Mainzer Eishockey-Wölfe
Erfolgs-Rudel auf Beutezug

Eishockey im Rhein-Main-Gebiet
– Da dürften den meisten
Fans dieser temporeichen Sportart
wohl zuallererst einmal die Frankfurt
Lions fallen. Dabei kann man
sich den Gang über den Main eigentlich
getrost sparen. Denn mit
den Mainzer Wölfen gibt es auch
in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt
ambitionierte Kufencracks
zu bewundern. Und bissige
obendrein, wie der Aufstieg
vergangene Saison beweist. Damit
jagen die Eislöwen ab sofort in der
Hessenliga ihrer (Punkte-)Beute
hinterher.
Warum aber Hessen und nicht
Rheinland-Pfalz? »Das hat gleich
zwei Gründe«, erklärt Markus
Schiffer, Mittelstürmer und Pressesprecher
der Wölfe in Personalunion.
»Zum Einen ist das spielerische
Niveau in der Hessenliga höher,
als in der vergleichbaren Regionalliga
hier bei uns. Und zum
Anderen sind die Entfernungen zu
den Auswärtsspielen kürzer.« Was
komisch klingt, wird beim Blick
auf die Landkarte ruckzuck klar.
Während die Gegner jetzt RSC
Darmstadt, EV Wiesbaden oder
Eintracht Frankfurt heißen, hätte
die rheinland-pfälzische Variante
Schiffer und Co bis nach Bitburg,
Zweibrücken und sogar Luxemburg geführt. Eine Kostenfrage
und eine organisatorische,
schließlich sind alle Spieler reine
Amateure, damit voll berufstätig
und Freizeit dementsprechend
wertvoll, vor allem wenn man Familie
hat.
WOLF SEIN HEISST ZÄHNE ZEIGEN

Familiär geht es aber auch im Wolfsrudel selbst zu. Vor allem, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. Bestes und aktuellstes Beispiel ist der Kampf ums sportliche Revier, sprich die Mainzer Eishalle. Deren Zukunft hing lange Zeit in der Schwebe, weil die Stadt sich mit dem neuerlichen Verpachten mehr als schwer tat. Vor allem die Frage nach den nötigen Renovierungsarbeiten entpuppte sich dabei als Hemmschuh. Den zog sich zu guter Letzt mit Milan Nosek (Foto) der erste Vorsitzende der Löwen an, im Wissen, dass ihn sein Rudel nicht hängen lassen würde: »Einige Arbeiten werden wir in Eigenregie übernehmen«, erklärt Markus Schiffer das etwas andere Prinzip Teamgeist. »Dabei profitieren wir von den verschiedenen Berufen unserer Spieler«. Über 700 kostenlose Arbeitsstunden kamen so bislang zusammen – Tendenz steigend.
TIERFREUNDE AUS GLAS
Aber natürlich geht es auch bei den Mainzer Löwen nicht gänzlich ohne Unterstützung. Das fängt beim Ausrüster an, der die nicht ganz billige Ausstattung der Spieler zu einem großen Teil sponsort (ein komplettes Outfit vom Helm bis zum Schläger kostet locker 1500 €) und hört beim TSV SCHOTT Mainz auf. Der größte Mainzer Breitensportverein mit über 3.000 Mitgliedern hat das Eis-Rudel vor einigen Jahren quasi adoptiert. »Ein Meilenstein in unserer Entwicklung «, erklärt der spielende Pressesprecher. »Zuvor waren wir eigentlich nicht mehr, als ein reiner Hobbyklub. Ambitioniert, ohne Frage, aber eben mit begrenzten Mitteln«. Davon kann längst nicht mehr die Rede sein. Zuerst nur der Wintersportabteilung angegliedert, ist das Löwenrudel mittlerweile so stark angewachsen, dass es zu einem eigenständigen Vereinsteil geworden ist.
JUBILÄUM MIT HINDERNISSEN
Dieser Vereinsteil feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges, eigenständiges Gründungsjubiläum. Das passende Geschenk haben sich Schiffer und Co mit dem Aufstieg selbst gemacht, auch wenn es durch die Hallenmisere leider einige Kratzer abbekommen hat. Keine sportlichen, denn im Sommer hätten die Löwen sowieso nicht auf´s Eis gekonnt. Aber abseits der Eisfläche besteht deshalb dringender Nachholbedarf: »Da wir lange Zeit nicht wussten, ob es überhaupt weitergeht, hinken wir in Sachen Neuzugänge oder Sponsorensuche natürlich hinterher «, erklärt Markus Schiffer das organisatorische Manko. Mehr denn je ist deshalb das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mainzer Wölfe gefragt: Bestehende Netzwerke anzapfen, um das Rudel zu verstärken. Berufliche Kontakte nutzen, um die Klubkasse zu füllen. Nur in Sachen sportliche Zukunft sind die Mainzer Kufencracks auf Hilfe angewiesen. »Wir suchen dringend Nachwuchsspieler «, betont Schiffer im Wissen, dass Eigeninitiative in diesem ganz speziellen Fall wohl ein bisschen zu lang dauern würde.
Mario Bast
INFOS:
Der (vorläufige) Heimspielplan der
Vorrunde:
TSV SCHOTT Mainz «Die Wölfe«
25.10.09 gegen EG DIEZ LIMBURG
08.11.09 gegen EINTRACHT
FRANKFURT
22.11.09 gegen RT BAD NAUHEIM
01.12.09 gegen EV WIESBADEN
«Icetigers«
13.12.09 gegen RSC DARMSTADT
Spielbeginn ist 18:15 Uhr
Außerdem findet eine große Saisoneröffnungsparty
im Zusammenhang
mit der Eröffnungsparty der
Eishalle statt – entweder am 10.
oder am 17. Oktober. Genauer Termin
und weitere Infos:
Kontakt:
www.tsv-schott-woelfe.de