GUTEN MORGEN, LIEBE WIESBADENER!
Acht Kilometer liegt sie entfernt, die hessische
Landeshauptstadt, intensive Kontakte, gar
Informationsaustausch zwischen den
Verwaltungen hüben und drüben sind an der
Tagesordnung, gemeinsam soll das Eingemeindungsjubiläum
von Kastel nach Mainz gefeiert
werden und dann so was: Das in Mainz geplante
Hafenterminal liegt in Sichtweite der
Biebricher und Amöneburger! Es wird die
»Wiesbadener Optik« verändern!
Guten Morgen, liebe Wiesbadener Umweltdezernentin!
Hätte Sie die Aufforderung, eine
wasserrechtliche Stellungnahme zur Verlagerung
des Mainzer Containerhafens abzugeben
nicht auf dem Dienstweg erreicht, wäre Ihnen
wohl erst bei der Einweihung des neuen
Hafenterminals das gesamte Ausmaß, wie sich
die Optik verändern wird, bewusst geworden.
Dabei haben doch Ihre Parteifreunde, BüNDNIS
90/ DIE GRüNEN in Wiesbaden, durchaus
auch die Rhein-Optik im Blick, wenn sie sich
über die massive Sicht-Beeinträchtigung durch
das geplante Kohleheizkraftwerk auf der
Ingelheimer Aue beschweren.
OK, das neue »Wohn- und Kulturviertel Hafen«
wird von der Petersaue verdeckt, was sich dort
alles getan hat, ist von der »ebsch Seit« aus
nicht einsehbar (übrigens, liebe Wiesbadener,
die Mainzer haben dort jetzt auch eine eigene
Kunsthalle!!!), aber Ihrem Jamaika-Partner,
Oberbürgermeister und Kämmerer Dr. Helmut
Müller ist doch wohl nicht entgangen, dass die
Firma Frankenbach nach Fertigstellung des
neuen Hafenterminals ihren LKW-Fuhrpark
von Kastel auf die Ingelheimer Aue verlagern
will?
Es erstaunt immer wieder, dass manche Vorgänge
in Mainz die Mehrzahl der Wiesbadener
erstmal nicht die Bohne interessieren. Beispiel
Kohleheizkraftwerk: Hätte die SPD nicht die
Anmeldung ihres OB-Kandidaten verpennt und
damit den alten SPD-Haudegen Jörg Jourdan
auf den Plan gerufen, wäre die Wiesbadener
SPD kaum auf die Idee gekommen, das Kraftwerk
zum Wahlkampfthema zu machen. Aber
das ist eh Schnee von gestern...
Frau Thies hat jedenfalls festgestellt, dass
Wiesbaden wenig bis gar nichts gegen den
Bau des neuen Hafenterminals unternehmen
kann. Aber sie würde, einem Bericht des Wiesbadener
Kurier zufolge, gerne die optischen
Veränderungen mildern: Mainz soll die Petersaue
als Sichtschutz dichter aufforsten. Keine
schlechte Idee! Der Blick ins Grüne würde den
potenziellen Mietern und Eigentümern im ehemaligen
Zoll- und Binnenhafen bestimmt auch
gefallen.Wer die Aufforstung bezahlen soll,
ist damit eigentlich klar: Diejenigen, denen
Container zu bunt sind!
SoS

