Ullrich Kretschmer
Aufgepasst beim Verkehr
Es gibt Zeitgenossen, die kommen
in den zweifelhaften Genuss,
mit ganz vielen Details aus dem
Leben anderer Zeitgenossen versehen
zu werden. Ein Kaufvertrag
über ein Grundstück von einem
Notariat, die Ablehnung einer
Bürgschaft seitens eines Finanzierungsberaters,
die Aufforderung
einer Bank, die fälligen Kreditzinsen
zu begleichen, die Mahnung
einer Gewerkschaft, die fälligen
Beiträge zu zahlen … Solche Institutionen
und Berufsgruppen gelten
gemeinhin als »seriös«. Wie
kommt es dann, dass sie ihre Informationen
an die falsche
Adresse schicken? Ganz einfach:
Sie sparen sich die Kosten für den
Postversand und benutzten die
Datenautobahn.
Gleichzeitig kennen wir das
Phänomen der »verschwundenen
Emails«: irgendwo im Internet-Orbit
kreisen sie rum. Kommen aber
nicht da an, wo sie hin sollen.
Was läuft in diesen Fällen falsch?
Vergeben Email-Anbieter etwa Adressen doppelt? Oder »schlucken « deren Server die Nachrichten? Oder stecken Fehler der Anwender/ Nutzer dahinter? Ullrich Kretschmer, selbstständiger EDV-Fachmann, erklärt was Sache ist. »In den meisten Fällen verschwinden Emails nicht. Am wichtigsten ist als Versender zu überprüfen ob die Email-Adresse wirklich richtig geschrieben wurde: ob Punkte, Bindestriche etc. an der richtigen Stelle sitzen. Da passieren Fehler, die User nicht unbedingt merken müssen. Beispiel: die Endung, also ‚de’, ‚net’, ‚com’ und Konsorten. In Deutschland sollten Besitzer einer Emailadresse mit einer anderen Kennung als .de gesondert darauf hinweisen, denn so husch husch hingehört, macht man im Nachhinein oft ein ‚de’ dran und schon geht die Email an wen anderes. Im besten Fall existiert die Emailadresse zu der man sich verschrieben hat nicht, dann bekommt man per Email eine Fehlermeldung zugestellt, dass diese Emailadresse gar nicht existiert. Es kann aber auch schlechter laufen, unter der Vertipper-Email- Adresse ist tatsächlich jemand zu erreichen, dann bekommt derjenige die Email zugestellt. Gibt ja nette Leute die bemerken das es sich um ein Versehen handelt und benachrichtigen einen darüber, meist landen derartige Emails mit sonstigem Spam im virtuellen Müll. Sorgfalt ist halt auch im Daten- Verkehr entscheidend, um Fehler, Fehlleitungen zu vermeiden. Wer Emails erwartet, muss bei den Absendern nachforschen, wer wichtige Nachrichten verschickt, sollte sich unbedingt eine Eingangsbestätigung zurückschicken lassen, kommt die nicht, muss notfalls per Telefon nachgeforscht werden. Wer dem vorbeugen will, sollte sich eine Email-Adresse aussuchen, die Verwechslungsgefahren ausschließt und nicht so schwer zu buchstabieren ist, dass Verschreiben vorprogrammiert ist.«
SoS