Der MAINZER bittet zum Mittagstisch-Test beim Mainzer Metzger.

Die Zeiten ändern sich – und mit ihnen auch unsere Esskultur. Während sich früher viele Arbeiter und Angestellte das Mittagessen von zu Hause mitbrachten – meistens waren es die mehr oder weniger liebevoll zubereiteten Stullen – fuhren die »höheren Etagen« nach Hause und brachten auch schon einmal unangemeldet den Chef mit. Eine Herausforderung, die Stoff für zahlreiche Heinz-Ehrhard-Filme und Maggi-Reklamespots lieferte.

Stulle und mittägliche Heimfahrt sind inzwischen fast schon Gastro-Geschichte. Die Zahl der betriebseigenen Kantinen stieg und wer nur »eine Kleinigkeit« essen wollte, holte sich beim Metzger gegenüber schnell mal ein dick mit Leberkäse belegtes Brötchen – oder auch einmal zwei.
Auch die Restaurants haben den Mittagstisch inzwischen für sich entdeckt – und beim Metzger gibt es viel mehr als nur Fleischworscht.

Montags wird bei den Mainzer Metzgern meist ein etwas einfacheres Gericht zubereitet: Spaghetti mit selbstgemachter Hackfleischsoße oder die klassische Fleischwurst mit Paarweck und Senf.

In der Wochenmitte ist das Angebot dann schon etwas exklusiver. Man stößt in den Wochenplänen auf Leberklöße, Schnitzel in verschiedenen Variationen, Kalbsgeschnetzeltes und andere Gerichte aus der gutbürgerlichen Küche. Auch mediter­rane und ostasiatische Aspekte sind durchaus zu finden.

Freitags wird es wieder etwas einfacher. Die meisten Metzger bieten dann einen Eintopf mit Fleischeinlage oder eine Suppe mit Würstchen an.

Und wie schmeckt der Mittagstisch beim Mainzer Metzger?

Wir haben wieder einmal getestet und fünf Betrieben einen Besuch abgestattet – natürlich inkognito.Metzgerei Frankenberger

Wir beginnen die Woche in der Metzgerei Frankenberger (Schießgartenstraße 9). Hier gibt es auch schon montags »volles Programm«, das bedeutet für uns: »Saltimbocca alla Romana« von der Hähnchenbrust, dazu Rosmarinkartoffeln und Blattspinat. Dafür bezahlen wir 7 Euro. Zuhause ziehen wir erst einmal die Alufolie ab. Was sich darunter befindet, sieht sehr appetitlich aus. Die Hähnchenbrust ist mit einer Scheibe Schinken und drei Salbeiblättern belegt. Schnell auf dem Teller arrangiert und ab in die Mikrowelle für 2.30 Min. – bei 360 Grad, damit es nicht spritzt. Das Fleisch schmeckt nicht trocken und ist gut gewürzt, der Spinat ist frisch. Die Kartoffeln sind in der Pfanne geschwenkt, vom Geschmack sehr gut, aber etwas zu weich.

Metzgerei Walz

Am Dienstag besuchen wir die Metzgerei Walz in der Mittleren Bleiche 6, gleich neben der Hauptpost. Hier gibt es für 6,- Euro ein deftiges Braumeistergulasch vom Schwein mit Butterspätzle und einem kleinen Salat zur Auswahl. Zuhause wird es nochmals schnell erhitzt. Unser Redakteur ist vom Geschmack des Gulaschs und der gut gewürzten Soße begeistert. Die Butterspätzle sind nicht verkocht und der ausgewählte Krautsalat »schmeckt wie frisch gerieben«. Da hätte man auch den Chef einladen können.

Metzgerei Riechardt

Beim Betreten der Metzgerei Riechardt in der Klarastraße 18 fällt der Blick sofort auf die in der Mitte der Theke gestapelte Mainzer Fleischwurst. Sie ist weit über die Stadtgrenze bekannt und vielfach ausgezeichnet. Ob mit oder ohne Senf: einfach lecker! Aber wir sind ja am Mittwoch zum Mittagstisch hier, um die Leberknödel mit Apfelsauerkraut und Kartoffelpüree zu testen. Die zwei Klöße sind frisch zubereitet, in der Substanz aber etwas zu fest. Die Beilagen sind solide zubereitet und geschmacklich erfreulich.

Metzgerei Harth

Bei den meisten Metzgern ist donnerstags Schnitzeltag. Wir haben uns die Metzgerei Harth in der Lotharstraße 5 ausgesucht, die ein Jägerschnitzel mit Spätzle und einem Rote Bete-Salat zum Preis von 6,80 Euro anbietet. Dafür erhalten wir ein großes dickes Stück Fleisch, das mit einer Zwiebel-Pilzsoße bedeckt ist: Schmackhaft zubereitet, dazu eine ordentlichen Portion Spätzle. Um das alles aufzuessen braucht man einen guten Hunger.

Metzgerei Lumb

Zum Abschluss der Woche sind wir in der Metzgerei Lumb (Große Langgasse 1A) und bestellen Spießbraten mit hausgemachtem Kartoffelsalat zum Preis von 6,40 Euro. Dafür erhalten wir zwei dicke Scheiben, die direkt vom großen Braten geschnitten und in die Wärmebox gelegt werden. Der Kartoffelsalat kommt in eine Extrabox. Und auch dieses Mal sind wir wieder sehr zufrieden: Das Fleisch ist zart, ist gut gewürzt und schmeckt mit dem frisch zubereiteten Kartoffelsalat ausgezeichnet.

Mittagstisch-Fazit

So macht Mittagstisch-Testen Spaß. Fünfmal essen gehen und fünfmal satt und zufrieden. Keine größeren Beanstandungen – und die zu viel angesetzten Kalorien kann man mit ein paar Runden mehr durch den Gonsenheimer Wald sicherlich bald wieder abtrainieren.

| AKB

 

Grillen: Nicht nur für Steakliebhaber

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