Staffelübergabe im Frankfurter Hof: Ende des Jahres übergibt Ludwig Jantzer an seine Stellvertreterin Verena Campailla. Nach 30 Jahren, in denen er große und kleine Stars der nationalen wie internationalen Musik- und Kulturszene nach Mainz gebracht hat.

»Ich gehe ja nicht so ganz, als Berater stehe ich dem Team weiterhin zur Seite.« Aber kürzer treten wird der 64-Jährige auf jeden Fall. Eine neue Aufgabe wartet zudem auf ihn: Er wird im Sommer zum ersten Mal Großvater. Erhalten bleibt ihm die Geschäftsführung der Kulturzentren Mainz GmbH (KMG), eine Tochtergesellschaft der Zentralen Beteiligungsgesellschaft der Stadt Mainz mbH (ZBM), in der 2018 die beiden Kulturhäuser Frankfurter Hof und KUZ Kulturzentrum Mainz zusammengeführt wurden.

Verena Campailla, ausgebildete Veranstaltungsfachwirtin (IHK), arbeitet seit 2011 Seite an Seite mit Jantzer. Im April 2018 übernahm sie die stellvertretende Programmleitung im Frankfurter Hof, ab Januar 2020 wird die 27-Jährige die Verantwortung für das Programm von Frankfurter Hof und »Summer in the City« alleine schultern. Wobei »alleine« in diesem Geschäft niemand arbeiten kann. »Wir arbeiten in einem guten Team, mit klarer Aufgabenverteilung, aber aus einem Guss und miteinander«, betont Jantzer.

Kooperation

Miteinander bedeutet im Mainzer Veranstaltungsmarketing auch in Kooperation mit anderen Veranstaltern – nicht nur unter dem Dach von Mainzplus Citymarketing mit Schloss und Rheingoldhalle. Das Frankfurter Hof-Team hat sich die Kontakte zu ausländischen Künstler/-innen auch mit Unterstützung von Vereinen und Organisationen in Mainz erarbeitet – und reichert das Frankfurter Hof-Programm z.B. mit »Weltmusik« aus Afrika, Indien und Südamerika an. Geht es um Kleinkunst und Kabarett sind die »Unterhäusler« Ansprechpartner/-innen und mit dem KUZ wird seit dessen Wiedereröffnung die Kooperation im Bereich »jüngeres Publikumssegment« gepflegt. Genau hier, im Bereich Musik und Unterhaltung für die jüngeren Generationen wird Verena Campailla auch eigene Akzente setzen. Persönlich sei sie eher ein Fan von Rhythm + Blues, »aber ich habe in den acht Jahren Arbeit im und für den Frankfurter Hof schon viele Genres kennengelernt, die mich genauso begeistern.«

Insgesamt sei die Programmstruktur so, wie sie ist, richtig. Die Planung und Organisation von Musikveranstaltungen ist ein klar definiertes Geschäft. »Wir verpflichten Künstler/-innen, handeln mit ihnen oder mit deren Agenturen Verträge aus, kümmern uns um das erforderliche Equipment, Unterkunft und Verpflegung für die Auftritte – auch dazu braucht es entsprechende Verträge«, erklärt Jantzer. Im Kopf sei dabei immer die Kalkulation von Ausgaben und Einnahmen, gleichzeitig ein Marketingprofil, um zu entscheiden, in welchen Veranstaltungsrahmen und an welchem Veranstaltungsort die jeweiligen Künstler/-innen unterzubringen sind. Die Beobachtung des Marktes gehört dazu und die seit Jahren gewachsene vertrauensvolle Zusammenarbeit auch mit Agenturen, die wiederum aufmerksam machen auf noch unbekannte Künstler/-innen. Die Charts bieten ebenfalls Anhaltspunkte, allerdings ist die jüngere Musikszene schwieriger einzuschätzen, sie ist oft kurzlebiger, weiß Campailla: Wer in diesem Jahr die Häuser füllt, könne im kommenden Jahr völlig weg sein vom Fenster.

Summer in the City

Am 25. Mai beginnt mit The Hooters die 2019er »Summer In the City-Saison«. Es ist bislang das einzige Konzert, das die US-Band für 2019 angekündigt hat. Fans aus ganz Deutschland und Europa werden anreisen und solche »Oldies« kommen oft Generationen übergreifend an. Ähnlich Steve Hackett, der Leadgittarrist von Genesis, der am 29. Mai ebenfalls Open Air auf der Zitadelle auftritt und Dieter Thomas Kuhn hat am 31. Maisowieso seine ganz speziellen Fans.

| SoS

 

Infos: www.frankfurter-hof-mainz.de
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