant. Aber am schockierendsten ist, dass sich eine Politikerin wie Janina Steinkrüger in der Politik halten kann und im Stadtvorstand. Das ist einfach ohne Worte. Dass es doch noch Menschen gibt, die wie wir unzufrieden sind, macht uns Hoffnung.«
Rolf Steens: »Toller Kommentar, spricht mir in fast allen Punkten aus der Seele.«

Reiner Herr: »Herzlichen Dank an die Redaktionsmitarbeiter für diesen Bericht. Habe diesen ausgiebig gelesen, womit ich Ihnen in allem zustimmen muss. Nur ob es die Politiker auch gelesen haben bezweifle ich doch sehr. Und wen es wird sich leider nichts ändern an dem Stand der Dinge.«