Zeit sinnvoll nutzen und dabei viel lernen:
Die freiwilligen Jahre
Schulabschluss geschafft,
aber keine Ahnung wie es weitergehen
soll? Oder soll die
Wartezeit bis zur Ausbildung
oder zum Studium sinnvoll genutzt
werden? Es gibt viele
Möglichkeiten, diese Zeit zu
nutzen. Eine davon ist das Freiwillige
Jahr. Die Betätigungsfelder
sind vielseitig: Freiwilliges
Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges
Soziales Jahr im Sport
oder in der Kultur und das Freiwillige
Ökologische Jahr (FÖJ).
GRUNDSÄTZLICH
Wer darf: Jeder, der seinen Schulabschluss geschafft hat und nicht älter als 26 bei Beginn des Jahres ist. Auch anerkannte Kriegsdienstverweigerer als Zivildienstersatz. Für die Ableistung eines Freiwilligen Jahres gibt es eine Bestätigung, darüber hinaus ist auch ein Arbeitzeugnis von der Einsatzstelle möglich.
FREIWILLIGES SOZIALES JAHR (FSJ)
Wer sollte: Jeder, dessen Interessen
im sozialen Bereich liegen, der
etwas aktiv bewirken und seinen
Horizont erweitern möchte.
Dauer: In der Regel zwölf Monate.
Die Mindestdauer beträgt sechs
Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende.
Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus
Zuschüsse zu Unterkunft und
Verpflegung (insgesamt circa 200
bis 400€).
Einsatzstellen: Krankenhäuser,
Altenheime, Kindertagesstätten etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem
Träger.
Infos: www.pro-fsj.de;
FSJ IN DER KULTUR
Wer sollte: Jeder, dessen Interessen
im kulturellen Bereich liegen,
der etwas aktiv bewirken und kreativ
sein möchte.
Dauer: In der Regel zwölf Monate.
Die Mindestdauer beträgt sechs
Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende.
Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus
Zuschüsse zu Unterkunft und
Verpflegung (insgesamt circa 200
bis 400€).
Einsatzstellen: Museen, Theater,
Musik- und Kunsthochschulen etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem
Träger.
Infos: www.fsjkultur.de
FSJ IM SPORT
Wer sollte: Jeder, dessen Interessen
im sportlichen Bereich liegen,
der gerne mit Kinder und Jugendlichen
arbeitet.
Dauer: In der Regel zwölf Monate.
Die Mindestdauer beträgt sechs
Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende.
Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus
Zuschüsse zu Unterkunft und
Verpflegung (insgesamt circa 200
bis 400€).
Einsatzstellen: Sportvereine,
Sportschulen oder Jugendferiendörfer
etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem
Träger.
Infos: www.dsj.de
DAS FREIWILLIGE ÖKOLOGISCHE JAHR
Wer sollte: Jeder, dessen Interessen
im ökologischen Bereich liegen,
der gerne körperlich oder pädagogisch
arbeitet oder den Büroalltag
kennenlernen will.
Dauer: In der Regel zwölf Monate.
Mindestdauer beträgt sechs
Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende.
Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus
Zuschüsse zu Unterkunft und
Verpflegung (insgesamt circa 200
bis 400€).
Einsatzstellen: Naturschutzvereine,
Umweltbehörden oder landwirtschaftliche
Betriebe (Imker,
Winzer, Bauernhöfe),
Umweltpädagogische Einrichtungen
etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem
Träger.
Infos: www.foej.de, www.foej-rlp.de
ERFAHRUNGSBERICHT: KLEINE DINGE SIND WICHTIG
Ich habe mein FÖJ in der Landesgeschäftsstelle des Naturschutzbundes (NABU) Rheinland-Pfalz gemacht. Meine Aufgaben waren Verwaltungsarbeit und alles, was akut anfiel. Darunter fiel bspw. auch der Standdienst auf der Rheinland- Pfalz-Ausstellung. Ich habe mich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beworben, weil Umweltschutz eines der prägenden Themen der Zukunft sein wird. Ich sah darin, eine Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern und mir außerdem klarer über meinen Berufswunsch zu werden. Wie so viele Abiturienten, wusste ich auch nach einigen Praktika immer noch nicht so recht, wohin mein Weg führen sollte. Meine Zeit beim NABU war abwechslungsreich und lehrreich, weil ich erleben konnte, wie der Arbeitsalltag in einem Büro ist. Das hat mir geholfen, mich sicherer bei meiner Berufswahl zu fühlen. Natürlich war es nicht immer einfach, aber das FÖJ ist als Bildungsjahr gedacht. Ich konnte so meine Stärken und Schwächen besser kennenlernen. Besonders gut haben mir die Seminare gefallen, weil wir sehr viele und direkte Infos bekommen haben. Wir haben z.B. bei einem Segelseminar im Ijsselmeer in den Niederlanden Themen wie die »Bedrohung der Wattenmeere« hautnah erlebt oder beim Holzhacken im Pfälzer Wald einen guten Einblick in das Ökosystem Wald bekommen. Mein Fazit: Das FÖJ hat sich in jeder Hinsicht gelohnt und meinen Blick auf die Welt verändert: Ich kaufe bewusster ein, greife auch mal zu Bio-Produkten und weiß, wie wichtig »kleine Dinge« wie Stromsparen oder Mülltrennung sind.
Vanessa Bast