Die Gänsebraten-Zeit hat begonnen
Knusprig gebraten an Kraut und Knödeln
Wenn es das höchste Glück im Leben einer Gans ist, völlig uneigennützig als saftiger Braten zu enden, erklärt sich das ständige Geschnatter des weißen Federviehs wohl so: Sie diskutieren (oder philosophieren gar) vom Bio-Bauernhof bis zum Aufzuchtzen- trum ständig und heftigst darüber, ob die Rolle der Weihnachtsgans edler als jene der Martinsgans ist. Pragmatisch gesehen hat das Tier, das erst Ende Dezember serviert wird einen klaren Punktvorteil: Es lebt länger! Wir sprechen hier natürlich nur von jenen glücklichen Geschöpfen, denen man erst kurz vor Genuss den Hals umdreht und nicht von den hart gefrorenen Exemplaren, die schon seit Wochen in der Tiefkühltruhe des Discounters liegen. Mag es noch so viele kulturhistorisch einleuchtende Gründe für die Entstehung der Gänsebratentraditionen geben - langjährige Leser der Novemberausgabe des MAINZERs sind mit diesen ja hin- reichend vertraut - gegen die All- macht eingängiger Legenden ha- ben sie alle keine Chance. So haben wir doch schon als Kinder ge- lernt, dass sich der heilige Martinus von Tours (übrigens auch Patron des Mainzer Bistums und unseres Doms) aus Angst vor der allzu großen Verantwortung eines Bischofsamtes in einem Gänsestall versteckte, von dem lauten Geschnatter aber verraten wurde. Aus »Strafe«, so die völlig unlogische Geschichte, verzehrt die Christenheit nun Generation um Generation der gefiederten Spezies. Nur: ohne Gänse in Tours keinen Martinskult, keine strahlen- den Kinderaugen beim Martinsumzug, keine Gratisbrezeln bei Martinsfeuer, keine Weckmänner, keine Schnörzen, keine Nussmärtel, keine sonstigen, regional geprägten Leckereien. Müssten wir den Gänsen nicht vielmehr dankbar sein? Während wir uns jedoch eher Gedanken über die »richtige« Füllung eines solchen Tieres machen, verkörpert es in anderen Kulturen Weisheit und Reinheit. »Gans« (hamsa) bzw »Großgans« (maha- hamsa) sind in Indien keine Beleidigungen, sondern ehrenvolle Be- zeichnungen für große Gelehrte. Das in unseren Breiten eher verbreitete Bild der »dummen Gans« könnte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass ein brütendes Tier seine Eier nicht erkennt und sich auf alles setzt was eine annähernd runde Form hat. In China schließlich ist die Gans Symbol der ehelichen Treue. Die weibliche Gans lebt mit ihrem Gänserich (auch Ganser oder Ganter genannt) in strikter Monogamie und ist ihren Gösseln (Jun- genten) eine treu sorgende Mutter - bis die Gänsebraten-Zeit sie trennt. Sollten wir Ihnen jetzt Appetit gemacht haben - hier sind unsere Empfehlungen für besonders leckere Gänsegerichte aus Mainz und der Region:
Alter Vater Rhein
Der Alte Vater Rhein ist aus der
rheinhessischen Gastronomie-
Landschaft nicht mehr wegzudenken: In ihm paaren sich rheinhes-
sische Lebensfreude und Humor
mit einer vorzüglichen Küche, die
immer wieder mit Überraschungen
aufwartet. Schwerpunkte liegen
dabei im Regionalen und Bürgerlich-Traditionellen. (»Speisen wie bei Muttern«). Im November laden
Lothar Faißt und Familie zur klassischen Gänsekeule. Außerdem
steht noch eine weitere landestypische Spezialität auf der Sonder-
karte: Der Dippehas. Für alle Zugezogenen: Dahinter verbirgt
sich ein im Topf geschmorter Hase
mit vielen leckeren Zutaten.
( www.alter-vater-rhein.de )
Gänsthaler´s Kuchlmasterei
Seit mehr als 20 Jahren setzen
Karl und Christine Gänsthaler in
ihrer »Kuchlmasterei« (frei übersetzt aus dem Österreichischen:
Küchenwerkstatt) eigene
Maßstäbe für Gaumenschmeichlerei in Mainz. Karl Gänsthaler kombiniert mit seinem Team, wie es
die charmante Art des Hauses ist,
Gerichte aus seiner Heimat Österreich mit modern interpretierter
Küche. Selbstverständlich steht
am 11. November auch wieder -
dem Namen und der Tradition des
Hauses verpflichtet - das obligatorische Gansl-Menue auf der Spei-
senkarte. (Nur auf Vorbestellung!)
Und auch das ist Tradition in
der Kuchlmasterei: Die Gänsthaler
sorgen auf Wunsch auch dieses
Jahr wieder für Ihren Weihnachts-
Gänsebraten: Halbe Gans für 2-3
Personen mit Apfelzimtrotkraut,
Bratensaft und Knödel (39,00 ?).
Eine Backanleitung liegt übrigens
bei.
(www.gaensthalers-kuchlmasterei.de)
Trollmühle
Die Trollmühle in Münster-Sarmsheim bietet ein angenehmes
Ambiente in einem gewachsenen
Haus mit regionaler Verbundenheit. In ihrer Küche wirken exzellente Köche die großen Wert auf
Qualität und Kreativität legen. In
Sachen »Gans« hat die Trollmühle
zeitlich die Nase vorn. Hier gibt
es schon seit dem 15. Oktober die
berühmte »Ganze Gans« für vier
Personen - an Rotkraut, Klößen
und Schmoräpfeln. Dazu eine Flasche Rotwein. (70 Euro). Letzter
Termin für den leckeren Vogel ist
der 22. Dezember. Wer die nächtliche Heimfahrt scheut kann in dem
angeschlossenen Hotel auch hervorragend übernachten. In der
»Ganszeit« gibt es ein Sonderaktion: Ein Doppelzimmer (mit
reichhaltigem Frühstücksbuffet)
kostet dann nur 60 Euro.
( www.hotel-trollmühle.de )
Pipapo
Laut Wörterbuch versteht man
unter »pipapo« eine umgangs-
sprachliche Bezeichnung für »mit
allem, was dazugehört« - gastronomisch gesehen ist damit in unserer Region das Nieder-Olmer
Restaurant Pollers »pipapo« gemeint. Da der 1. FSV Mainz 05
am 4. November ein wichtiges
Heimspiel hat, findet der Gänseschmaus, ganz traditionell am
11.11.11 statt. Bei diesem 1. Menüevent im »pipapo« verwöhnen
Sie Anja und Jörg Poller mit
einem leckeren 4-Gang Menü
rund um die Gans. Preis pro Person 37,90 ?. Bitte vergessen Sie
nicht, rechtzeitig zu reservieren.
(www.pollers.de)
Kasematten
Im Bauch von Mainz, in den
Kasematten im Novotel auf dem
Kästrich, richtet Küchenchef André Büsselberg eine garantiert
Deutsche Gans an. Wunderbar gefüllt mit einem leicht gesalzenen
Hefeteig, Maronen und Äpfeln
präsentiert sich das pralle Federvieh knusprig und saftig. Fach-
männisch vor Ihren Augen tranchiert läuft einem beim Servieren
schon das Wasser im Munde zusammen. Die typisch abgeschmeckten Beilagen, bestehend
aus Klößen, Rotkraut und Maronen
werden ideal ergänzt durch die leckere Füllung.
Den passenden Rotwein hat
Chefsommelier Roland Lohr bereits vor Wochen ausgesucht und
reichlich im Weinkeller eingelagert. Wer einmal dieses Ganserlebnis probiert hat, der wartet schon
sehnsüchtig auf die nächste Adventszeit. Denn wie der Weih-
nachtsmann, so kommt auch die
gefüllte Gans jedes Jahr wieder in
die Kasematten, was jedoch kein
Grund ist sich diese Leckerei diesmal entgehen zu lassen. Übrigens
ist dies eine tolle Alternative zu
den sonst üblichen Weihnachtsfeiern mit Festmenü oder Büffet,
denn in den Kasematten kehren
wirklich die Erinnerungen zurück
an Adventszeit bei Oma und Opa
in der wohlig warmen Stube bei
Kerzenschein und Zimtapfel-Duft.
(www.novotel.com)
Advena Europa Hotel
Die Gastronomie des advena
Europa hotel mainz verwöhnt ihre
Gäste rund ums Jahr mit ausgewählten saisonalen und regionalen Spezialitäten. Wenn die Wild-Saison zu Ende geht, beginnt am
11. November traditionell die Zeit
der knusprigen Hafermastgans:
Saftiges Fleisch, krosse Haut und
ein volles Aroma - so erleben Sie
hier wieder den Klassiker der Vorweihnachtszeit. Im advena europa hotel wird die Gans traditionell
mit Kartoffelklößen, Apfelrotkohl,
glasierten Maronen und einem
ausgewählten Rotwein aus Rheinhessen serviert. Und danach dürfen Sie sich auf einen leckeren
Bratapfel mit Vanillesoße freuen.
(Preis für vier Personen, incl. eine
Flasche Rotwein und Bratäpfel:
78.00 Euro).
Und das ist einmalig: Unter dem
Motto »Take me home« liefert man
Ihnen - für den Gänse-Schmaus
zu Hause oder mit Ihren Kollegen
im Büro -Ihre Gans mit allen Beilagen und Rotwein auch gerne per
Taxi. (Preis zzgl. Taxikosten)
( www.advenahotels.com )
Hahnenhof
Wie vom Namen her nicht anders zu erwarten, bietet auch der
Hahnenhof Geflügel -natürlich
vom feinsten. Anja & Tibor Jakus
achten streng darauf, dass das
Fleisch ausschließlich frisch und
nur von ausgewählten Geflügelhöfen bezogen wird. Am 11. No-
vember wird ausschließlich Gans
serviert -die Gans-Karte gilt
aber noch weiter bis zum 28. November. Natürlich finden wir auf
ihr die klassische Gans mit Apfelrotkraut, Kartoffelklößen und
Maronen.
Küchenchef Eugen von Heider
zeigt aber auch, dass Gans in vielen anderen Varianten hervorra-
gend mundet. So empfiehlt der
Hahnenhof z.B. auch eine Paté von
der Gänseleber, eine Cremesuppe
von der Gans, Feldsalat mit eingelegter Gans »toskanischer Art« und
Gänsebeuscherl mit Semmelknödel.
( www.hahnenhof-mainz.de )