OPEN OHR Festival 2010 / 21.- 24. Mai
Ja Nein Vielleicht - Hauptsache YEAH!
Der Titel, unter dem das 36. OPEN OHR Festival vom 21. bis 24. Mai auf der Zitadelle stattfindet, klingt ungewöhnlich, ist auch so gewollt.
Eine der wohl bekanntesten Mainzer Open-Air-Veranstaltungen will die Besucher mit dem Genuss von Musik und Kunst zu kontroversen Diskussionen
anregen. Ja Nein Vielleicht - Hauptsache YEAH! beschreibt das Lebensgefühl einer Generation der um 1980 Geborenen, den so genannten »Millennials«
oder auch »Nuller«, auf ihrer Suche nach einem Zusammengehörigkeitsgefühl. Es gibt zahlreiche Namen und Bezeichnungen, mit denen sich diese Menschen
zwischen 15 und 35 Jahren charakterisieren lassen könnten: Sie sind die Generation Facebook, die eifrig intime Urlaubsbilder für die 10.000 engsten
online-Friends hochlädt, und die Generation Grenzenlosigkeit, die mal eben zum Shopping nach London, Paris oder Mailand fliegt. Als Generation
Praktikum nehmen sie ihr Schicksal der »Arbeitsprostitution« mit einem Dankeschön an und als Generation 2.0 ist für sie ganz klar: Wer keine
Ahnung von Handy, Web und neuesten Office hat, der kann nach Hause
gehen.
Die Masse der Schlagwörter ließe sich unendlich weiterführen und doch ist keines dafür geeignet zu verdeutlichen, was die
unterschiedlichen »Millenials« vereint. »Mit der ausgefallenen Überschrift wollen wir die vielen Möglichkeiten zum Ausdruck bringen,
die uns in Bezug auf Studium, Beruf und Ausland zur Verfügung stehen. Diese großartige Chancenvielfalt ist aber gleichzeitig auch
eine Art Fluch und Verunsicherung, weil nichts Beständiges da ist«, erklärt die 26-jährige Nora Weisbrod von der ehrenamtlichen
Projektgruppe, die das Festival inhaltlich bestimmt und organisiert.
Die Generation OPEN OHR?

»Der Ausspruch YEAH zeigt außerdem den starken Event-Charakter, der in meiner Generation bei fast allen Aktivitäten mitschwingt.«
Was also verbindet diese Generation? Obwohl die Veranstaltung mit der Frage in diesem Jahr bewusst eine bestimmte Zielgruppe fokussiert,
soll das Thema dennoch Besucher jeden Alters und auch Familien ansprechen. Denn man will gemeinsam Merkmale, Vorurteile und Lebensumstände
von so genannten Generationen untersuchen und deren Prinzip genauer unter die Lupe nehmen. Zu diesem Zweck wurde ein vielfältiges Programm
aus Musik, Kabarett, Theater, Film, Workshops, Lesungen und Kinderunterhaltung zusammengestellt mit Künstlern und Bands wie Phrasenmäher,
Uta Köbernick, Das Helmi, Trio Grande und Mono & Nikitaman. »Entsprechend jeder Festivalidee versuchen wir die passenden nationalen
und internationalen Künstler auszuwählen. Teilweise richten diese sogar ihre Auftritte inhaltlich extra am Thema aus oder schreiben
eigens ein neues Stück. Das freut uns besonders«, sagt die bereits zum dritten Mal in einer OPEN-OHR-Projektgruppe mitarbeitende
Katharina Greuel. Neben der 28-Jährigen und Nora Weisbrod organisieren noch acht weitere Personen unterschiedlicher Altersgruppen
das Festival, das in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Mainz ausgerichtet wird.
Seit 1975 findet das OPEN OHR Festival immer am Pfingstwochenende statt, seine Ursprünge liegen in der politischen Aufbruchszeit der
70er Jahre. Mit den Veränderungen und Entwicklungen der Zeit haben sich äußeres Erscheinungsbild und Struktur der Veranstaltung
zwar gewandelt, jedoch ist der Anspruch gleich geblieben, mit Jugendlichen und »Junggebliebenen« an politischen und gesellschaftlichen
Themen zu arbeiten. Gemäß dem Motto: überparteilich, aber nicht unparteiisch.
Infos
Karten gibt es an allen Vorverkaufsstellen im Rhein-Main-Nahe-Neckar-Raum. Eine viertätige Dauerkarte kostet 28 ? plus VVK und 33 ? an
der Tages- und Abendkasse. Die Tageskarte für Freitag, Samstag und Sonntag kostet jeweils 18 ? und für Montag 8 ?. Sozialausweisinhaber
zahlen an der Tages- und Abendkasse jeweils die Hälfte und Kinder bis 13 Jahre haben freien Einritt.
Die Zeltplatzgebühr für alle vier Festivaltage beträgt 5 ?. www.openohr.de, 06131/12 21 73
KH