Halloween
Erst christianisiert, dann vergruselt
Bald ist es wieder soweit: Man sieht Kürbisgesichter und Gruselgestalten als Dekoration und am 31. Oktober laufen kleine Hexen und Teufel mit der
Forderung »Süßes oder Saures« durch die Straßen. Die Bedeutung von Halloween und der christlichen Feste, die zu dieser Zeit in den evangelischen
und katholischen Kirchen gefeiert werden, ist vielen allerdings kaum bekannt.
Das ursprünglich heidnische Fest zum Ende des Sommers wurde im 9. Jahrhundert christianisiert, »All Hallows Eve« bezeichnete den Vorabend des
Allerheiligen-Festes am 1. November. Mit den irischen Auswanderern gelangte Halloween in die USA und kam mit dem Charakter von Grusel-Unterhaltung
wieder zurück nach Europa. Obwohl es mitunter populärer ist als manche eigenen Feste im Jahreskreis, versuchen die Kirchen nicht, den Spaß daran zu
nehmen oder mit Konkurrenzveranstaltungen aufzuwarten. Vielmehr möchten sie die Besonderheiten der Feier- und Gedenktage hervorheben und die
Gelegenheit nutzen, um speziell mit Kindern- und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
In den evangelischen Kirchen wird mit Gottesdiensten der Reformationstag gefeiert, da Martin
Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen die Ablasspraxis veröffentlichte. Die Auferstehungsgemeinde lädt zu einem Lutherfest ein,
das schon Tradition hat. Mit passender Kleidung ausgestattet begeben sich Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren von 17 bis 21 Uhr auf Zeitreise
ins Jahr 1523. »Der Gemeindesaal wird zum Marktplatz von Wittenberg«, berichtet Gemeindepädagoge Rolf Figge. »An verschiedenen Stationen - von
der Schlosskirche über die Universität bis zur Klosterapotheke - erfahren sie auf spannende Weise mehr über die damaligen Ereignisse und Zusammenhänge.«
Ein besonderes Erlebnis ist auch das Stockbrot-Braten im Dunkeln. Als alternative Halloween-Veranstaltung ist der Abend bewusst nicht gedacht,
doch auf Süßes müssen die Kinder nicht verzichten, denn passenderweise gibt es Luther-Bonbons.
Ein Licht an den Anfang des dunkelsten Monats zu stellen ist der Sinn der beiden katholischen Feiertage am 1. und 2. November. Allerheiligen
gilt dem Gedenken an alle, die das ewige Leben erlangt haben. »Die Botschaft ist, dass man von Gott so angenommen wird, wie man gedacht ist«,
erklärt Pfarrer Markus Konrad. »Kein Moment ist vor Gott unbedeutend, alles im Leben hat seinen Sinn.« Am Allerseelentag richte man sich mit
der Bitte an Gott, Menschen zur Vollendung zu führen, sei es mit Gebeten für Verstorbene oder Gräbersegnungen. »Weil es jeden betrifft macht
es vielen Angst, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen«, weiß der Diözesanjugendseelsorger. Er möchte daher die Zeit Ende Oktober und Anfang
November nutzen, um in vertrauter kleiner Runde mit jungen Leuten über Leben und Tod zu sprechen.
INFOS
Ev. Auferstehungsgemeinde, Am Fort Gonsenheim 151 (neben dem SWR)
Tel 0 61 31-32 09 72, www.auferstehungsgemeinde.de
Markus W. Konrad, Pfarrer, Diözesanjugendseelsorger, BDKJ-Präses (Bund der Deutschen Katholischen Jugend)
Am Fort Gonsenheim 54, Tel. 0 61 31 - 25 36 21
Nicole Weisheit-Zenz

In diesem Jahr bietet außerdem erstmals das neue Krematorium einen »Tag der offenen Tür« und unter dem Motto »Musikalisches Gedenken« startet ein kulturelles Programm, das künftig regelmäßig auf dem Hauptfriedhof zu sehen und zu hören sein wird. SOS
Infos:
Tag des Friedhofs am 1. November
10-16.30 Uhr Hauptfriedhof
Haupteingang Untere Zahlbacherstr.
www.wirtschaftsbetrieb.mainz.de