Am 10. März findet in der Mainzer Augustinerkirche wieder »Nightfever« statt. Sophie Holzhüter ist seit 2014 in dieser Gebetsbewegung junger Christen in der katholischen Kirche aktiv. Ein Leben ohne eine Beziehung zu Jesus Christus kann sie sich nicht vorstellen.

Das erste Nightfever fand im Oktober 2005 in Bonn statt. Mittlerweile gibt es diese offenen Gebetsabende, die, von Papst Franziskus initiiert, im Rahmen der »24-Stunden-für-Gott Aktion« stattfinden, in über 80 deutschen Städten. Sie laden ein, an einem Abend Gott und Jesus Christus zu begegnen – emotional, spirituell. Etwa viermal im Jahr organisiert in Mainz eine Gruppe jüngerer katholischer Frauen und Männer, unterstützt vom Subregens des Bischöflichen Priesterseminars, Pfarrer Markus Lerchl, diese Veranstaltung. Sophie Holzhüter schloss sich 2014 der Vorbereitungs-Gruppe an.

Die 25-Jährige ist in Aachen geboren, in Köln aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach der Ausbildung zur Kinderpflegerin begann sie 2014 ihr Studium an der JGU Mainz. Zurzeit studiert Sophie Holzhüter an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt katholische Theologie. Ihr Berufsziel heißt: Pastoralreferentin, also Seelsorgerin. In Mainz lebt sie mit fünf Frauen in einer katholischen Wohngemeinschaft zusammen.

Jedes Nightfever beginnt mit einer Eucharistiefeier, einem katholischen Gottesdienst mit Abendmahl. Danach wird das Allerheiligste ausgesetzt, was bedeutet, eine geweihte Hostie wird in einer Monstranz zur Anbetung auf den Altartisch gestellt. Die Kirche ist dunkel, nur von Kerzen erleuchtet. Abwechselnd gestalten junge Katholiken ein Programm aus Musik, gemeinsamem Singen und Beten.

Sophie Holzhüter wurde durch ihre Familie schon früh an den katholischen Glauben herangeführt und mit den katholischen Riten vertraut. Gebetet wurde vor dem Essen und abends, Sophie und ihre jüngere Schwester waren Messdiener, sie sangen im Kinder- und Jugendchor der Gemeinde, besuchten auch Gottesdienste in der Schule. In der Vorbereitung auf die Firmung lernte Sophie Holzhüter als 15-jährige den Rosenkranz zu beten: »Anfangs tat ich mich schwer damit, je mehr ich darüber erfuhr, umso leichter fiel es mir – längst ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden.«

Das macht etwas mit mir

Mit dieser Selbstverständlichkeit im Glauben laden die jungen Katholik/-innen beim Nightfever Passanten ein, in die Kirche zu kommen und eine Kerze anzuzünden: »Die Menschen lassen sich meist von dieser ganz besonderen Atmosphäre anziehen, sie tauchen in sie hinein, lassen sich emotional einfangen und es gibt es immer wieder Begegnungen, die überraschen«, erinnert sich Sophie Holzhüter z.B. an Menschen, die nach einem solchen Nightfever-Besucher berichteten, da sei etwas in ihnen passiert. Glauben bedeutet für Sophie Holzhüter, eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen und zu leben: »Wenn ich bete, das macht etwas mit mir, es ist eine emotionale Bindung. Es macht auch etwas mit meinen Mitmenschen, ich bete auch für deren Anliegen. In der Gemeinschaft stützen wir uns gegenseitig durch Gebete für­einander.«

Ihr Gebetsrhythmus ist nicht an feste Zeiten gebunden, sie gestaltet ihn selbst und betet am liebsten beim Spazierengehen oder in der Ewigen-Anbetungs-Kapelle. »Während der Hektik im Alltag gelingt mir die Zwiesprache mit Jesus Christus nicht so gut.« Dieses Glaubensleben braucht Zeit – und Raum: Stille ist ihr wichtig. Sophie Holzhüter sucht sie – und findet sie, z.B. in der Natur. Nicht ganz so still ist es, wenn sie tanzen geht. Opern- und Schauspielaufführungen gehören ebenfalls zum Freizeitprogramm und sie schwimmt gerne.

Bis Ostern, in der Fastenzeit hat sich Sophie Holzhüter vorgenommen, noch mehr Zeit für Gebete und Stille aufzubringen.

| SOS

www.mainz.nightfever.org
image_pdfimage_print