Durch Paketlieferanten verstopfte Straßen, Leerstände in der Innenstadt, Alexa statt Fachverkäuferin – sieht so »modernes Shopping« aus? Wir meinen: Nein!

Gerade holt die Nachbarin wieder einmal ein Amazon-Paket bei mir ab, das der im Dauerstress stehende Bote vorhin abgegeben hat. Und wie jedes Mal höre ich die gleichen – quasi als Entschuldigung vorgebrachten – Worte von ihr: »Vielen Dank! Es ist ja so praktisch! Ich komme auch gar nicht mehr in die Stadt. Es gibt auch immer weniger schöne Geschäfte da. Und das Zurückschicken ist ja auch so praktisch. Und billiger ist es eh.«

Man könnte vieles darauf antworten; auf die Geschäftspolitik und die schlechten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und des Lieferservice hinweisen; die Rückgabepraxis hinterfragen und den Zusammenhang zwischen wachsendem Onlinehandel und »Einzelhändlerschwund« in der Innenstadt herstellen.

Zeitgeist oder Bequemlichkeit

Natürlich ist das nicht alles so eindimensional und das Internet auch nicht an allem schuld. Mehr als ärgerlich ist es nur, wenn sich Konsumenten beim Einzelhandel ausführlich beraten lassen und dann das Geschäft mit den Worten verlassen: »Ich bestelle das dann lieber bei Amazon, da ist es 20 Prozent billiger.« Das »Geiz-ist-geil-Denken« ist verbreiteter denn je – auch wenn der Werbespruch schon längst offiziell vom Markt geholt wurde. Verblüffend ist auch, dass die Zahl der Klimakritiker ebenso boomt wie der Online-Shopper. Als ob es da keinerlei Zusammenhänge gibt!
Bei der Konzentration auf Amazon & Co wird oft übersehen, dass auch viele Mainzer Einzelhändler Online-Shops anbieten.

Hier kann man in Ruhe von zu Hause aus Vorinformationen holen, teilweise sich die im Laden angeschauten und bestellten Waren zuschicken lassen – und natürlich auch ganz »klassisch« online shoppen. Mit dem großen Unterschied, dass man damit einheimische Unternehmen stützt, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anständig nach Tarif bezahlen und ihre Abgaben nicht in Steuer-Oasen entrichten.

Service statt billig

Aber: Viele Verbraucher erwarten von den Einzelhändlern, die ihre Fachkräfte aus- und weiterbilden, umfangreiche Serviceleistungen anbieten sowie zur Attraktivität der Innenstadt beitragen, dass sie die gleichen Preise verlangen wie der höchstumstrittene Multi Amazon, der mit seinem »Virtuellen persönlichen Assistenten« Alexa in immer mehr Haushalte eindringt.

Lassen Sie sich bei ihrer nächsten Produktsuche im Internet nicht gleich von Google an die großen Multis verweisen. Versuchen Sie es mit dem zusätzlichen Stichwort »Mainz«. Es gibt immer mehr regionale und lokale Online-Shops. Sie finden auf dieser Seite die URLs (Internet-Adressen) einiger Anbieter. Schauen Sie sich doch erst einmal an, was die Mainzer so anzubieten haben – und nutzen Sie das nächste Wochenende doch einfach einmal wieder für einen Einkaufs- oder Schaufensterbummel durch die Stadt.

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