Filmtheater Capitol & Palatin
Filmkultur und mehr

Sie zeigen ungewöhnliche
Filme, sind zugleich Forum für Lesungen,
Konzerte und Kunstprojekte
und heben sich schon wegen
ihrer eigenwilligen Ausstattung
deutlich von den Multiplexkinos
ab. Mit den im April neu eröffneten
Programmkinos Capitol und Palatin, ehemals City-Kino, bleiben
Mainz nicht nur die Stätten
alternativer Kino-Kultur erhalten,
sondern darüber hinaus bieten die
drei neuen Betreiber ein innovatives
Rahmenprogramm an. Für ihr
vielfältiges Konzept arbeiten Eduard
Zeiler, Jochen Seehuber und
Tassilo Sack eng mit den Filmwissenschaftlern
der Johannes Gutenberg-
Universität und den Medien-
Designern der Fachhochschule
zusammen. »Aufgrund dieser
Verbindungen haben wir die
Möglichkeit, prominente wie internationale
Personen aus dem Filmgeschäft
und der Kunstszene einzuladen
oder Projekte unterschiedlicher
Künstler vorzustellen«, sagt
Filmstudent Zeiler, der die Veranstaltungen
organisiert. Der 29-
Jährige und seine für den Filmeinkauf
zuständigen Partner, die Mediendesign-
Absolventen Seehuber
und Sack, werden von Horst Hermann,
einem Filmvorführer, der
bereits früher in den Kinos arbeitete,
und zwei Aushilfen unterstützt.
Täglich drei Abend- und
zwei Tages-Vorstellungen am Wochenende
für Kinder bieten die Kinos.
Im Programm stammen die
meisten der wöchentlich vier
Filme aus dem deutschen und europäischen
Raum, aber auch der
ein oder andere Blockbuster findet
sich darunter. Was zählt für die
jungen Betreiber, ist die Qualität
der Filme und ihre Vorführung,
und aus diesem Grunde werden in
Capitol und Palatin so oft wie
möglich Originalversionen mit
oder ohne Untertiteln gezeigt. »Es
ist einfach zu schade, manche
Filme, wie die vom US-amerikanischen
Regisseur Quentin Tarantino,
nicht in der Originalfassung
zu zeigen«, erklärt der 29-jähirge
Tassilo Sack, »und wir stellen fest,
dass die Nachfrage wächst. Außerdem
möchten wir mit unserem
neuen, alternativen Konzept, Kino
und Veranstaltungen miteinander
zu verbinden, eine Lücke im Mainzer
Kulturangebot schließen.« In
den letzten Jahren sei auf dem Gebiet
in der Stadt nicht viel Neues
passiert. Außerdem hätte sich,
nach Ansicht der drei Jungunternehmer,
der ehemalige Kinobetreiber
um die beiden Filmtheater, die
er zehn Jahren leitete, nicht mehr
ausreichend gekümmert.
Als dieser
sich Mitte Februar dieses Jahres
aus dem Kinogeschäft zurückzog,
drohten dem ältesten Mainzer
Kino »Capitol«, das bereits 1933 eröffnete,
und dem ehemaligen
»Scala«-Kino, dem heutigen Palatin,
das Aus. »Als wir hörten, dass
die Filmtheater geschlossen werden
sollen, haben wir die Gelegenheit
wahrgenommen, sie zu übernehmen.
Das Programmkino muss
weiterhin in Mainz bestehen bleiben,
und wir haben den Ansporn
es besser zu machen als unser Vorgänger
«, äußert sich der 29-jährige
Seehuber zuversichtlich. Im Oktober
erwartet die Besucher von Palatin
und Capitol neben jeder
Menge Independent-Filmen ein
vielseitiges Veranstaltungsangebot
wie die acht Musiker von »The
Art of Fusion« mit ihrem avantgardistischen
Welt-Musik-Projekt und
die »Indievisuals«, eine Gruppe
junger Filmemacher aus Mainz
und Umgebung, die ihr neuestes
Machwerk zeigen.
Mehr Informationen zu Kinoprogramm
und Veranstaltungen:
www.programmkinos-mainz.de
Mehr Informationen zu Kinoprogramm und Veranstaltungen: www.programmkinos-mainz.de