Pro Mainz und Rheinhessen e.V.:
Neustart für die Stadt Mainz
Die Ereignisse der vergangenen
Monate haben sehr am Image der
Stadt Mainz gekratzt. Das meint
die Bürgerinitiative Pro Mainz, vor
allem weil es an Führung, Qualifikation,
Solidität, Aufrichtigkeit,
Verantwortung sowie qualifizierter
und effizienter Kontrolle seitens
der Verantwortlichen mangele.
Deshalb fordert Pro Mainz nun:
»Tatbestände, Verantwortlichkeiten
und Haftung gehören offen gelegt,
die Bürger haben außerdem ein
Anrecht auf ehrliche Informationen
«, sagt Rudolf Bödige, Vorsitzender
der Initiative. Einfach nach
dem Motto: »Augen zu und weiter
so«, damit lasse sich keine Zukunft
gestalten. »Das so genannte Mainzer
Modell ist leider missbraucht
und damit viel Vertrauen verspielt
worden.« So sein Fazit. Nach der
Kommunalwahl müsse ein Neustart
erfolgen. Unter dem Motto
»Baustelle Zukunft – betreten erwünscht
« hat die Initiative Prüfsteine
für die Politik formuliert:
Konsolidierte Konzernbilanz der Stadt Mainz
Auf der Grundlage »Kommunaler Doppik« gilt es, eine konsolidierte Bilanz des Konzern Stadt Mainz zu erstellen. Das sei eine unerlässliche Voraussetzung für jedes Sanierungskonzept. Mit dem von den Bürgern und der Wirtschaft anvertrauten Geld sollten die Politiker verantwortungsvoll umgehen, es bedarf des höchsten Stellenwertes. »Nicht das Wünschenswerte, sondern das Machbare muss wieder zur Leitlinie werden «, erläutert Bödige. Ein verbindlicher Schuldenstopp muss vereinbart, das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes konkret formuliert und hinsichtlich der aufgelaufenen Gesamtschulden ein verbindlicher Tilgungsplan aufgestellt werden. Vorrangig und überfällig sind die Effektivitätssteigerung, Modernisierung und schrittweise Verschlankung der gesamten Verwaltung. Dezernate und insbesondere die Ämter gehören auf den Prüfstand, damit Personalkosten kontinuierlich gesenkt werden. Die Beschränkung auf rein hoheitliche Aufgaben und sinnvolle Privatisierung ist das Gebot der Stunde. Die stadtnahen Gesellschaften gehören, hinsichtlich ihrer Aufgaben und Kernkompetenzen objektiv überprüft und zusammengeführt, wo es zu Überschneidungen kommt bzw. Synergien erzielt werden können.
Spitzenplatz in der Steuer- und Abgabenlast
Mit der Realsteuerlast liegt Mainz bei der Gewerbesteuer sowie Grundsteuer A und B in Rheinhessen seit Jahren an der Spitze, so auch bei Gebühren und Abgaben. Hier sieht Pro Mainz keinen Spielraum für weitere Belastungen der Bürger und der Unternehmen. Somit kann es keine Erhöhung der Grundsteuer B geben.
Besitzstandspflege und Ansiedlung
Zukunftsfähige und traditionelle
Unternehmen, beispielsweise
JUWI, AZ-Druckzentrum und DAL
sind bereits öffentlich und medienwirksam
abgewandert. Stille Abwanderungen
und Schließungen im
breiten Mittelstand erfolgen, meistens
in aller Stille, nach und nach.
Zuzüge von Unternehmen, zum
Beispiel im Gewerbepark Hechtsheim,
bleiben dagegen aus. Der
neue Stadtrat muss Besitzstandspflege
und Ansiedlungen wieder
ernst nehmen. Denn arbeiten, wohnen
und leben in Mainz werden
die Zukunftsfaktoren sein – hier
können die dringend benötigten
Einnahmeverbesserungen generiert
werden.
Dazu muss Mainz zur Marke
werden. Mit der Vermarktung der
Stadt als bedeutender Wissenschafts-,
Wirtschafts-, Medien- und
Kongressstandort können Erfolgsfaktoren
sinnvoll vernetzt werden.
Als Oberzentrum steht die Stadt
Mainz vor gewaltigen Herausforderungen.
»Bekanntlich steckt in jeder
Krise auch eine Chance. Im Interesse
der Bürger gilt es, diese Anstrengungen
zu unternehmen und
gemeinsam die Zukunft zu gestalten
«, fordert der Pro Mainz-Vorsitzende.