Unterwegs im Netz
ABER NIE OHNE!
Es gibt Viren, die durchaus mit
»Schweinen«, allerdings auf zwei
Beinen, in Verbindung gebracht
werden können, deren Folgen sind
zumeist stark verschnupfte und
mit chronischen Ausfällen belastete
Computer.
Ullrich Kretschmer, selbstständiger
EDV-Fachmann, kennt diese
Viren-Attacken und erklärt mögliche
Verhütungs-Mechanismen.
»Ich staunte nicht schlecht, als
Ende der 80er an meinem geliehenen
IBM 8088 mit grün-schwarzem
Monitor plötzlich die Buchstaben
vom Bildschirm purzelten. Ich
hatte zwar schon von Computerviren
gehört, aber jetzt war es tatsächlich
auch geschehen: Ein Virus
hatte den Computer befallen!
Der Rechner war infiziert mit dem
Blackjack Virus alias Cascade.
Eine Folge von ungeschütztem Datenverkehr
über Disketten. Zum
Glück waren die Virenschreiber
von damals noch mit Humor ausgestattet
und von dem Wunsch beseelt,
mit Ihrem »Baby« berühmt
zu werden.«
Heute geht es mehr darum,
Geld und fremde Identitäten zu ergaunern.
Trojanische Pferde öffnen
nach der Infektion des PCs von
»innen« die Tür des PCs zum Internet
und geben dem Internetgangster
die Kontrolle. Dann werden
zum Beispiel die Tastatureingaben
aufgezeichnet und schon
wissen die Gauner Zugangsdaten
für E-Mail und Online-Banking.
Die infizierten PCs werden aber
auch zu sogenannten Botnetzen
zusammengeschaltet: tausende
von PCs werden, ohne Wissen ihrer
Besitzer, für Angriffe auf Webserver
genutzt und um SPAM zu
versenden. Die Virenschreiber verschleiern
auf diese Art die wahre
Herkunft ihres schändlichen Tuns.
Was tun?
Eine Zeitlang war man noch
recht sicher vor Viren wenn man
die Schmuddelecken des Internets
vermied und nicht gleich jeden EMail-
Anhang öffnete.
Heutzutage werde jedoch Webserver
gleich reihenweise gehackt,
um die Schädlinge
arglosen Internet-
Surfern auf
diese Weise
unterzuschieben.
Die Eindringlinge
nutzen
Fehler in Betriebssystemen, Internet-Brow -
sern und anderen Anwendungen
aus, um den PC zu infizieren.
Es gilt also nicht nur, den Virenscanner
mit neuen Updates zu
versorgen, sondern auch das Betriebssystem
und alle sonstigen
Programme auf dem neuesten
Stand zu halten. Die »Automatischen
Updates« für das Betriebssystem
lassen sich in der Systemsteuerung
einstellen. Mit der kostenlosen
Software von Bernd Ott
»Software-Uptodate« (www.software-uptodate.de) lässt sich recht
einfach überprüfen, für welche
Software es neuere Versionen gibt.
Ein gewisses Risiko, dass der
PC infiziert wird, bleibt
trotz aller Bemühungen.
Bis alle
Virenscanner einen
neuen Virus erkennen, und Softwarehersteller
ihre Sicherheitslücken schließen,
braucht es leider immer eine gewisse
Zeit - die Sie durchaus nutzen
können:
- Sichern Sie ihre wichtigen Daten regelmäßig!
- Wechseln Sie beim Homebanking auf die Variante HBCI mit Chipkarten und entsprechen- dem Lesegerät der Sicherheitsklasse 2 oder höher. Die Verbindung vom Chipkartenleser direkt zu Ihrer Bank ist verschlüsselt, geht zwar durch den PC, die Informationen sind jedoch verschlüsselt und können von den Internet-Banditen nicht verwendet werden. Fragen Sie bei Ihrer Bank danach.
- Verwenden Sie starke Passwörter mit mehr als 8 Zeichen die wild gemischt aus Zahlen, großen und kleinen Buchstaben und wenn erlaubt auch Sonderzeichen. Am besten keine Wörter oder Wortkombinationen, die probieren die Gangster mit sogenannten Wörterbuchattakken einfach durch.
SoS
Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Computervirus
Für Privatpersonen kostenlose Virenscanner:
www.free-av.de
www.avast.at
Einzelne verdächtige Datei mit mehreren Virenscannern prüfen:
www.virustotal.com
Computer auf dem aktuellen Stand halten:
www.software-uptodate.de