Seit drei Monaten ist Jörg Hormann hauptberuflich Citymanager in Mainz. Er wirkt aufgeschlossen, kompetent und ehrlich. Gute Voraussetzungen, um Interessen auszubalancieren und dennoch die Innenstadt auf Trab zu bringen.

Wolfsburg war die erste Station im Leben von Jörg Hormann. Dort ist er 1981 geboren, dort hat er die Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation gemacht und angefangen in der Wirtschaftsförderung zu arbeiten. Die gleiche Aufgabe, mit anderen Schwerpunkten, erledigte er sieben Jahre lang in Heidelberg. Dann folgten zweieinhalb Jahre als Citymanager in Coburg. Der Wechsel von dort nach Mainz fand »der Liebe wegen« statt. Im Herbst 2017 begann seine Freundin in Frankfurt zu studieren, eine Fernbeziehung erschien den Beiden nicht wirklich attraktiv. In dieser »Findungsphase«, wie Jörg Hormann sie nennt, entdeckte er in einem Branchenblatt die Stellenanzeige für den Citymanager in Mainz. Er bewarb sich und seit 1. Januar 2018 agiert der 36-Jährige als Nachfolger von Walter Strutz – oder doch nicht so ganz, denn Jörg Hormann ist hauptberuflich unterwegs.

Der Mainzer Citymanager lebt mit seiner Freundin in Frankfurt. Dort war es einfacher eine passende Wohnung zu finden. Das soll nicht unbedingt so bleiben, denn er ist überzeugt: »Eine Stadt muss man fühlen können.« Dazu gehöre das abendliche Ausgehen genauso wie das Glas Wein beim Treffen mit Engagierten. Wer, wie er mit dem Auto pendelt, muss sich das versagen. In den ersten sechs Wochen seiner Amtszeit hat Hormann 78 Termine absolviert. Ob er tatsächlich schon alle Akteure kennengelernt hat, die in Mainz irgendwie mit der Stadtentwicklung befasst sind, kann er noch nicht sagen.

Auf die Frage, wie er Citymanager geworden sei, sagt Hormann: »Mit Glück und mit Fleiß.« Zum Glück gehört, dass Vorgesetzte erkannten, er sei der geeignete Mann für die anstehenden Aufgaben. Zum Fleiß gehört, dass er alles von der Pike auf gelernt hat. Er übernahm schon Aufgaben eines Baustellenmanagers, organisierte umfangreiche kommunale Jubiläumsveranstaltungen, beteiligte sich an der Entwicklung von Sanierungs- und Leerstandskonzepten, weiß die Werkzeuge für einen onlinekompetenten Einzelhandel zu vermitteln. Berufsbegleitend hat er ein Studium zum »Wirtschaftsförderer« absolviert, allerdings: »Citymanager, den kann man nur richtig gut machen, wenn man mit dem Herzen dabei ist.«

Wobei seine »Kernkompetenzen« hilfreich sind: Kommunikation inklusive persönlicher Ansprache und Vernetzung von Händlern, Konflikte entemotionalisieren, verlässlich und ehrlich sein. Für all das brauche man eine gewisse Veranlagung, meint der Citymanager. Außerdem müsse man in der Lage sein, eigene Fehler einzugestehen. Zudem verbringt Hormann gerne ein paar Stunden »auf der Straße«, heißt bei den Menschen, die Innenstadt gestalten. »Ich weiß, was ich kann, ich habe es in Heidelberg und Coburg unter Beweis gestellt«, gibt sich der Citymanager selbstbewusst. Er kennt die Herausforderung für den inhabergeführten Einzelhandel und für die Innenstadtentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung. Er weiß auch um die vielseitigen Aktionsmöglichkeiten eines Citymanagers – um konkrete Projekte zu benennen, wie, mit welchen Ideen er in Mainz unterstützend tätig werden kann, ist es aus seiner Sicht noch zu früh. Nach der Mitgliederversammlung von Mainz Citymanagement e.V. im April werde man klarer sehen.

Freizeit – auch ein Citymanager, der sich oft abends mit Gesprächspartnern trifft, hat manchmal frei. Diese Zeit verbringt Jörg Hormann am liebsten mit seiner Partnerin: schön ausgehen, zusammen kochen, den kleinen Garten hegen. »Gemeinsam Schönes genießen«, fasst er zusammen. Außerdem wartet sein Mountainbike darauf, bewegt zu werden, ein paar Umzugskisten wollen ausgeräumt werden. Wobei, die könnten vielleicht noch warten, bis sie nach Mainz transportiert worden sind.

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