Hoppla – was ist das? Kleine Messingplatten auf dem Bürgersteig, in die Namen eingraviert sind. Es sind sogenannte Stolpersteine, die an die nationalsozialistische Vernichtungspolitik erinnern.

Die »Stolpersteine« erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus: Juden, Menschen aus dem Widerstand, Homosexuelle, Euthanasieopfer und andere religiöse und ethnische Gruppen.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig rief die Aktion »Stolpersteine« im Jahr 2000 ins Leben. Das europäische Kunstprojekt ist mittlerweile das größte dezentrale Denkmal weltweit. In mehr als 20 Ländern Europas wurden mehr als 74.000 Stolpersteine verlegt. Auf private Initiative hin und in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz ver­legt Gunter Demnig mit Messing verkleidete Pflastersteine im Bürgersteig vor dem Haus, das die Opfer als letzten Wohnsitz frei gewählt hatten. Name und Geburtsjahr, Datum der Verhaftung, der Deportation und der Ermordung werden eingeprägt. Wer die kleinen Inschriften auf dem Gehweg lesen will, muss sich bücken und macht mit dem Neigen des Kopfes eine Verbeugung vor dem Opfer.

Um mehr zu erfahren über die Opfer und ihr Leben hilft der Gang ins Internet. Über www.mainz.de gelangt man zum Gesamtverzeichnis aller in Mainz verlegten Stolpersteine, sie können im pdf-Format herunter geladen werden. Außerdem arbeiten das »Haus des Erinnerns – für Demokra­tie und Akzeptanz« (HdE) sowie der Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. in einem gemeinsamen Projekt an einer »Stolperstein-Homepage«.

Das Gesamtverzeichnis aller in Mainz verlegten Stolpersteine um­fasst 255 Einträge, davon allein 134 in der Altstadt. Die Suchfunktion ermöglicht sowohl die Recherche nach Namen der Opfer, Deportationsdatum, als auch nach Straßen- und Verlegungsdatum der Stolpersteine. Im Aufbau befindet sich die Sammlung der Biografien, die Aufschluss über Leben und Sterben der Opfer geben. Ein Glossar informiert anhand verschiedener Stichpunkte detailliert über die Geschichte des Nationalsozialismus.

Aus Sicht des HdE stellt die Stolperstein-Homepage eine wichtige Erweiterung der Mainzer Erinnerungskultur im digitalen Raum dar, die zukünftig auch über Instagram und Twitter gestärkt werden soll.

| SoS

www.stolpersteine-mainz.de

 

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