Frankophiler Electro-Pop
»Air« mit neuem Album
Ab 20 Uhr wird am 1. Februar das Electro-Pop-Duo »Air« die Phönixhalle beschallen. Das verheißt einen Abend der musikalischen Superlative.
Die Franzosen Jean-Benoît Dunkel (Gesang, Keyboards) und Nicolas Godin (Gitarre, Gesang) haben nach »Pocket Symphony« von 2007 mit »Love 2«
ihr neues Album eingespielt und sind auf Deutschlandtournee.
Was man von den nostalgischen Dandys und Ästheten schmusiger Synthie-Klangkunst nicht gewohnt ist: Sie klingen jetzt rauer und impulsiver.
Die Meister des Retrokults haben einen Schlagzeuger an ihrer Seite und schreiben richtige Songs mit Melodien und Texten zum Mitsingen.
Da ist einiges zu erwarten, denn textlich haben »Air«, die 2005 vom französischen Kultusministerium mit dem »Orden der Künste und der
Literatur« ausgezeichnet worden sind, ebenfalls etwas zu sagen: »So Light is her Footfall« wurde von Oscar Wilde inspiriert, während
für die erste Single-Auskopplung »Sing, Sang, Sung« Englischunterricht die Vorlage bildete.
Bei »Air« ist schon der Name Programm. In ihren melancholischen Klang-Collagen, die nach eigener Aussage als »Assoziative Soundscapes«
bezeichnet werden dürfen, liegen Liebe, Fantasie und Traum in der Luft. »Air« stehe für Amour. Ihre Sehnsucht nach Gefühl, nach Liebe
und nach der großen Kunst spiegelt sich auch auf »Love 2« in der für »Air« typischen Einfachheit der Kompositionen.
1998 machten sie mit ihrem romantisch verklärten Ambient-Long Player »Moon Safari« einen kometenhaften Aufstieg in die verträumten
Gefilde des elektronischen Universums. Das Debütalbum ging binnen eines Jahres eine Million Mal über den Ladentisch. Mit Tracks
wie »Sexy Boy« oder »Kelly Watch The Stars« wurde das Duo weltbekannt.
Inspiriert wurden »Air« schon bei ihrem viel beachteten Start-up von großen Vorbildern wie Debussy und Ravel oder Serge Gainsbourg
und Jack Arel. Sie verließen sich dabei auf antiquarisches Gerät: einen alten Korg MS-20, einen Moog, Vocoder aus der Disco-Ära,
antike Elektrogitarren und elektromechanische Pianos von Fender und Wurlitzer. So gelang es ihnen einen unverwechselbar poppigen
easy-listening-Sound zu produzieren, dem sie bis heute treu geblieben sind.
Für »Air« ist ihre Musik Zuflucht vor dem Leben. Und braucht nicht auch das Mainzer Publikum Raum für Erholung und Entspannung von
den Plagen des Alltags?
Infos: 1. Februar, 20 Uhr, Phönix-Halle Mainz, Eintritt: 35 Euro
Tickets unter
www.frankfurter-hof-mainz.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.
hb
