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Editorial

Titelbild DER MAINZER Nr. 211

GUTEN MORGEN, LIEBE WIESBADENER!


Acht Kilometer liegt sie entfernt, die hessische Landeshauptstadt, intensive Kontakte, gar Informationsaustausch zwischen den Verwaltungen hüben und drüben sind an der Tagesordnung, gemeinsam soll das Eingemeindungsjubiläum von Kastel nach Mainz gefeiert werden und dann so was: Das in Mainz geplante Hafenterminal liegt in Sichtweite der Biebricher und Amöneburger! Es wird die »Wiesbadener Optik« verändern!

Guten Morgen, liebe Wiesbadener Umweltdezernentin! Hätte Sie die Aufforderung, eine wasserrechtliche Stellungnahme zur Verlagerung des Mainzer Containerhafens abzugeben nicht auf dem Dienstweg erreicht, wäre Ihnen wohl erst bei der Einweihung des neuen Hafenterminals das gesamte Ausmaß, wie sich die Optik verändern wird, bewusst geworden.

Dabei haben doch Ihre Parteifreunde, BüNDNIS 90/ DIE GRüNEN in Wiesbaden, durchaus auch die Rhein-Optik im Blick, wenn sie sich über die massive Sicht-Beeinträchtigung durch das geplante Kohleheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue beschweren.

OK, das neue »Wohn- und Kulturviertel Hafen« wird von der Petersaue verdeckt, was sich dort alles getan hat, ist von der »ebsch Seit« aus nicht einsehbar (übrigens, liebe Wiesbadener, die Mainzer haben dort jetzt auch eine eigene Kunsthalle!!!), aber Ihrem Jamaika-Partner, Oberbürgermeister und Kämmerer Dr. Helmut Müller ist doch wohl nicht entgangen, dass die Firma Frankenbach nach Fertigstellung des neuen Hafenterminals ihren LKW-Fuhrpark von Kastel auf die Ingelheimer Aue verlagern will?

Es erstaunt immer wieder, dass manche Vorgänge in Mainz die Mehrzahl der Wiesbadener erstmal nicht die Bohne interessieren. Beispiel Kohleheizkraftwerk: Hätte die SPD nicht die Anmeldung ihres OB-Kandidaten verpennt und damit den alten SPD-Haudegen Jörg Jourdan auf den Plan gerufen, wäre die Wiesbadener SPD kaum auf die Idee gekommen, das Kraftwerk zum Wahlkampfthema zu machen. Aber das ist eh Schnee von gestern...

Frau Thies hat jedenfalls festgestellt, dass Wiesbaden wenig bis gar nichts gegen den Bau des neuen Hafenterminals unternehmen kann. Aber sie würde, einem Bericht des Wiesbadener Kurier zufolge, gerne die optischen Veränderungen mildern: Mainz soll die Petersaue als Sichtschutz dichter aufforsten. Keine schlechte Idee! Der Blick ins Grüne würde den potenziellen Mietern und Eigentümern im ehemaligen Zoll- und Binnenhafen bestimmt auch gefallen.Wer die Aufforstung bezahlen soll, ist damit eigentlich klar: Diejenigen, denen Container zu bunt sind!

SoS