Fastnachtsmuseum: In den Ausstellungsräumen im Proviantmagazin können Besucher ganzjährlich nachvollziehen, wie in Mainz ab 1837 »im Saal un uff de Gass« die organisierte Fastnacht gefeiert wird.

So ganz gehört die Prinzenpaar-Kampagne 2020 noch nicht der Vergangenheit an, denn die »Fünfte Jahreszeit« lebt im Mainzer Fastnachtsmuseum weiter. Hier ist nämlich das ganze Jahr das närrische Treiben »im Saal un uff de Gass« zu bestaunen.

Wie kam nun die Fastnachtshochburg Mainz zu einem Fastnachtsmuseum? Dazu muss man zunächst einmal ein wenig im närrischen Geschichtsbuch blättern. 1837 wurde das Fastnachtstreiben in Mainz in geregelte Bahnen gelenkt und bekam 1838 eine feste Organisation nach Kölner Vorbild. Neben der Mainzer Ranzengarde, der Mainzer Kleppergarde gründete sich der Mainzer Carneval-Verein, der im Jahr 1913 sein 75-jähriges Bestehen feiern konnte. Bei dieser Gelegenheit wurde u.a. auch erstmals die Einrichtung eines Fastnachtsmuseums gefordert.

Über 100 Jahre geriet diese Idee in Vergessenheit, bis im Jahr 1972 der damalige Kulturdezernent Karl Delorme mit seinen Mitstreitern Dr. Ludwig Falck und Gerd Ludwig das Mainzer Fastnachtsarchiv als Vorläufer eines Fastnachtsmuseums ins Leben rief. Es dauerte dann doch wiederum 32 Jahre, bis der Förderverein Mainzer Fastnachtsmuseum e. V. das Mainzer Fastnachtsmuseum mit Archiv im Proviant-Magazin, einem Militärgebäude aus dem Jahr 1865, eröffnen konnte. Dabei erfuhr der Förderverein dankbare Unterstützung durch die Stadt Mainz und die Wohnbau Mainz GmbH.

Das Mainzer Fastnachtsmuseum (Leiterin Beate Rollwage) mit dem angeschlossenen Archiv (Leiter Dr. Michael Kläger) wird überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Über 33.000 Exponate, wie Narrenkappen, Uniformen, Orden, Zugplaketten, Liederhefte, Plakate, närrische Texte aller Art und vieles mehr wurden gesammelt.

Archiv und Museum

All diese Attribute der »Meenzer Fassenacht« werden im Mainzer Fastnachtsarchiv fachgerecht archiviert und dienen als Fundus für die Ausstellungen im Mainzer Fastnachtsmuseum. Aber nicht nur das, so greifen Medien gerne für Berichterstattungen auf die Dokumentationen zurück. Die Archivalien dienen auch als Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen der Brauchtumspflege oder sind bei der Abfassung von Jubiläumsschriften und ähnlichen Druckwerken hilfreich.

Dies alles ist nur möglich, wenn die Mainzer Fastnachtsvereine und Korporationen auch zukünftig nach Abschluss der jeweiligen Kampagne ihre »närrischen Erzeugnisse« dem Förderverein Mainzer Fastnachtsmuseum e.V. zur Verfügung stellen. Sie präsentieren sich damit auch den zahlreichen auswärtigen und Mainzer Besuchern des Museums. Dieses hat inzwischen annähernd 100.000 Gäste zu verzeichnen.

Die »Lieferungen« närrischer Utensilien nehmen das Mainzer Fastnachtsmuseum (Tel. 06131 14440719) im Proviantmagazin oder die Geschäftsstelle des Förderverein (Tel. 06131 6696950) in der Kaiserstraße 76-78 gerne entgegen.

www.mainzer-fastnachtsmuseum.de

 

Mainzer Fastnachtsmuseum: Närrische Fachliteratur

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