Die Mainzer Museumsnacht
Kunsterlebnis der besonderen Art
Viele seiner über Generationen
bekannten Mainzelmännchen-
Exponate wird Wolf Gerlach in
der Museumsnacht ausstellen
und signieren.
Tanz und Theater in den Museen,
Vernissagen und Aktionen in
den Galerien, Performances und
Installationen in den Kunst-Werkstätten
– es ist wieder so weit:
Mainz feiert am 17. Mai seine 4.
Museumsnacht. Das Event ist
mittlerweile zu einem festen
Bestandteil des städtischen Kulturkalenders
geworden und zog
letztes Jahr mehr als 11.000 Besucher
an. In diesem Jahr öffnen 34
Institutionen von 17 bis 1 Uhr ihre
Türen und sorgen erneut dafür,
dass Mainzer Kunst in Verbindung
mit kulinarischen Genüssen vor
nächtlicher Kulisse stattfindet.
Das vielfältige Programm für Erwachsene,
Kinder und Jugendliche
bietet für jeden Geschmack die
passende Unterhaltung.
Sicherlich interessant für Groß
und Klein ist die Sonderausstellung
»vorgestern, gestern und heute
– die 3 Leben des Wolf Gerlach,
Vater der Mainzelmännchen« in
der Galerie Mainzer Kunst!
(Weihergarten 11). Wolf Gerlach,
der im April seinen 80. Geburtstag
feierte und dessen Trickfiguren seit
nunmehr 46 Jahren das bekannteste
Zeichen des ZDF sind, wird
zur Ausstellungseröffnung anwesend
sein und zwischen 20 und 21
Uhr Exponate seiner Kobolde signieren.
Galerist Rolf K. Weber lädt
am gleichen Tag ab 11 Uhr zur 2.
Geburtstagsfeier seiner Galerie
ein.
Performance Art Depot (PAD)
Die Geschichtenerzähler direkt vor Augen zu haben, ist sicherlich
eine ungewöhnliche Art, einem Hörspiel (!) zu lauschen.
»Hören – Sehen – Fühlen« – in
der neuen Produktions- und Spielstätte
für zeitgenössische performative
Kunst (Leibnizstr. 46) werden
die Sinne angesprochen. Drei
Veranstaltungen unterschiedlicher
Darstellungsformen überraschen
die Besucher mit unerwarteten
Wahrnehmungsperspektiven: Sowohl
um 17 als auch um 21 Uhr
führt der interaktive Parcours
»Pfadfinder« die Teilnehmer durch
einen Entdeckungsraum, in dem
sie sich selbst einbringen und dabei
Ungewöhnliches erleben können.
Zu den gleichen Zeiten können
sich die Zuschauer auch bei
der Video-Installation »Space
Odyssey« auf eine virtuelle Stadtreise
begeben – ein Spiel mit Bewegung
und Geschwindigkeit als
wesentliche Elemente urbaner Erfahrung.
Ein Hörspiel live mit verfolgen
kann das Publikum ab
22 Uhr mit der grotesk-komischen
Monstergeschichte »Legenden«,
deren Sprecher sich vor den Augen
der Gäste immer mehr in ihre literarischen
Figuren verwandeln
während sie mit selbst erzeugten
Geräuschen die ungewöhnlichsten
Szenen schildern.
Naturhistorisches Museum
Tänzer, Akrobat und Clown:
Nana Asamoah aus Ghana.
Afrika und im Speziellen der
Naturraum Madagaskar stehen im
Mittelpunkt des großen Nachtprogramms
des Naturhistorischen
Museums, dessen Veranstaltungen
jeden mit auf eine exotische Reise
durch den Kontinent nehmen. Ab
17 Uhr wird auf dem Vorplatz des
Museums ein afrikanischer Markt
aufgebaut sein, der selbst kreierten
Schmuck und Kunsthandwerk
verschiedener ethnischer Gruppen
zeigt und alle Besucher dazu einlädt,
aus Erdfarben und Ruß Bilder
zu malen. Die Filme über Afrika
und Madagaskar ab 19.30 Uhr gewähren
einen Einblick in das Leben
der Menschen im Dorf und in
den Städten, man erfährt viel über
ihre Träume, Zukunftswünsche, ihre
Feste und Riten. Gegen 20 Uhr
tritt eine nigerianische Musikgruppe
auf, die mit Trommeln und
Gesang eine Mischung aus Jazz
und Reggae entwickeln und die
beiden Modenschauen, die traditionelle
und moderne afrikanische
Designs um 21 und 23 Uhr zeigen
werden, begleitet. Heiße Rhythmen
laden ab 23.30 Uhr bis zum
Ende der Museumsnacht zum Mittanzen
ein. Afrikanische Leckereien,
Fingerfood und Gerichte sowie
arabischer Tee und Wein sorgen
die ganze Nacht für kulinarische
Genüsse.
Programme der Mainzer Kunstahalle
Als »Trabant« in der Kunsthalle Mainz:
Iris Kettner (Superheroes 2005)
»Alle Zeit der Welt«, so lautet
der Titel der Gruppenausstellung,
die in der Mainzer Kunsthalle auch
in der Museumsnacht gezeigt
wird. Zehn Künstlerinnen und
Künstler, in deren Werke die Erfahrung
der Zeit eine zentrale Rolle
einnimmt, haben immer wieder
Langzeitprojekte verfolgt. Sie eröffnen
eine besondere Wahrnehmung
für das Verstreichen der Zeit und
kreisen um die zentralen Fragen
nach Sinn und Dauer der Existenz.
»Alle Zeit der Welt« zeigt exemplarisch
zehn solche Langzeitprojekte.
Einige sind abgeschlossen, andere
dauern noch an – teilweise schon
Jahrzehnte. Für Kinder und Jugendliche
werden um 17.15 und 18.15
Uhr die besonderen Führungen
»Einsteigen und losfliegen« und
»Lecker« mit Angelika Klessinger
angeboten. Erwachsene können
stündlich an Führungen wie »Nach
der Kohle kommt die Kunst« mit
Britta Groll und anderen bekannten
Künstlern teilnehmen. Das
passende musikalische Ambiente
gestaltet DJ Stu in der 7° Café Bar
Lounge von 18.30 bis 1 Uhr.
Botanischer Garten
Zum ersten Mal nimmt der
Botanische Garten der Johannes
Gutenberg-Universität an der
Museumsnacht teil. Eine stimmungsvolle
Illumination sorgt ab
Einbruch der Dämmerung (ca.
20.Uhr) dafür, dass Gewächshäuser
und Pflanzen in ungewohnter
Atmosphäre erscheinen. Urwaldgeräusche
und das betörende
Konzert der karibischen Pfeifffrösche
machen den Besuch im
Botanischen Garten zu einem besonderen
Nachterlebnis. Fachkundige
Informationen über spezielle
Pflanzen werden von Mitarbeitern
des Gartens an verschiedenen
Stationen in den Gewächshäusern
angeboten.
Landesmuseum
Friedensreich Hundertwasser
Green Power, 1972, Kunst Haus
Wien © 2008 Gruener Janura AG, Glarus
Einen paradiesischen Rahmen
für die Mainzer Museumsnacht
bietet die Ausstellung »Den Cherub
betören«, in deren Mittelpunkt
»Friedensreich Hundertwasser und
die Sehnsucht des Menschen nach
dem Paradies« stehen. Das Ausstellungsprojekt,
organisiert vom
Landesmuseum in Kooperation mit
der Christuskirche, ermöglicht eine
Begegnung mit dem vielfältigen
Schaffen und Wirken von Friedensreich
Hundertwasser in Mainz und
der Region Rhein-Main – im Jahr
seines 80. Geburtstags.
Im Rahmen der Museumsnacht
präsentiert das Landesmuseum
am 17. Mai ein »paradiesisches
Programm«: die »Paradiesnacht«
begleitet von 17 - 20 Uhr nicht
nur Kinder und Jugendliche »In
Hundertwassers Reich«; ab 17.30
Uhr zu jeder vollen und halben
Stunde gewähren Führungen
»Blicke in Paradiese«, um 21 und
23 Uhr heißt es »Adam & Eva live«
um 22 Uhr können Sie sich den
Himmel komponieren unter dem
Motto: Erschaffung des eigenen
Paradieses, von 0.30 - 1 Uhr erfolgt
die »Vertreibung aus dem
Paradies«.
üBRIGENS: Die Ausstellung
»Den Cherub betören« beginnt am
16. Mai und endet am 27. Juli. Die
Christuskirche präsentiert unter
anderem von Hundertwasser gestaltete
Bibeln und Architekturmodelle,
das Landesmuseum stellt
das malerische Frühwerk von
Hundertwasser vor und zeigt ausgewählte
Zeichnungen und
Graphiken aus seinen späteren
Jahren; zum Programm gehören
auch zahlreiche Begleitveranstaltungen;
detaillierte Infos:
www.landesmuseum-mainz.de
www.christuskirche-mainz.de
KH / SoS
Kunst in der Stadt
Brücken verbinden
Skulpturen aus Holz von Karin Waldmann, Niederwörresbach (Hunsrück)
Im Juni geht es weiter mit
künstlerischen Ereignissen der besonderen
Art:
Vom 3. bis 8. Juni treffen sich
KünstlerInnen aus Mainz und den
sieben Mainzer Partnerstädten zu
»Kunst in der Stadt«. Für die KünstlerInnen
bedeutet das Zusammentreffen
vor allem auch gegenseitiges
Kennenlernen, neue Kontakte
zu Kunstfreunden aus Europa, USA
und Israel werden geknüpft, Mainz
und Umgebung mit Augen, Ohr
und Gaumen erkundet. Eingebettet
in das Programm ist auch der
Besuch des RAP-Konzertes der Dijoner
Gruppe ILTIKA im Frankfurter
Hof am 6. Juni. Zudem kommen
die Kunstschaffenden in direkten
Kontakt mit Kunstinteressierten
und Flaneuren, wenn sie in den
Freiluftzelten auf dem Gutenbergplatz
ihrer Arbeit nachgehen. Zeit
für einen Plausch, für Erklärungen
zu Technik und Inhalt der Werke
findet sich hier immer. Den KünstlerInnen
aus Burgund, Louisville,
Aktzeichnungen von
André Mugueret (Burgund)
Valencia, Erfurt und der Umgebung
von Mainz (die Fotos zeigen
Beispiele des vielseitigen Schaffens)
kann man am 5.6. und 6.6.
von 10-18 Uhr sowie am 7.6. von
10-14 Uhr bei ihrer Arbeit zum
Thema
»Brücke« über
die Schulter
schauen. Die
besten vier Arbeiten
werden
anschließend
prämiert und
alle Kunstwerke
am 7.6. um 17
Uhr im Foyer
des Staatstheaters
öffentlich
versteigert.
SoS