Mainz 05
Danke, Kloppo! – Hallo, Jörn!
Freitag, 23. Mai 2008 - 22.20 Uhr:
Jürgen Klopp verlässt das Foyer
des Mainzer Theaters. Ein letztes
»Tschüss« an die Anwesenden – das
war’s. Ende einer ära. (Und dieses
Mal darf man den Begriff »ära« wirklich
verwenden, ohne sich dem Verdacht
des übertreibens auszusetzen.)
Wenige Stunden vorher schrieben
Mainz 05 und sein scheidender Chef-
Coach noch einmal Fußballgeschichte. Es gehört zum schlechten
Ton im internationalen Profi-Fußball,
dass Trainer meist gefeuert werden
und bei Nacht und Nebel
die Stadt verlassen müssen.
Mainz hat gezeigt,
dass es auch anders geht.
»Typisch Karnevalsverein!
« wird der eine oder
andere Beobachter sicherlich
abschätzig murmeln –
und sich vielleicht trotzdem
ein paar Gedanken
machen.
In Dortmund wird ein
anderer Wind wehen: Auf
seiner ersten Pressekonferenz
im schwarz-gelben Revier
musste sich der Noch-Mainzer gleich
mit der Frage herumschlagen, ob er
denn »weltmännisch« genug für seine
neue Aufgabe sei. Eigentlich ziemlich
provinziell – so eine Frage.
Derweil trocknet man in Mainz die
Tränen, freut sich über die ersten
Neuzugänge und wartet auf den ersten
öffentlichen Auftritt von Nachfolger
Jörn Andersen.
In dem nun entstandenen Quasi-
Interregnum tauchen plötzlich auch
jene lange nicht mehr gehörten – aber
auch überhaupt nicht vermissten –
Schwarzmaler wieder auf. Sie haben
an Klopp als Spieler kein gutes Haar
gelassen, hätten ihn und Christian
Heidel nach der Rosenmontags-Entscheidung
in 2001 am liebsten gekreuzigt
und wurden von der dann
folgenden Welle positiver Ereignisse
erst einmal zum Schweigen gebracht.
Kaum einer kennt Jörn Andersen näher,
niemand weiß, wie (und mit welchen
Spielern) er den Verein für die
neue Saison ausrichten wird, aber es
wird schon wieder gemeckert, gekeifft
und schwarz gemalt. Die Antwort von
Kloppo war deutlich: So bitte nicht!
Wer die
Daten von
2001 und
2008 vergleicht
kann
sehr schnell
erfassen,
was Trainer
und Verein in
diesen Jahren
alles geleistet
haben. Auch für die Stadt!
Dafür ein ehrliches »Danke, Kloppo!«
Und ansonsten gilt die Devise:
Dann steigen wir eben mit dem neuen
Trainer auf: »Hallo Jörn!«
(mdl)