Zurzeit sind 15 verschiedene Initiativen und Vereine auf der Webseite gelistet. Eine jede engagiert sich für ein irgendwie gutes Leben in Mainz. Sie zu vernetzen ist das Anliegen von »Mainz im Wandel«.

Gut, besser, anders leben. Unser Leben im Einklang mit der Natur gestalten. Nahrungsmittel verwerten anstatt sie wegzuwerfen. Mehr Raum für Menschen in der Stadt. Die Energie- und die Verkehrswende mitgestalten.

Jeder Verein, jede Initiative auf mainzimwandel.de verfolgt spezifische Ziele. Unter dem Label »Für eine solidarische und nachhaltige Stadt« sind diese Absichten zusammengefasst. Damit aber nicht genug: Die Plattform »Mainz im Wandel« will alle, die sich für ein »gutes Leben« in Mainz und anderswo einsetzen, miteinander vernetzen. Vernetzung bedeutet hier auch, Ökologie, Klimawandel und Soziale Gerechtigkeit zusammen zu denken. »Ich habe mich schon länger mit der Idee beschäftigt, ein Netzwerk aufzubauen, da kam Anfang 2019 ›Mainz im Wandel‹ gerade recht«. Marcel Weloe arbeitet an seiner Promotion in Chemie. Er ist ehrenamtlich für den BUND tätig und kennt die breitgefächerte Szene, die sich in Mainz mit ökologischen Themen und dem Klimawandel beschäftigt.

Vernetzung: digital und von Mensch zu Mensch

Die Gruppe besteht seit Anfang 2019. Sie wird getragen von sechs bis zehn Frauen und Männern – manche kommen und gehen, wie üblich in Initiativen: die Mitstreiter/-innen beenden die Ausbildung, wechseln den Wohnort, neue kommen hinzu. »Uns ist sehr bewusst, dass wir immer wieder Menschen ansprechen und erreichen müssen, damit wir langfristig bestehen können.« Sibylle Gerz schreibt ihre Masterarbeit in Erziehungswissenschaften. Die 26-Jährige erfuhr über einen Mitbewohner von der Plattform und ist fast von Anfang an dabei.

Vernetzung ist überwiegend eine digitale Angelegenheit. Die Macher/-innen von »Mainz im Wandel« treffen sich aber auch einmal monatlich zum Stammtisch und zum Plenum. Beide Veranstaltungen von Mensch zu Mensch sind offen, heißt, es kann kommen wer mag (eine Anmeldung ist aber erforderlich – siehe Webseite). Ende letzten Jahres fand zudem ein »Vernetzungstreffen« statt: die vielen Menschen, die sich in Mainz für ein »besseres Leben« engagieren, sollten sich kennenlernen und trafen sich zwei Tage lang zu »Wandel in Aktion«. Darin eingebettet der Workshop zu »Commons«, dem, verkürzt formuliert, gemeinsamen, bedürfnisorientierten Wirtschaften, mit Infos u.a. zur »Solidarischen Landwirtschaft«, zum »Netzwerk Plurale Ökonomik« und zur Bürgerenergiegenossenschaft Urstrom.

Eigene Vorstellungen und Utopien

2020 ist auch für »Mainz im Wandel« ein schwieriges Jahr. Die Webseite hat sich etabliert, die Gruppe wollte richtig durchstarten. Corona bedingt ist vieles liegen geblieben. Nun sind die Hoffnungen auf die zweite Jahreshälfte gerichtet, beim PARKing Day am 3. September 2020 wird sich die Plattform auf jeden Fall beteiligen und präsentieren. »Wir müssen möglichst oft aus unserer ›Blase‹ rauskommen, wir wollen auch Menschen erreichen, die eine andere Vorstellung von ‚gutem Leben‘ haben oder die z.B. nicht einsehen, warum die Autofahrenden auf der Kaiserstraße mit zwei Fahrspuren klarkommen sollen, damit der zunehmende Radverkehr auch eine Spur bekommt«, sagt Marcel Weloe.

Die Gruppe agiert aus einer positiven Grundhaltung heraus. Es gehe nicht darum Bestehendes zu kritisieren, sondern darum, eine eigene Vorstellung zu formulieren, wie man leben möchte und dazu die Grundlagen zu schaffen, bzw. auf den bereits bestehenden aufzubauen. »Ich gehe von der Utopie aus, in dem ich mir vorstelle, wie müsste die Welt, wie müsste Mainz ausschauen, damit ich gut darin leben könnte? Wie wäre das Leben für mich optimal, was brauche ich dazu? Dann schaue ich, was ist davon schon da, was muss entwickelt oder weiterentwickelt werden und da bringe ich mich ein«, erklärt Sibylle Gerz. Gegebene Strukturen einfach hinzunehmen ist sie nicht gewillt.

| SoS

www.mainzimwandel.de

 

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