Freizeit- , Sport- und Erholungspark (FSE) Lenneberg
»Platzreife« für Deponie
Ein großes Handicap sollte
nicht haben, wer auf dem Kerngelände
des Freizeit-, Sport- und
Erholungspark (FSE) Lenneberg,
also dem neuen Mainzer Golfplatz
bei Budenheim, spielen will. Das
ist ein Platz für Profis, wenngleich
auch unbedarfte Anfänger hier ihre
ersten Erfahrungen sammeln
dürfen, wie Geschäftsführer Marco
Paeke versichert.
Auf dem 42 Hektar großen ehemaligen
Steinbruch- und Mülldeponiegelände
befindet sich, flankiert
von steilen Felswänden, inmitten
des Golfplatzes eine überwiegend
natürliche, silbern glänzende
Teichlandschaft mit vielen
Bäumen und Sträuchern. Nach der
endgültigen Fertigstellung im
nächsten Jahr wird das das gesamte
Gelände für jedermann begehbar
sein wird.
Von den zwei geplanten
Wanderwegen befindet sich zwar
die Nord-Süd-Achse noch im Bau,
die Ost-West-Achse ist jedoch zum
Teil begehbar: Von Mombach nach
Budenheim kommend führt der
Weg über die Felder auf dem
Oberen Mombacher Weg an der
Golf- und Tennishalle vorbei. An
den Boxen der Driving Range biegt
man rechts ab und folgt dem Weg
in seiner Linkskurve, um am Rande
des Golfplatzes Richtung Budenheim
weiterzugehen. Weiter geht
es den Hang hinunter an die nördlichen
Seen. Bei der Weggabelung
geht es rechts wieder zurück zur
Driving Range. Das letzte Stück
nach Budenheim wird im Herbst
fertig. Dann führt der Weg ins neue
Budenheimer Bebauungsgebiet
»Wäldchen Loch«, das später direkt
an den Oberen Mombacher Weg
angeschlossen sein wird. Hinter
dem Blockheizkraftwerk käme man
schließlich auf der Wiesmoorer
Straße in Budenheim heraus.
Sicherlich ebenso abwechslungsreich,
nur mitten über das
Golfplatzgelände, wird die nächstes
Jahr begehbare Süd-Nord-
Achse sein, die vom Lennebergwald
(Höhe: ehemalige Hühnerfarm)
zum Rhein führt. Der Weg
verläuft zum Teil im Zickzackkurs
und im leichten Gefälle auf der
ehemaligen und jetzt gut abgedichteten
Mülldeponie und wird an
zwei markanten Stellen mit zwei
Aussichtstürmen bestückt sein
und soll weiter am Rande eines
locker bewaldeten Areals nah des
einzigen künstlich angelegten
Bewässerungssees vorbei zur
Hauptstraße führen. Durch einen
Fußgängertunnel unter der Hauptstraße
gelangt man zum Rhein.
Die Kombination von Golfplatz
und Lebensraum für wertvolle
Biotope scheint in Budenheim aufzugehen.
Projektentwickler Udo
Ries schwärmt: »Hier gibt es zum
Beispiel nicht nur ein Orchideenfeld,
sondern auch Uhus und
Eisvögel.« Und mittlerweile ansässig
geworden seien auch die vom
Mainzer Zoll- und Binnenhafen
umgesiedelten 2000 Mauereidechsen.
Seit acht Jahren treibt Ries die
Verwirklichung seiner Idee des insgesamt
125 ha großen FSE Lenneberg
voran und konnte nicht nur
Investoren, sondern auch Umweltverbände
und Politiker aller Couleur
der Kommunal- und Landesebene
für sein Projekt begeistern
und gewinnen. »Natürlich wird der
FSE vorwiegend über den Golfclub
finanziert. Im Großen und Ganzen
geht es mir aber um ein breites
Sportangebot und eine ökologische
Nutzung und Rekultivierung des
Geländes«, führt Ries aus. Dass
man dabei im Ranking der
Golfplätze einen Platz in der obersten
Liga habe, sei zwar nicht intendiert,
aber ein schöner Nebeneffekt.
Umweltdezernent Wolfgang
Reichel (CDU) ergänzt: »Die
Folgenutzung und Umwandlung
einer ehemaligen Mülldeponie in
ein Freizeitgelände hat Modellcharakter
und ist bislang in
Deutschland einmalig.« Schließlich
gebe es Hunderte von Deponien
in Deutschland, die geschlossen
und nachversorgt werden
müssten. Aufgrund seines Vorbildcharakters
werde der FSE Lenneberg
auch unter Fachleuten für
Entsorgungsbetriebe auf großes
Interesse stoßen.
Garek

