Große Ereignisse werfen ihre »Straßensperrungen« voraus. So ließe sich die Planung für die Feierlichkeiten in Mainz zusammenfassen. Punkten will das Bürgerfest mit besonderen Attraktionen.

Traditionell finden die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in dem Bundesland statt, das zu diesem Zeitpunkt die Bundesratspräsidentschaft innehat, 2017 also in Rheinland-Pfalz. Die Landeshauptstadt Mainz ist Schauplatz des nationalen Feiertags unter dem Motto »Zusammen sind wir Deutschland«.

Der offizielle Teil beginnt am 3. Oktober um 9.30 Uhr im Gutenbergmuseum. Dort begrüßen Bundesratspräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Michael Ebling die Verfassungsorgane des Bundes. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Mainz findet im Dom ein ökumenischer Gottesdienst statt, der ebenso live übertragen wird, wie der anschließende Festakt in der Rheingoldhalle. Danach lädt der Bundespräsident alle Gäste zu einem Empfang ein. Das große Bürgerfest mit vielen Aktionsflächen und Bühnen beginnt am 2. Oktober um 11 Uhr in der Mainzer Innenstadt. Dort präsentieren sich auch Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung sowie alle Länder.
Am Ernst-Ludwig-Platz in Mainz offerieren Radiosender ein buntes Bühnenprogramm. Tim Bendzko, Culcha Candela sowie Elastiq, Antje Schomaker und Mind Trap, werden hier am 2. Oktober von 11 Uhr bis Mitternacht auftreten. Am 3. Oktober steht das Duo 257ers auf der Bühne, außerdem Bausa und die KMN Gang featuring Azet, Miami Yacine, Nash und Zuna.

Die Stadt Mainz bietet auf dem Bischofsplatz insbesondere ihrer »kreativen« Szene eine Präsentationsbühne. Neben Angeboten der Hochschule für Musik, des Staatstheaters Mainz oder des Peter-Cornelius-Konservatoriums der Stadt Mainz sind Künstlerinnen wie Mine und Hanne Kah eingeplant.
Die Feierlichkeiten enden am 3. Oktober am späten Abend mit einer großen Abschlussshow auf dem Rhein.

Außerdem:

Im Dommuseum wird am 2. Oktober 2017 die Wanderausstellung der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, »Feind ist, wer anders denkt« eröffnet.
Die evangelische Kirche präsentiert vom 2. auf den 3. Oktober 2017 eine »Nacht der Freiheit« in der Christuskirche. Gemeinsam mit »Amnesty International« wird gezeigt, wo überall in der Welt Menschen bedroht sind und ihnen Freiheit vorenthalten wird. Dabei wird die Hilfsorganisation in ihrem »Amnesty Mobil« Informationen bereitstellen und Möglichkeiten bieten, um ganz konkret etwas gegen massive Einschränkungen dieses menschlichen Grundrechts unternehmen zu können. Die evangelische Kirche nimmt mit dem Thema Freiheit zugleich einen der zentralen Begriffe der genau 500 Jahr zurückliegenden Reformation auf.

Das Haus Burgund-Franche-Comté lädt am 3.10.17 von 11 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür und damit zur Erkundung des Angebots dieser Institution ein. Abgesehen vom Unterhaltungsprogramm können Menschen aller Altersgruppen aus Material zur Verpackung der Käsespezialität »La vache qui rit«, die in Burgund-Franche-Comté ihren Ursprung hat, ihre Kreativität ausleben und sich an Origami, Scoubidou oder der Herstellung von Tragetaschen oder Beuteln versuchen.

Beeinträchtigungen

Das Veranstaltungsgelände wird in bestimmte Sicherheitsbereiche eingeteilt (die entsprechende Karte finden Sie hier: www.tde2017mainzbuergerinfo.de). An beiden Veranstaltungstagen gibt es grundsätzlich keinen Fahrzeugverkehr auf den Veranstaltungsflächen. In begründeten Fällen werden für Anwohner- und Lieferantenverkehr für bestimmte Bereiche zeitlich limitierte Durchfahrtsgenehmigungen erteilt. Gesperrt ist auch die Theodor-Heuss-Brücke vom 2. Oktober 9.30 Uhr bis zum 3. Oktober 24.00 Uhr. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wird hier ein »Mobi-Shuttle« eingerichtet.

Seit dem Frühjahr werden alle Anrainer über die Beeinträchtigungen, sowie über die Beantragung von Durchfahrtserlaubnissen und Parkausweisen informiert.
Wer mit dem Auto anreist, kann die Park&Ride-Parkplätze Messe, ZDF, Universität oder Petersweg Mainz-Kastel nutzen und von dort mit der Straßenbahn oder dem Bus Richtung Innenstadt fahren. Hier gibt es eine Übersicht zu den eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten der PMG-Parkhäuser: www.pmg-mainz.de

Laut Informationen der Staatskanzlei wird an den Autobahnzubringern und an den Bundesstraßen nach Mainz auf die Sperrungen in der Innenstadt sowie der Theodor-Heuss-Brücke rechtzeitig hingewiesen. Auch die P+R-Plätze werden ausgeschildert.
Die Mehrzahl der Inhabergeführten Fachgeschäfte in der Innenstadt wird voraussichtlich am 2. 10.17 geschlossen bleiben. Martin Lepold, Vorsitzender der Mainzer Werbegemeinschaft, hat nach ausführlichen Informationen durch Mitarbeiter der Staatskanzlei und vielen Gesprächen mit Geschäftsinhaber/innen beschlossen, keine allgemeine Empfehlung zur Öffnung der Geschäfte auszusprechen. Es gehe nicht nur darum, die eigenen Geschäftsräume zu erreichen und sicherzustellen, dass die Mitarbeiter am Montag zu ihrem Arbeitsplatz gelangen könnten, so Lepold gegenüber dem MAINZER.»Die Menschen, die in die Mainzer Innenstadt kommen, wollen das Fest besuchen und genießen. Wir wissen aus Erfahrung, dass kaum jemand auf die Idee kommt, das mit einem Einkauf zu verbinden – es stellt sich ja dann auch die Frage, wohin mit den Einkäufen? Denn wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, sollte möglichst direkt die P+R Plätze anfahren, da in der Innenstadt durch zahlreiche Straßensperrungen ab dem späten Vormittag mit starken Verkehrsbehinderungen gerechnet werden muss.«

ÖPNV: Es wird dringend dazu geraten, an beiden Tagen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Bus-Haltestellen sind am Hauptbahnhof, am Kaisertor und am Hochkreisel Mainz-Kastel. Die Straßenbahnen fahren wie gewohnt. Wer mit der Bahn nach Mainz kommt, kann am Hauptbahnhof, am Bahnhof Römisches Theater oder am Bahnhof Mainz-Kastel aussteigen. Die Taktung der Busse und Bahnen wird an das Festgeschehen angepasst werden. Die Theodor-Heuss-Brücke ist in dieser Zeit nur für den Fußgängerverkehr zugelassen.

Kosten

Laut Auskunft der Staatskanzlei hat das Land Rheinland-Pfalz in den Haushaltsjahren 2016 und 2017 insgesamt 3,25 Mio. € für die Ausrichtung des Tags der Deutschen Einheit hat im Haushaltsplan der Staatskanzlei veranschlagt. Die Mittel sind insbesondere für die Ausgaben für die protokollarischen Festakte und die Ausrichtung des Bürgerfestes vorgesehen. Um Programmbestandteile höherwertig zu realisieren und das Fest mit einer spektakulären Abschlussveranstaltung abschließen zu können, wurden zudem Sponsoring-Einnahmen in Höhe von 1,04 Mio. € (netto) eingeworben, die das vorgenannte Ausgabenbudget verstärken.

Die Mittel zur Präsentation der Landesregierung zu Schwerpunktthemen im Rahmen des Bürgerfestes werden aus den laufenden sachbezogenen Budgets der jeweils fachlich zuständigen Ministerien bereitgestellt. Auf Grund der fortlaufenden Planungen können die hierfür vorgesehenen Ausgaben zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beziffert werden.

| SoS

Textgrundlagen und Infos (wenn nicht anders vermerkt):
Pressemitteilungen Stadt Mainz und Staatskanzlei RLP,
www.tag-der-deutschen-einheit.de, www.mainz.de/mainzplatz

 

Kommentar: Bürgernähe?

Stellen Sie sich mal vor, die Bürger/-innen feiern ihr Einheitsfest auf den Straßen und Plätzen in Mainz, die Damen und Herren Politiker treffen sich in Berlin zu einem Empfang, halten dort ihre Ansprachen und ihre Köpfe in die Kameras – das wird dann live übertragen und alle sind glücklich. Denn: dafür bräuchte es wesentlich weniger (Sicherheits-)Aufwand, die Beeinträchtigungen für die Bürger/-innen wären geringer, die Besucher des Einheitsfests müssten nicht stundenlang im Stau stehen und dann kilometerweit laufen, vor allem aber würde das alles die Steuerzahler weniger kosten. Wann ihr lieben Damen und Herren Politiker nehmt ihr endlich zur Kenntnis, dass derart (überdimensionierte) Veranstaltungen nichts aber auch gar nichts mit »Bürgernähe« zu tun haben?

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