Mentalisten, Illusionisten Close-up-Zauberer:
Nicht nur mit »Akadabra«
Ein langer
Schwarzer Umhang,
ein großer Zylinder
und »Abrakadabra,
dreimal Schwarzer
Kater«. So und nicht
anders sieht ein
Zauberer aus – oder
etwa doch nicht?
Hinter diesem stereotypen
Bild des Magiers verbirgt
sich die wahre Magie: Zauberei hat
viele Facetten, genau wie die Zauberkünstler
selbst. Unter Beweis
stellt dies der Magische Zirkel
Mainz-Wiesbaden, der vom 26.
April bis zum 8.Mai sein 50jähriges
Bestehen feiert.
»Als wir uns 1958 gründeten,
bestand unser Verein hauptsächlich
aus Wiesbadenern. Doch mit
der Zeit kamen immer mehr Interessenten
aus Mainz, so dass wir
uns in »Magischer Zirkel Mainz-
Wiesbaden« umbenannten«, erklärt
Andreas Krall, Vorsitzender des Zirkels
(Foto unten). Dieses Interesse
muss bis heute ungebrochen sein,
denn der Verein zählt zu seinen 35
Mitgliedern auch noch fünf Anwärter.
Doch wie wird man Mitglied
im Magischen Zirkel? »Das
Wichtigste ist ernsthaftes Interesse
an der Zauberkunst. Jeder ist uns
als Gast willkommen und als Eintrittspreis
verlangen wir nur, dass
man selbst einen Trick vorführt.
Das muss nichts Großes sein, zeigt
aber schon mal wahres Interesse.«
Einmal im Monat trifft sich der Zirkel
im »Haus der Heimat« in Wiesbaden.
Nach vier bis fünf Besuchen
als Gast wird man zum Anwärter
befördert und hat dann ungefähr
zwei Jahre Zeit, sich auf die Prüfung
vorzubereiten. Prüfung? Ja,
auch ein Zauberer muss sein Handwerk
können. »Die Prüfung ist nicht
wirklich schwer. Neben einem circa
15 minütigen, selbstgestaltetem
Programm sollte man aber auch ein
wenig Theorie beherrschen.
Wie sieht
die Geschichte
der Zauberei
aus? Wie funktioniert
Ablenkung
auf der Bühne?
All das muss dem
Zauberer praktisch
und theoretisch
klar sein«, so
Krall.
Wer kennt ihn
nicht, den Trick mit
der zersägten Jungfrau?
Oder das aus
dem Hut gezauberte Kaninchen?
Neben diesen Klassikern gibt es
auch die sogenannte Close-Up
Zauberei, die direkt auf den
Tischen der Zuschauer vorgeführt
wird. Am Anspruchsvollsten dürfte
aber die Vorstellung der sogenannten
Mentalisten sein. Mentalisten
haben sich auf das Gedankenlesen,
Vorhersagen und Telepathie spezialisiert.
»Die große Herausforderung
für den Mentalisten besteht
in der glaubwürdigen Präsentation.
Er muss darstellen können, dass er
Gedanken lesen kann und hat es
somit deutlich schwerer als der Illusionist,
der hauptsächlich mit
Fingerfertigkeit arbeitet. Der Mentalist
hingegen muss sowohl in der
Darstellung als auch in der Durchführung
absolut überzeugen«, erläutert
Krall. Andreas Krall selbst
hat sich auf mittelalterliche Zauberei
spezialisiert: »Ich bin eigentlich
so eine Art Gaukler. Ich arbeite viel
mit Seilen, Bällen oder Ringen.
Manchmal mache ich aber auch
Close-Up Zauberei.« Genug Auswahl
also, wenn man auf der Geburtstagsfeier
oder der Hochzeit
ein wenig magische Atmosphäre
verbreiten möchte. Egal ob Mentalist,
Illusionist oder Close-Up Zauberer:
Fast alle Mitglieder, die auf
der Homepage eingetragen sind,
kann man buchen.
Einer davon,
Oliver de Luca,
kann man
schon vorher »austesten«.
Denn Oliver de Luca hat
seine eigene, feste
Vorstellung: »Wein und
Wunder« in Geberts
Weinstube in Mainz.
Dort können die Zuschauer
nicht nur die
Zaubershow genießen,
sondern auch noch ein
Menu und eine Weinprobe.
Genießen kann man
auch das 50-jährige
Jubiläum des »Magischen Zirkel
Mainz-Wiesbaden«. Auftakt ist am
26.April mit Straßenzauberei in
der Mainzer Fußgängerzone. Am
1.Mai zeigt »Gaston«, der amtierende
Weltmeister im Zaubern, sein
Können im »thalhaus« in Wiesbaden.
Am 2.Mai haben dann schließlich
auch die kleinen Zauberer Gelegenheit
etwas zu lernen: Kinder
von fünf bis neun Jahre dürfen
selbst eine Requisite basteln und
einen Trick einstudieren (Showbühne
Mainz). Am 3.Mai gibt es tagsüber
im Erbacher Hof (Mainz) stündliche
Vorführungen im »Magic Café
« und um 20 Uhr startet die große
Galashow »Zaubernacht« im
Frankfurter Hof mit den Stars der
Szene Gaston, Helge Thun, Oliver
de Luca und Topas. Karten gibt es
unter:
www.zauberfestival-mainz.de
oder unter 06131/21 23 721 direkt
beim Magischen Zirkel Mainz-
Wiesbaden. Allgemeine Infos unter
www.wi-ma-gie.de oder
06131/6221094.
Vanessa Bast
