Im Hoi An QT wird vor aller Augen mit offensichtlich sehr guten Zutaten gekocht.
Das abwechslungsreiche Essen, das auch optisch anspricht, gibt es an jedem Wochentag.

Mainz ist alles andere als kulinarische Provinz. Und auch im eher exotischen Segment finden sich reichlich positive Beispiele in der Landeshauptstadt. Heute besuchen Mister X, eine weibliche Begleitung und ich das Hoi An QT in der Rheinstraße.

Hoi An ist der Name einer zentralvietnamesischen Stadt mit rund 75.000 Einwohnern am südchinesischen Meer. Einst war es der größte südostasiatische Hafen, der seine Bedeutung aus der wirtschaftsstrategischen Lage direkt an der Seidenstraße bezog. Nicht weit enfernt befindet sich die Millionenstadt Da Nang, deren Name immer wieder im Vietnamkrieg auftauchte, da sich hier wichtige US-Militärbasen befanden und schwere Schlachten stattfanden. Im Hoi An OT sieht der Besucher an den Wänden zahlreiche historische Bilder, die in die Vergangenheit Südostasiens versetzen – glücklicherweise nicht vom Krieg.

Das Ambiente im Restaurant ist deutlich asiatisch, unter anderem grüßt ein großer Buddha-Kopf von einer Wand. Ins Auge fällt eine gläserne, thekenartige Vitrine, in der frische Küchenzutaten präsentiert werden. Direkt dahinter agieren die quirligen Köche, denen man bei der Arbeit zuschauen kann. Da es bei unserem Besuch ausgesprochen warm ist, nehmen wir draußen im Hof Platz, wo unter Sonnenschirmen auch bei sehr hohen Außentemperaturen gut sein ist. Zwar ist die getriebige Rheinstraße sehr nahe, der Autolärm hält sich jedoch angenehm in Grenzen. Durch ein schmales Gässchen fällt der Blick auf das südliche Ende des Rathauses.

Umfangreiches Speisen-Tableau

Die Speisekarte des Hoi An QT ist groß, so wie man es von asiatischen Gastronomiebetrieben gewohnt ist. Da das Restaurant den weitgespannten Untertitel »Fine Sushi & Indochine Kitchen« trägt, muss das Tableau auch recht umfangreich sein. Wir einigen uns auf eine QT-Platte mit diversen Vorspeisen für uns drei. Sie umfasst Sommerrolle (mit Hühnerfleisch), Frühlingsrolle, gebackene Garnele und gedämpfte Teigtasche mit winzigen Krabben. Einige Salatblättchen und feine Karottenspalten (beides sehr angenehm gewüzt) sowie Sojasauce-Streifen verzieren den Teller, auf dem die länglichen Zutaten pyramidenartig angeordnet sind. Uns gefallen an dieser Vorspeise besonders die wunderbar frische Panade der Garnelen und die köstliche Mangosauce, die zusammen mit zwei weiten Dips gereicht wird. Die QT-Platte für zwei Personen kostet 12,50 Euro, jede weitere Portion 6 Euro.

Als Hauptspeise greift Mister X zum Vientiane Beef mit medium gebratenem Rindfleisch, frischem Saisongemüse, Soja-Balsamico-Sauce, Avocado-Mus und Sesamreis zu 13,50 Euro (die Version mit Ente gibt es für 14,90 Euro). »Die Fleischwürfelchen sind ausgesprochen zart, dass Gemüse präsentiert sich sehr bissfest und ist von großer Vielfalt. Es setzt sich zusammen aus Zuckerschoten, Zucchini, grünem Spargel und Paprika. Der Reis bildet ein kleines Gebirge«, zieht Mister X sein Resümee.
Unsere Begleiterin hat sich für die Position T5 auf der Mittagskarte entschieden, die täglich wechselt und von 12 bis 16 Uhr gilt. T5 (9,50 Euro) beinhaltet Miso-Suppe mit Lachs, drei Sushi-Variationen mit Sake Maki (acht Stück), Avocado Maki (acht) sowie Nigiri mit Lachs (zwei). Die Miso-Suppe mit reichlich Lachs wird als höchst wohlschmeckend geschildert, die Sushi-Röllchen erhielten allerdings Geschmack erst mit einem Schuss Sojasauce, formuliert es unsere Tischnachbarin.
Für mich steht nun Saigon Curry mit gegrillter Ente auf dem Programm. In dieser Version kostet es 14,50 Euro, mit Tofu 9,50 Euro, mit Huhn 10,50 Euro und mit Garnelen 14,50 Euro. Zum Fleisch gibt es eine cremige Kokos-Curry-Sauce mit frischem Gemüse, asiatischen Kräutern und Erdnüssen sowie Blattsalat aus Lollo bianco, Lollo rosso und Karottenstreifen. Reis dient als Sättigungsbeilage. Die Menge an Ente ist beachtlich, die Sauce schmeckt mild mit einem leichten Nachbrennen. Insgesamt erfreue ich mich an einer gelungenen, nicht zu schweren Fleischspeise.
Den positiven Gesamteindruck, den wir bei unseren Besuch im Hoi An QT erhalten, rundet die Freundlichkeit ab, mit der wir von den weiblichen Bedienungen und den Köchen beim Durchschreiten des Lokals verabschiedet werden.

| Lou Kull

Fazit:

Das Hoi An QT in der Rheinstraße ist eine gute Adresse für abwechslungsreiches, leichtes Essen. Das Speisenangebot ist vielfältig und umfasst Gerichte aus mehreren asiatischen Ländern. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, recht günstig ist das täglich wechselnde Mittagsangebot mit zumeist fünf Positionen zwischen circa 6,90 und 9,50 Euro. Bei den Getränken wird eine große Auswahl von Tees offeriert, und es lohnt sich durchaus, das sehr schmackhafte Saigon Bier (3,50 Euro für 0,33 Liter) zu probieren. Zum selben Preis gibt es thailändisches Singha Bier sowie Tiger Bier aus Singapur. Darüber hinaus stehen mehrere asiatische Limonaden auf der Karte. Die Bedienungskräfte sind nicht immer 100-prozentig deutschfest, gleichen das aber mit ihrem Charme mühelos aus. Das Ambiente des Hoi An QT bietet einige optische Anziehungspunkte.

ESSEN 7,5
TRINKEN7,5
SERVICE 7,5
AMBIENTE7,5
PREIS/LEISTUNG8,0
GESAMT38,0 : 5 = 7,6 KAPPEN
Hoi An QT
Fine Sushi & Indochine Kitchen
Rheinstraße 53
55116 Mainz
Tel. 0 61 31 / 619 26 00
info@restaurant-hoi-an-mainz.de
www.restaurant-hoi-an-mainz.de
www.facebook.com/restauranthoianqtmainz
Öffnungszeiten:
Mo bis So 12 bis 23.45 Uhr,
kein Ruhetag
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