Der Veranstaltungskalender des Museum Guntersblum reicht von Musik und Kabarett über Führungen bis hin zu Ausstellungen mit historischen Bezügen zu Guntersblum.

In diesen Veranstaltungsreigen passt die Ausstellung »Napoleons rheinhessisches Vermächtnis – Das Ende des Feudalismus in Guntersblum 1792 – 1814«, die am 2. Juni 2019 im Museum Guntersblum eröffnet wird.

Ab 1792 besetzten französische Revolutionstruppen das heutige Rheinhessen. Als Teil des Département Mont-Tonnerre (Donnersberg) wurde es 1801 völkerrechtlich Teil der französischen Republik, ab 1804 des Kaiserreichs unter Napoleon. Nach der Schlacht bei Leipzig im Herbst 1813 endete die Besatzungszeit; 1816 wurde Rheinhessen Teil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt.

Im Gemeindearchiv Guntersblum sind zahlreiche Unterlagen aus dieser bewegten Zeit erhalten. Sie bilden den Grundstock der Ausstellung. Darunter befinden sich gedruckte zweisprachige Erlasse der Pariser Regierung und des Mainzer Präfekten, die Maßnahmen zum Beispiel zur Wirtschaftsförderung, Landvermessung, zum Deichbau oder auch zur Einführung von Dezimalmaßen dokumentieren.

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Auswirkungen des Gesetzbuchs Napoleons, des Code Civil. Dieses setzte die Forderungen der Revolution nach Freiheit des Einzelnen (Liberté), Gleichheit vor dem Gesetz (Egalité) und Brüderlichkeit im Umgang miteinander (Fraternité) um.

Eine Powerpoint Präsentation und zahlreiche Exponate, darunter Gemälde, Kirchenbücher und Zivilstandsakten, ein Freiheitsbaum sowie Objekte der »Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789 bis 1815«, darunter ein Exemplar des Code Civil von 1804, Münzen und ein Urmeter, ergänzen die Ausstellung.

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Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 18. August 2019 an allen Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr.
Führungen an Werktagen, auch für Schulklassen sind möglich.
Textgrundlagen: www.kulturverein-guntersblum.de
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