Am 11. September feiert »Die bitteren Tränen der Petra von Kant« von Rainer Werner Fassbinder Premiere im Kleinen Haus. Die Produktion entsteht in Kooperation von Staatstheater Mainz und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg. Und so erleben die Zuschauer*­innen auch ein gemischtes Ensemble aus beiden Häusern auf der Bühne.

»Die bitteren Tränen der Petra von Kant« erzählt die Geschichte einer erfolgreichen Modedesignerin, die sich verzweifelt nach Liebe sehnt. Nach außen führt Petra von Kant ein Leben in Luxus und Freiheit. Doch hinter der Fassade der begehrten Künstlerin verbirgt sich eine große Einsamkeit und Leere.

Seit der Scheidung von ihrem zweiten Mann lebt Petra allein, unterstützt von ihrer Assistentin Marlene, die nicht nur all ihre Arbeit erledigt und geduldig ihre Launen erträgt, sondern Petra auch ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Über eine Freundin, Sidonie, lernt Petra die um einiges jüngere Karin kennen. Und Petra verliebt sich Hals über Kopf in sie. Die beiden leben einige Zeit miteinander und Petra verhilft ihrer Geliebten zu einer vielversprechenden Modelkarriere. Als Karin sie verlässt, ist Petra am Boden zerstört. Sie stürzt sich in den Alkohol und lässt ihre ganze Verzweiflung an ihrer Familie aus, die gekommen ist, um ihren Geburtstag zu feiern.

Perspektive: Petra von Kant

Regisseurin Pauline Beaulieu erzählt diese Geschichte aus Petras Perspektive: »Petra von Kant sehnt sich nach einer großen Liebe, mit radikaler Obsession. Für sie ist die Liebe eine Sucht, die ihre Beziehungen und auch ihr Berufsleben bestimmt. Die Welt, in der sie sich bewegt, ist eine, in der sie sich selbst inszeniert und andere wie Puppen manipuliert. Was mich interessiert, ist ihre innere Welt zu betreten und sie als eine verzerrte Realität zu zeigen.«

Britta Leonhard hat die Kostüme so gestaltet, dass die Figuren auf der Bühne aussehen, als hätte Petra sie für ihre eigene Modenschau eingekleidet: »Ihre Kostüme drücken Petras Beziehung zu den anderen Figuren aus. Sie sind ausladend und opulent. Sie nehmen Raum ein, halten den anderen aber auch auf Distanz und lassen eine innere Verletzlichkeit erahnen.«

 

»Tage des Verrats« (DSE)

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