Im Zellertal lässt es sich entspannt wandern und radeln, Wein aus Rheinhessen und der Pfalz genießen, Gaststätten und Pensionen fordern zur Einkehr auf.

Es soll einmal ein touristisches Stiefkind gewesen sein, das Zellertal, das Bindeglied zwischen Rheinhessen und der Pfalz. Zwischen Kaiserslautern und Worms, nördlich des Naturparks Pfälzerwald und südlich des Nordpfälzer Berglands gelegen, gehört der Westteil des Tals zum pfälzischen Donnersbergkreis, der Ostteil zum rheinhessischen Landkreis Alzey-Worms.
Früher, so erzählen es die Einheimischen, war das Tal auf dem Weg an die Pfälzer Weinstraße einfach nur schnell durchfahren. Und Rheinhessen, das begann ja erst ab Alzey.
Dank mancher Anstrengungen ortsansässiger Winzer, Gastronomen  und ihrer Verbände ist die touristische Infrastruktur gewachsen und wird über diverse Kanäle auch kommuniziert.
Das Muldental mit relativ flachen Hängen erstreckt sich entlang der Pfrimm zwischen Mölsheim und Marnheim und offeriert sehr schöne Aussichten auf den Donnersberg. Aus der Rheinebene grüßen, weit genug entfernt liegend, um nicht weiter zu stören, die Silhouetten von Mannheim und Ludwigshafen. Bei klarer Sicht ist der Kamm des Odenwaldes gut zu erkennen.
Von Mainz aus bietet sich das Zellertal für einen Kurzausflug an. Je nach Fahrtroute (über Alzey quer durch Rheinhessen, entlang der Rheinfront Richtung Worms oder über die BAB 63 und 61) sind Hin- und zurück um die 150 KM einzuplanen. Ideal für eine Tageswanderung oder –radtour, wobei die Einkehrmöglichkeiten durchaus einen längeren Aufenthalt empfehlen. Allerdings ist das Angebot für Nicht-Fleisch-Esser beschränkt.

Gut zu bewältigen

Der Zellertalweg ist ein Rundwanderweg, der in einzelne Abschnitte unterteilt auch für Menschen, die nicht ganz so lange wandern wollen, sehr gut zu bewältigen ist. Insgesamt 40 Km lang, verläuft der Wanderweg teils entlang der Weinberge, auf weichem, erdigen Untergrund (bei feuchtem Wetter sind die Schuhe entsprechend schmutzig – überhaupt: festes Schuhwerk ist angeraten). Schön sind die Aussichten von Mölsheim nach Zell laufend und in Richtung Donnersberg blickend (Foto oben). Auf dieser Wegstrecke liegt auch ein außergewöhnliches Weinberghäuschen und das Denkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg, das als Wahrzeichen des Zellertals gilt.

Wandern, Radeln, Bahnfahren

Eine der Einkehrmöglichkeiten, die kein Zellertalbesucher versäumen sollte, ist die Weinrast in Mölsheim (Foto li.). Sonntags von 11 bis 18 Uhr schenken hier im Wechsel die ortsansässigen Winzer ihre Weine aus, es gibt essbare Weinbegleiter dazu (Brezel, Spundekäs, manchmal auch eine Quiche) und die Aussicht, unter den großen Bäumen im Schatten sitzend, ist einfach schön.
Auf der anderen Seite der Pfrimm, dem 47 km langen Nebenfluss des Rheins, um Wachenheim herum, verläuft der Zellertalweg in einer etwas  eintönigeren Kulturlandschaft, entlang großer Felder – aber mit Blick auf die Weinberge Richtung Zell.
Mit der Zellertalbahn besteht, zumindest sonn- und feiertags vom 1. Mai bis zum 1. November, die Möglichkeit, Wander- und Radelabschnitte durch Bahnfahren zu ergänzen. Marnheim, Albisheim, Harxheim und Wachenheim verfügen über eigene Haltepunkte, an denen Einstiegstafeln mit Wanderinformationen zur Verfügung stehen und die Zuwege zum Hauptweg ausgeschildert sein sollen (das haben wir nicht überprüft!).
Laut Fahrplan bietet die Zellertalbahn auch Anschlüsse in Richtung Alsenztal, Kaiserslautern, Bad Kreuznach, Worms und  Alzey (von Alzey mit der Zellertalbahn bis Monsheim: 20 Minuten). Grundsätzlich möglich, aber aufgrund der Kapazitäten begrenzt, ist die Fahrradmitnahme.
Ein Verzeichnis der Unterkünfte, Gaststätten und Einkehrmöglichkeiten ist im Internet abrufbar.

| SoS

Mehr Infrmationen unter www.zellertalweg.de.
image_pdfimage_print