Der 63-jährige Rentner Bob ist mit der Pflege seines Rosengartens beschäftigt und seine Frau Fran verabschiedet sich gerade um zur Arbeit zu gehen, als plötzlich Rosie in der Tür steht. Das 19-jährige Nesthäkchen hat ihre Weltreise abgebrochen, weil ihr das Herz gebrochen wurde und so kommt die ganze Familie, bestehend aus den Eltern und vier erwachsenen Geschwistern, schnell zusammen. Pip, die Älteste, wohnt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern gleich um die Ecke und macht Karriere im Bildungsministerium. Marc, der Zweitälteste ist IT-Spezialist und hat sich gerade von seiner Freundin getrennt und Ben, das dritte Kind, macht schon sehr jung Karriere als Finanzdienstleister. Eigentlich müsste Fran sich keine Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen, doch es fällt ihr immer schwerer deren Entscheidungen für ihren Lebensweg zu akzeptieren und so wird die Familie auf eine Zerreißprobe gestellt.

In »Dinge, die ich sicher weiß« beobachtet der Zuschauer eine klassische Familie über ein Jahr hinweg. Er sieht Fran dabei zu, wie sie darum kämpft, ihre Liebsten zusammen zu halten, obwohl sie doch eigentlich so müde ist und viel lieber eine Weltreise machen würde. Doch je stärker sie sich bemüht, die enge und vertraute Beziehung zu ihren Kindern aufrechtzuerhalten,  desto weiter scheinen diese sich von ihr zu entfernen und auch die Beziehung zu ihrem Mann wird nicht einfacher. Je mehr Ratschläge sie ihren Kindern erteilt, desto weniger fühlen diese sich von ihr verstanden und gehen so letzten Endes doch ihre eigenen Wege, auch wenn dies bedeutet die Akzeptanz der Eltern zu verlieren.

Andrew Bovell hat ein packendes Drama darüber geschrieben, was Eltern und ihre Kinder zusammen hält und was sie trennt. Und darüber, wie wenig wir manchmal wahrnehmen, was die Menschen, die uns am nächsten stehen, beschäftigt, wie schwer es ist loszulassen, gerade wenn es am wichtigsten wäre um eine Beziehung zu retten.

»Dinge, die ich sicher weiß« von Andrew Bovell
ab 23. Februar auf U17

www.staatstheater-mainz.com
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