Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge: Nathan verliert Frau und Kinder bei einem Brand. Christen haben das Haus angezündet. Dem Unbegreiflichen, der Trauer und der Wut begegnet der Kaufmann nicht mit Vergeltung, sondern mit einer guten Tat. Er nimmt die Waise Recha bei sich auf, ist ihr ein liebender Vater. 18 Jahre später – und hier setzt Lessings Drama ein – brennt sein Haus wieder. Diesmal wird Recha von einem Tempelherrn aus den Flammen gerettet. Die Jüdin und der Christ verlieben sich ineinander. In dieser Zeit wird Nathan auch noch zum Sultan bestellt, der Antwort auf eine ganz bestimmte Frage haben will: Welcher Glaube ist der einzig wahre und richtige?

Lessings humanistischer Appell an die Menschheit geht über den Aufruf zur Toleranz und zum friedlichen Nebeneinander der Religionen hinaus. Er ist vielmehr eine Aufforderung zum Diskurs und zur Beteiligung an der Suche nach Wahrheit. Führt der Glaube an Menschlichkeit zu einem Weg der sinnvollen Existenz? Ist es möglich, frei in Würde aus sich selbst heraus zu leben und zu entscheiden – selbst in aussichtslos scheinenden Situationen?

»K.D. Schmidt hat den Klassiker ohne aktualisierende Hinzu­fügung zeitlos inszeniert – hat ihm so die aufklärerische Ursprungskraft gelassen – den Vorrang des Menschlichen vor jedweder Religion einzufordern.« (Rhein-Zeitung)

»Nathan der Weise« von Gotthold Ephraim Lessing
Inszenierung: K.D. Schmidt
Wieder auf dem Spielplan am 17. und 25. März
sowie am 13. April im Kleinen Haus

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