WEINSENAT UNTERSTÜTZT ZUSCHUSSANTRAG
FÜR WEINFORSCHUNG

Der Mainzer Weinsenat hat sich
nachdrücklich für eine nachhaltige
Förderung der weinwissenschaftlichen
Forschung am Universitätsstandort
Mainz ausgesprochen.
In einem öffentlichen Appell
unterstützte der Vorstand des
Weinsenats einen Antrag des Instituts
für Molekulare Biophysik
auf Bezuschussung eines Forschungsvorhabens
durch die Stiftung
Rheinland-Pfalz für Innovation.
Institutsleiter Professor Dr.
Heinz Decker will in einem zweijährigen
Forschungsprojekt die
Rolle von Weinproteinen und ihr
mögliches allergenes Potential untersuchen
lassen.
Ziel des Forschungsvorhabens
ist es, einen bislang nicht ausreichend
erforschten Aspekt der Verträglichkeit
von Wein zu untersuchen.
Hierzu sollen Eiweiße (Proteine)
in Weinen charakterisiert
sowie auf ihr Wirkungspotential
überprüft werden. Am Ende sollen
Verfahren stehen, die solche Proteine,
die für manche Menschen
unverträglich sind, schnell nachweisen
und sicher entfernen können.
Wirtschaftliche Bedeutung
hat diese Forschung, weil eine aktuelle
EU-Richtlinie die Kennzeichnung
von Stoffen verlangt,
die zum Beispiel bei der Weinbereitung
eingesetzt werden und
Wechselwirkungen auf die Verträglichkeit
haben können. Ein
Thema, das die Wissenschaft weltweit
beschäftigt und jetzt in Mainz
gelöst werden könnte.
Der Weinsenat sieht in der Forschung
an der Mainzer Universität
eine realistische Chance, die Stellung
der Gutenbergstadt als bedeutendstem
Weinstandort
Deutsch lands zu festigen. Neben
der Forschung um Professor Decker
beschäftigen sich eine Reihe
weiterer Universitätsinstitute mit
Gesundheit, Verträglichkeit, Individualität
und Kultur des Weines
sowie der Erforschung der Erbinformationen
der Weinrebe.
Mit dieser umfassenden interdisziplinären
Erforschung des Weines
sei Mainz auf dem besten
Wege, sich an die Weltspitze der
Weinwissenschaft und Weinanalytik
zu setzen. Nicht zuletzt könne
diese Spezialisierung auch von Bedeutung
für den Wirtschaftsstandort
Mainz sein.
Die profilierte Weinforschung
stehe im übrigen der Stadt gut an,
die erst kürzlich in den exklusiven
Kreis der »Great Wine Capitals«
aufgenommen wurde, dem weltweit
nur noch sieben weitere Regionen
angehören. Mainz und
Rheinhessen sind damit auf Augenhöhe
mit weltbekannten Anbaugebieten
wie Bordeaux, Rioja
und Nappa Valley.
Auch aus der heimischen Winzerschaft
kommt Unterstützung
für die finanzielle Absicherung der
Weinforschung an der Johannes
Gutenberg Universität. Sie sei für
die kleingliedrige Struktur des
deutschen Weinbaus überaus
wichtig, um die Winzerbetriebe
konkurrenzfähig zu halten und das
Vertrauen der Verbraucher in deutschen
Wein zu stärken.
WaK