Essen + Trinken
Die Winzer-Connection
Weingut Espenhof
Hauptstraße 81
55237 Flonheim-Uffhofen
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Fax 0 67 34 / 94 04 50
weingut@espenhof.de
www.espenhof.de
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Wein des Monats
Jupp präsentiert die schönsten rheinhessischen Gewächse (Teil 135)
Espenhof: Gesamtkunstwerk in Uffhofen

Drei, die maßgeblich zum Gesamt-
kunstwerk Espenhof beitragen:
(v.l.) Kellermeister Thomas Weltner, Heike und Wilfried Espenschied.
In der Tat ist der Espenhof in Flonheim-Uffhofen etwas Besonderes. Familie Espenschied hat hier ein Ensemble aus Landhotel, Weinrestaurant und Weingut geschaffen, das seinesgleichen in Rheinhessen sucht. Natürlich hat unser guter Jupp bei seinem Besuch den Schwerpunkt auf die vinologischen Erzeugnisse gelegt und darüber berichtet er uns nun:
Tja, liebe Freunde des Außergewöhnlichen, ich bin froh, dass der Wilfried Espenschied und seine Familie mir kürzlich bei der ProWein das is’ eine der europäischen »Leitmessen« in Sachen Rebensaft und findet im Dorf an der Düssel statt über den Weg gelaufen is’. Schon lang wollt’ ich im kuscheligen Uffhofen meinen Besuch abstatten und nun wurd’s konkret. Termin vereinbart un’ alla ab.
Es is’ wirklich so, dass unsereiner hier aus dem Staunen nit rauskommt. Das herrliche Anwesen aus Natursteingebäuden erstreckt sich sozusagen vis-à-vis beidseits der Gass’ und is’ allein schon von der Optik her drinne wie drusse einen Besuch wert. Und dann die Weincher.
1975 begann der Wilfried Espenschied, seines Zeichens in Stuttgart-Hohenheim ausgebildeter Agraringenieur, den klassischen Mischbetrieb komplett auf Wein in der Bouteille umzustellen; zuerst autodidaktisch, dann mit Hilfe des Cousins. Und so schuf der nimmermüde Mann eine außergewöhnliche Weinkultur, von der er aber meinte, dass sie mit fremder Hilfe weiterentwickelt werden sollte. Also stieß vor circa zwei Jahren ein junger Kellermeister, Thomas Weltner, zum Team, der dem Ganzen seinen eigenen Kick und eine unverkennbare Handschrift gegeben hat.
Daimler-Benz lässt herzlich grüssen
Aber bevor ich wieder zu weit ausschweife, widme ich mich nun gleich den Weinen des Monats. In Absprache mit den Winzersleuten hab’ ich dabei direkt in die Oberklasse gegriffen. S- und SL-Weine sind es ausschließlich, die ich diesmal vorstell’ also sozusagen die Daimler-Spitze aus Uffhofen (witzig, gell).
Im Prinzip handelt es sich um 2007er Stöffchen, wenn ein anderer Jahrgang zum Zug kommt, sag’ ich’s an. Außerdem sind die WdM (fast) alle trocken. Los geht’s mit einem Grünen Silvaner (WdM 1, 12 Volt, 6 Euro 90), der schon so ein bisschen fränkische Art zeigt. Kraftvoll, rund und mineralisch kommt er daher und lechzt quasi danach, Begleiter für leckeren Spargel sein zu dürfen. Als Wein des Monats numιro deux darf ich einen Weißen Riesling präsentier’n (12%, sechsneunzich), der eine Cuvιe aus allerbesten Lagen darstellt und mit seiner wunderschönen Frucht Zunge, Gaumen und Herz des Genießers in Verzückung versetzt.
Steillagiges Filetstückchen
An dem Wein könnt’ ich mich festhalten, aber ich muss weiter, zum WdM 3 nämlich. Hier haben wir einen Weißen Burgunder vor uns, der den Rebsortennamen verdient (12% Allohol, 5,90 Taler). Ein wunderbar klarer, unverwechselbarer Wein, nit zu dick, nit zu schlank eigentlich perfekt. Desgleichen gilt für den WdM 4, einen Grauen Burgunder feinster Art (12%, 5,90 Euro).
Der WdM 5 stammt aus einem Filetstückchen, nämlich der Steillage La Roche (einziges Rotliegendes im rheinhessischen Hinterland), und is’ ein Chardonnay, der mit Saft und Kraft seine ganz eigene rheinhessische Art entfaltet (13%, 6,50 Euro). Sein Pendant, ebenfalls aus dem La Roche, stellt der 2006er Chardonnay SL (WdM 6, 13%, 11 Euro) dar, der pardon mein absoluter Liebling vom Espenhof is’. Ich sag’ nur »Chablis«, mer nit.
Und nun tatatata etwas ganz Erlesenes als WdM 7: eine 2003er Huxelreb’ Beerenausles’, edelsüß und im Halbliterfläschje (9,5%, 12 Euronen). Zum Niederknien. Unbeschreiblich. Probier’n!
Da reift noch ein ganz Grosser heran
Bleibt ein Rouge, der der Nachfolger eines ganz Großen is’. Der 2006er Blaue Portugieser (WdM 8, 13,5%, 7,90 Euro) hat Klasse, is’ noch sehr frisch, weist aber bereits jetzt darauf hin, dass er ein Star werden wird. So wie sein Vorgänger aus 2005, der den Deutschen Rotweinpreis 2007 gewonnen hat. Compliments!
Zur Familie Espenschied, die übrigens ursprünglich tatsächlich aus dem gleichnamigen örtchen oberhalb des Wispertals, das bei Lorch in den Rhein mündet, stammt, gehören außer dem Wilfried seine Frau Heike, Sohn Nikolas, der sich grad’ auf den Spuren des formidablen Weinbaus im Burgund bewegt, und Tochter Lena Marie. Die höchst attraktive junge Frau hat bereits für ein Jahr die Krone der Flonheimer Weinkönigin getragen und eignet sich zurzeit alles Wissenswerte rund ums internationale Hotelfach beim Studium in Bad Honnef an. Wie gesagt: Familie Espenschied ein Gesamtkunstwerk.

